Activitytracker: Garmin Vivofit HRM im Test [Review]

vivofit_06_RF_HiRes 2014722Mit dem “Vivofit” hat nun auch Garmin einen Activitytracker im Portfolio. Vielen dürften Garmin ja eher von Navigationsgeräten ein Begriff sein, seit einer ganzen Weile nun schon gibt es aber vor allem aber auch eine Vielzahl an Fitness-Produkten wie Laufuhren oder Radfahrcomputern von Garmin. Der Vivofit wiederum soll den Bereich der Activitytracker abdecken…

Er soll also rund um die Uhr vom Nutzer getragen werden und dabei Schritte und Kalorien sowie den Schlaf tracken und obendrein dank mitgeliefertem Pulsgurt auch noch Trainingseinheiten genau aufzeichnen. Ob das alles so funktioniert wie es versprochen wird und ob das Armband eventuell auch Nachteile mit sich bringt, erfahrt ihr im folgenden Testbericht. 20140718-16-12-57-vivofit-6

Verpackung & Lieferumfang

Die Verpackung ist schlicht und quaderförmig, ein Sichtfenster zeigt den Vivofit, auf unnötigen Kunststoff wurde verzichtet – wunderbar! In der Verpackung finden wir zwei blitzblaue Armbänder (zwei unterschiedliche Größen), den eigentlichen Tracker der in diese Bänder geklippt wird sowie die Pulsgurt Sensoreinheit und den dehnbaren Gurt, außerdem mit von der Partie ein USB ANT Stick um den Vivofit mit dem Rechner zu synchronisieren.Wer übrigens den Vivofit als reinen Schrittzähler verwenden will kann sich 30€ sparen und die Variante ohne Brustgurt erstehen.

Inbetriebnahme

Wie das Groß an Activitytrackern gibt auch der Vivofit keine Rätsel bei der Inbetriebnahme auf. So kann entweder am Mac oder PC die Software für die Verbindung über den USB Dongle installiert werden um dann den Vivofit in Betrieb zu nehmen, oder, wie ich es gemacht habe, die Garmin Connect App auf dem iOS oder Android Gerät installiert werden um danach den Vivofit in Betrieb zu nehmen. Dies klappt reibungslos und einfach, die Anleitungen in der Packung sind hier vollkommen ausreichend. App starten, Gerät hinzufügen auswählen, Taste am Band gedrückt halten und schon sind Handy und Vivofit verbunden. Nix besonderes und das ist gut so. vivofit_05_RF_HiRes 2014722 Wie auch schon bei anderen Fitnessbändern muss natürlich ein Konto angelegt werden um dem Band einerseits das korrekte kalkulieren der Kalorien zu ermöglichen aber auch um unter http://connect.garmin.com/modern/ später auch alle Trainingsdaten abzurufen. Hier sei aber angemerkt, dass dieses Portal eher dann Sinn macht, wenn man noch weitere Garmin Produkte nutzt – nur für den Vivofit ist die Smartphone-App grundsätzlich ausreichend. Das Portal erinnert hier stark an jenes von Fitbit, das ist ein Kompliment, denn das Fitbit Portal zählt meines Erachtens zu den schönsten seiner Art. garmin connect screenshot 2014723 Der Vivofit synchronisiert übrigens kabellos über Bluetooth mit dem Smartphone, das allerdings NICHT automatisch sondern nur manuell wenn der Nutzer es will. Mehr zum Für und Wider aber im nächsten Kapitel.

Hardware & Akkulaufzeit

Rein optisch ist der Vivofit ein bisschen retro und ein bisschen modern. Das große Display ist nicht hintergrundbeleuchtet aber selbst bei schlechten Lichtverhältnissen noch gut abzulesen. Rechts des Displays finden wir eine Taste, die Ausrichtung des Displays kann nicht geändert werden. Das Band selbst ist aus angenehm zu tragendem Kunststoff, der eigentliche Tracker wird von unten in das Band eingeklippst – er sitzt fest und sicher und anders als z.B. beim Fitbit Flex sammelt sich hier keine lästige Feuchtigkeit im Band, wenn man es zum Duschen oder Schwimmen (wasserdicht bis 5ATM, Garmin spricht NICHT von Schwimmtauglichkeit des Vivofit) trägt.

Da Garmin Bänder zweier unterschiedlicher Größen mitliefert muß sich auch niemand Sorgen machen, daß das Band nicht passen könnte. Außerdem entfällt durch die “klassische” Konstruktion ein lästiges kürzen wie beim Polar Loop z.B. Ich empfand die knallblaue Farbe als sehr hübsch, neben selbiger gibt’s aber noch lila, grün, dunkelgrau, schwarz sowie rot zur Auswahl. vivofit_16_RF_HiRes 2014722 Schade ist, dass die Abdeckung des Displays am eigentlichen Tracker aus Kunststoff ist. Da die Bänder bequem ausgetauscht werden können, sei es, um die Farbe zu wechseln oder weil sie eben im Alltag gelitten haben, so kann dies beim eigentlichen Tracker nicht gemacht werden. Hier hätte ich mir etwas wie Glas statt des Kunststoffes gewünscht, das sollte beim vorhandenen Preispunkt durchaus machbar gewesen sein. 20140718-16-13-04-vivofit-7 Nennenswert ist auch, dass der Vivofit NICHT aufgeladen werden kann, sondern auf zwei Lithium Knopfzellen (Typ CR1632) setzt, die bis zu ein Jahr Laufzeit mit 2h Pulsgurtbenutzung pro Tag ermöglichen sollen. Das ist mal eine Ansage! (die ich aber natürlich im Testzeitraum nicht verifizieren konnte). Daher vermutlich auch die manuell anzustoßende Synchronisation – würde permanent im Hintergrund, wie etwa beim UP24 von Jawbone eine Verbindung aufgebaut werden, so dürfte die lange Laufzeit nicht erreichbar sein. Durch das Display ist das aber kein Problem, denn hier hat der Nutzer jederzeit alle wichtigen Daten im Blick ohne das Smartphone tagsüber benutzen zu müssen. Wunderbar! 20140718-16-13-23-vivofit-9 Müssen die Batterien dann doch mal getauscht werden, so müssen vier Schrauben mit einem Philips Schraubenzieher geöffnet werden. Wenn dies nur einmal pro Jahr zu erfolgen hat ist es durchaus verschmerzbar. Ich hoffe aber, dass Garmin die Konstruktion intelligent genug ausgeführt hat, dass dieses Öffnen durch den Nutzer nicht zu ungewollten Beschädigungen führen kann.

Die App und ihre Funktionen

Gegenüber Fitbit Flex, Jawbone UP und UP24 hat der Vivofit den entscheidenden Vorteil eines eingebauten Displays. Hier muss die Smartphone App (oder auch das Webportal) wesentlich weniger oft bemüht werden, um den täglichen Fortschritt einzusehen als bei Geräten ohne Display. Die Smartphone App von  Garmin allerdings ist derzeit leider alles andere als prickelnd. Sie wirkt wie schnell zusammengezimmert und läßt leider stimmiges Design vermissen; die Konkurrenz ist hier teilweise viel weiter. Garmin Connect™ Mobile (AppStore Link) Garmin Connect™ Mobile
Hersteller: Garmin International

Freigabe: 4+
Preis: Gratis Appstore >
Garmin Connect im Play Store [Link] Die App zeigt zwar die relevanten Daten durchaus an, so ist es nicht, jedoch wirkt die Optik etwas lieblos. Wir sehen ein Diagramm das die zurückgelegten Schritte im Verhältnis zum täglichen Ziel darstellt, darunter die Distanz, das gesteckte Ziel (das auf Wunsch dynamisch täglich angepasst wird) sowie die Gesamtkalorien des Tages. Diese Kalorien rechnen sowohl den Grundumsatz als auch jenen durch Bewegung (mit Pulsgurt) mit ein.

Die Anzeige der App kann angepasst werden, sogenannte “Widgets” können hinzugefügt, umarrangiert oder entfernt werden. Grundsätzlich fein, aber halt leider mäßig umgesetzt. An “Widgets” stehen Schritte, Kalorien, Schlaf, Aktivitäten, Gewicht, Strecken, Trainings, Bestzeiten, Auszeichnungen sowie Segmente zur Verfügung. Einige davon sind für den Vivofit aber wenig relevant. Theoretisch könnte man auch Freunde, die ebenfalls den Vivofit nutzen, hinzufügen und sich mit diesen Messen, eine einfache Integration über das Adressbuch, Facebook oder Google+ ist nur leider nicht möglich derzeit.

Lt. der App kann man eine Schalfzeit einstellen in der der Vivofit automatisch das Schlafen erkennen soll –  das hat im Test leider nicht funktioniert. Wie auch bei Jawbone muss also die Taste etwas gedrückt gehalten werden, um den Schlafmodus zu (de)aktiveren. Diese Prozedur funktionierte zuverlässig. Schlafzeiten können glücklicherweise auch manuell erfasst werden und bei Bedarf sogar korrigiert werden.

Das “Connect” Konto kann zudem mit MyFitnesspal verbunden werden um so Gewichtsmessungen und Kalorienaufnahme zu protokollieren; leider ist MyFitnessPal derzeit der einzige Partner. Auch hier haben also die Konkurrenten teils deutlich die Nase vorne! Über die App können natürlich auch alle relevanten Einstellungen am Vivofit durchgeführt werden, also z.B. die Uhr von 12h auf 24h Anzeige umzustellen oder auch das Datumsformat zu ändern.

Bewegungs- und Trainingserfassung

Der Vivofit zählt Schritte und errechnet basierend auf deren Anzahl die verbrauchten Kalorien sowie die zurückgelegte Strecke. Dabei wird das Band am Handgelenk angebracht und unterliegt damit den selben Problemen wie alle anderen am Handgelenk getragenen Tracker: Manche Bewegungen werden fälschlicherweise als Schritte gezählt. Beim Vivofit fallen etwaig falsch gezählte schritte natürlich ungleich stärker auf da das Display permanent Aufschluß gibt, ob und was gezählt wird. Wer also quasi gerade das Wohnzimmer ausmalt und sich über wildes Zählen am Armband wundert hat die Schattenseite des Displays entdeckt; ein Armband ohne Display wiegt den Nutzer eher im Glauben, es zähle absolut korrekt NUR Schritte. Nicht mißverstehen – die Messwerte des Vivofit decken sich mit jenen anderer Bänder, er zählt also keineswegs schlechter oder ungenauer als andere. Er visualiert dies nur klarer 😉 20140718-16-13-31-vivofit-10 Neben der Schrittzahl, verbrauchten Kalorien, Entfernung, Uhrzeit & Datum sowie zum Ziel noch fehlender Schritte zeigt der Vivofit am Display mittels eines roten Balkens auch den Grad der Inaktivität an. Ist der Balken ganz gefüllt so bedarf es eine größeren Schrittzahl um ihn wieder zu “löschen” als wenn nur ein Block rot leuchtet. Grundsätzlich ein schöner Ansatz, der Balken taucht aber auch nach einem Tag mit 20000 Schritten abends am Sofa auf was etwas sinnlos ist. Das könnte Garmin aber einfach über ein kleines Softwareupdate lösen. Wie auch der Loop von Polar bietet der Vivofit die Möglichkeit einen Pulsgurt zu verbinden und damit auch Sessions auf dem Laufband oder generell im Fitnesstudio aufzuzeichnen. Der Verlauf der Herzfrequenz steht natürlich sowohl in der App als auch im Web zum Abruf bereit, getrackt wird, solange der Pulsgurt einen Puls misst. Sonstige Gimmicks wie einen Wecker oder auch automatisierte Aktivitätserfassungen (außer eben mit Pulsgurt), Stoppuhren usw. findet man am Vivofit leider aber nicht.

Schlaferfassung

Grundsätzlich sollte der Tracker bei vordefinierter “Standardschlafzeit” laut Anleitung den Schlaf automatisch erfassen. Das funktionierte im Test nicht. Wird aber der Schlafmodus manuell aktiviert und deaktiviert so klappt das ganze wunderbar. Leider wird auf eine Analyse des Schlafs verzichtet, man sieht nur wie stark oder schwach man sich bewegt hat – ohne Maßstab ist das aber leider eher nutzlos.

Schlafzusammenfassung ohne Maßstab
Schlafzusammenfassung ohne Maßstab

Dass der Vibratormotor fehlt und damit jegliche Alarme und Weckmöglichkeit ebenfalls wegfallen ist ärgerlich. Leider aber durchaus ein Nachteil, den der Vivofit mit den meisten Konkurrenzprodukten teilt.

Vergleichstabelle aktueller Fitnessarmbänder (Google Doc)

Weil man bei der Vielzahl der Fitnesstracker und Armbänder mittlerweile schnell die Übersicht verliert, gibt es unterstehend eine Tabelle mit allen von MacManiacs getesteten Produkten. Auf ein “Ranking” verzichten wir nun und bieten euch stattdessen in Dunkelblau eine “Empfehlung”, für wen das jeweilige Band am besten geeignet ist. fitnessarmbaender-uebersicht

Verbesserungsbedarf?

Der eigentliche Fitnesstracker ist gut und hübsch; die App hingegen läßt nicht wirklich viel Liebe zum Detail erkennen. Hier sind andere Hersteller klar im Vorteil. Auch das Online Portal läßt durchaus noch Wünsche offen, wenngleich es schon als recht gut bezeichnet werden kann. Garmin sollte ehestmöglich die App überarbeiten um nicht nur funktionell zu sein sondern auch für Motivation und Freude an der Nutzung zu sorgen.

Fazit

Der Vivofit ist ein schöner Fitnesstracker und erfüllt seinen Dienst wunderbar. Mit einem Preis ab 119€ ist er aber nicht unbedingt günstig, speziell im Vergleich mit der Konkurrenz vom Nordpol. Kommt er im Paket mit dem Pulsgurt sind sogar 149€ fällig. Dafür ist er wasserdicht und kann laut Hersteller beim Duschen getragen werden und dank des hervorragenden Displays ist man jederzeit über zurückgelegte Schritte, Kalorien und sonstige Daten informiert. Einer der größten Vorteile ist aber die extrem lange Laufzeit mit einem Satz Batterien – als Nutzer muss man sich quasi nie Gedanken darüber machen, dass man ggf. ohne Strom dastehen könnte. Eine Wohltat! Würde die App noch überarbeitet werden und könnte man z.B. optional eine automatische Synchronisierung z.B. alle 2h einschalten so wäre der Vivofit unter meinen Favoriten.   

4 Antworten auf „Activitytracker: Garmin Vivofit HRM im Test [Review]“

  1. Wie stelle ich mein Vivofit so um, dass ich mein Gewicht und meine Grösse nicht in feet oder lbs sehe. Habe schon alles probiert. Vielleicht könnt ich mir helfen.

    1. Hi, das kann ich dir leider nicht beantworten da wir das Vivofit nicht mehr haben. Am besten wendest du dich an deren Support. Aber im Grunde solltest du das in der zugehörigen Smartphone App einstellen können!

  2. Meine persönlichen Rekorde sehe ich seit zwei Monaten gar nicht mehr. Die Auszeichnungen nur noch im Kalender. Früher ging das mal…Kann jemand helfen?

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