Im Test: iRobot Scooba 230 aufwasch Roboter [Review]

Haushaltsroboter. Dem regelmäßigen Leser dieses Blogs dürfte nicht entgangen sein, dass hier eine große Affinität zu Haushaltsrobotern aller Art herrscht. Grundsätzlich sei aber auch klargestellt, daß diese Roboter Luxusgüter sind, die einem das Leben erleichtern, selten aber eher zu den essentiellen Haushaltsgeräten gezählt werden sollten.

Neben unseren Testberichten zu den iRobot Modellen Roomba 581, Roomba 780, Scooba 385 sowie den Testberichten zum Rydis 750 und Samsung Navibot gesellt sich nun hiermit ein Testbericht zum kleinen iRobot Scooba 230. Wer weiter liest erfährt wie gut sich der kleine Roboter im alltäglichen Gebrauch schlägt und ob die von iRobot aufgestellten Angaben hinsichtlich Reinigungsleistung und Qualität auch eingehalten werden. Natürlich gibt’s auch ein ausführliches Reviewvideo sowie eine umfangreiche Fotogalerie!


Lieferumfang & Verpackung

Hinsichtlich der Verpackung kann ein großes Lob ausgesprochen werden. Kein Styropor. Stattdessen hat iRobot hier auf gepressten Karton gesetzt. Fein! Nun noch die Kunststofftüten gegen Zellstoff ersetzen und es wäre perfekt. Der Karton selbst ist hübsch und unheimlich klein. Zwar wußten wir vor dem Test, daß der Scooba 230 ein sehr kompakter Roboter ist, die kleine Verpackung überrascht dann aber doch.

iRobot liefert neben Roboter, Akku und Ladegerät noch 1 Reinigungsplatte, eine Lagerplatte sowie eine virtual Wall und eine Kurzanleitung mit. Batterien für die virtual Wall sucht man vergebens zudem werden nach wie vor die umständlichen Mono-Batterien benötigt, die kaum jemand anders als Pfadfinder für die Campinglampen je im Haushalt haben dürfte. Ich kann also auch hier guten Gewissens wieder Sanyos Eneloop Akkus und zugehörige Adapter empfehlen.

Design & Konstruktion

Prinzipiell, wie schon eingangs erwähnt: ultra kompakt. An Bedienelementen beschränkt sich der kleine Scooba auf zwei Tasten, nämlich den Ein-/Ausschalter sowie eine große Taste zur Reinigung, die mit „CLEAN“ beschriftet ist. Die Front des Roboters weist eine große Einfüllöffnung, beschriftet mit „FILL“ auf, die Rückseite hat einen ähnlichen Verschluss welcher zum Ablassen des Schmutzwassers dient und mit „EMPTY“ beschriftet ist. Unter der rückwärtigen Öffnung finden wir einen Schlitz der den Akku aufnimmt, daneben die genannte Ladebuchse.

Die vordere Hälfte des Roboters ist auch gleichzeitig seine Stoßstange durch die er Kollisionen mit den Wänden erkennt, dort sind auch Infrarotsensoren eingebaut die den Abstand messen. Seitlich sitzen zwei Sensoren, die dem Roboter das Folgen von Wänden erleichtern sollen.

Der Scooba 230 ist mit seinem Durchmesser von nur 16,5cm und einer Höhe von nur 9,2cm einer der kleinsten, wenn nicht DER Kleinste seiner Art. Sein großer Bruder der Scooba 385 wirkt dagegen fast wie ein Riese!

Wie aber hat iRobot es geschafft, diesen Roboter so kompakt zu bauen? Nun, durch zweierlei Maßnahmen: Einerseits wurde hier auf den Einsatz einer rotierenden Bürste verzichtet. Der Scooba 230 verwendet austauschbare Reinigungsplatten die nach ca. einem halben Jahr, bei regelmäßiger Nutzung des Roboters, getauscht werden sollten. Diese Platten weisen sowohl statische Bürstenelemente als auch den eigentlichen Abzieher auf. Andererseits hat der kleine Roboter im Inneren zwei „Blasen“ für die Flüssigkeiten. Wird die Blase für das Frischwasser befüllt, so nimmt sie den gesamten Platz im Roboter ein. Leert sich nun während der Reinigung die Frischwasserblase und füllt sich die Schmutzwasserblase so tauschen die beiden quasi den Platz im Roboter. Sehr clever!

Inbetriebnahme

Hier gibt es kaum etwas zu berichten und auch nichts zu beanstanden. Die Inbetriebnahme gestaltet sich einfachst möglich: Auspacken, aufladen, Wasser einfüllen, Reinigungsplatte installieren und loslegen.


iRobot hat auch hier mitgedacht. Alle Klappen und Zugänge zum Roboter sind gut abgedichtet, selbst der Anschluß für’s Ladegerät schließt nun dicht ab.

Reinigungsablauf

Der Scooba 230 verfährt anders als sein großer Bruder, wenn man sich ansieht, wie genau er reinigt. Während der große Scooba zuerst kleinere Krümel aufsaugt, dann die Reinigungslösung aufsprüht, dann mit der Bürste reinigt und dann gleich nachher alles wieder abzieht und aufsaugt, so sprüht der kleine 230er die Lösung hinter dem Abzieher bzw. Absauger auf den Boden. Er ist also so konzipiert, zunächst Reinigungslösung zu verteilen und danach in seiner Fahrt mit den Bürsten Schmutz zu lösen und erst DANACH das Schmutzwasser aufzusaugen. Hier kommt ihm die „iAdapt“ genannte „Intelligenz“ zu Hilfe um jeden Punkt im (kleinen) Raum einigermaßen intelligent und recht zuverlässig an- bzw. zu überfahren und so alles zu reinigen.

Dieses Prinzip macht es aber leider schwierig, eine einmal begonnene Reinigung wieder abzubrechen, denn wenn der Roboter noch nichts aufgesaugt hat ist der Boden mit Schmutz und Wasser bedeckt. Aber man wird wohl 20min mal warten können 😉
Sehr gut gelöst ist die Möglichkeit, den kleinen Scooba auch mal nur eine „kleine Runde“ drehen zu lassen. Dazu hält man die CLEAN Taste einfach gedrückt bis ein Ton ertönt, dann wird nur ein 20 minütiger Reinigungszyklus gestartet, unabhängig von der Befüllung der Tanks. Der große Scooba reinigt ja, bis der gesamte Tankinhalt verbraucht wurde. Gerade bei schwächelndem Akku ist das ärgerlich da meist die finale Absaugung nicht eingeleitet wird, da der Tank noch nicht leer ist, der Akku aber vorher schon leer ist.

Schön zu sehen im obigen Bild ist übrigens auch Scoobas kleine Peristaltikpumpe. Grundsätzlich eine eher „primitive“ Pumpe die aber den Vorteil hat, relativ wartungsfrei zu sein und die zudem die Anzahl beweglicher Teile auf ein absolutes Mindestmaß reduziert.

Reinigungsergebnis

WENN man sich strikt zur Angewohnheit macht, vor dem Start des Scooba 230 den zu reinigenden Boden abzusaugen und man den kleinen Roboter auch nur für die Reinigung von Räumen bis maximalst 11 Quadratmetern verwendet, ist das Reinigungsergebnis sehr gut. Durch das Fehlen von rotierenden Bürsten und das geringe Gewicht des Kleinen muß er eine verschmutzte Stelle viel öfter überfahren, als es der große Bruder tun muß, um diese zu reinigen. Bei zu großen Räumen kommt der Scooba 230 dann natürlich einfach nicht oft genug am Schmutzfleck vorbei, um diesen auch ordentlich wegzuschrubben.

Im folgenden Reviewvideo ist natürlich (stark beschleunigt) auch das Reinigen durch den Roboter zu sehen. Auf die weißen Fliesen wurde Honig, Erdnussbutter und zähflüssig klebender Bio-Pflanzendünger geschmiert. (igitt)

Der kleine Scooba hat selbst diese absolut unüblichen Schmutzmengen verhältnismässig gut gereinigt. Eine „kleine“ 20min Reinigung reichte allerdings nicht aus, nach zwei kurzen (das entspricht einer vollen Reinigung) war das Badezimmer wieder sauber. Bedenkt man das Fehlen rotierender Bürsten ist das ein ordentliches Ergebnis für den kleinen Roboter. Zudem muß bedacht werden, daß der Scooba 230 ja nicht dafür gedacht ist, das Badezimmer monatelang einzusauen um ihn dann einmal reinigen zu lassen, sondern dazu, einfach einmal wöchentlich kurz Staub zu saugen und dann den Scooba die Nassreinigung übernehmen zu lassen. Das schafft er perfekt.

Wartung

Hier kann der kleine Scooba definitiv gegenüber dem großen Bruder punkten! Zunächst das Schmutzwasser ausleeren, 2-3mal mit klarem Wasser nachspülen, dann selbige Prozedur mit dem Frischwassertank wiederholen, Bodenplatte abnehmen und unter fließendem Wasser spülen – fertig. Dank der recht dichten Bauweise des Scooba 230 verkraftet er auch ein paar Spritzer abseits der Einfüllöffnungen. Unter Wasser darf er aber natürlich NICHT getaucht werden.

Einziger (leider großer) Mangel: Die Ladezeit des Akkus. Daß man von einem solch kleinen Gerät keine 5h Betriebsdauer erwarten kann, ist klar. Daß aber nach 40min Reinigung der Akku sage und schreibe 8 (ACHT) Stunden aufgeladen werden muss, ist leider untragbar. Ein Einsatz des Roboters an einem Tag zweimal hintereinander ist damit ausgeschlossen. Es wäre ja noch tolerierbar, wenn iRobot wenigstens ein Schnellladegerät anböte – tun sie aber nicht. Hier also der große einzige fette Minuspunkt.

Pro & Contra

+ sehr kompakt und wendig
+ flott
+ ideal für kleine Räume (bis ca. 11m2)
+ gute Reinigungsleistung auf kleiner Fläche
+ angenehm leise im Betrieb
+ einfach zu warten & zu reinigen

– Ladedauer des Akkus unglaublich lange (~8h)
– Laden des Akkus nur im Inneren des Roboters möglich
– Staubsaugen vor der Reinigung mit dem Scooba 230 ein Muß

 

Den Scooba 230 erhielten wir mit freundlicher Unterstützung von MyRobotCenter.at zum Test.

7 Antworten auf „Im Test: iRobot Scooba 230 aufwasch Roboter [Review]“

  1. Hallo Holger,

    vielen Dank für diesen tollen Bericht. Ich habe mich selbst überzeugen wollen und bin nun seit knapp 14 Tagen stolzer Besitzer eines Scooba 230.
    Mir fällt allerdings auf, dass mein Scooba nicht geradeaus fährt. Er fährt dann IMMER eine langezogene Linkskurve. Für mich sieht das so aus, als ob das linke Rad etwas eiert und langsamer fährt. Hat von euch jemand Erfahrungen damit?
    Liebe Grüße
    Marcel

    1. Also das hört sich (leider) für mich wie ein eindeutiger Defekt an… du kannst ggf. mal das Rad abziehen und gucken ob es korrekt aufgesteckt ist/war, am besten mal beide.

  2. Danke für den test, ich habe den großen Bruder.
    mal ehrlich so eine kleine Stelle, die putze ich mit einem lappen in 1-2 min wofür der Robbi 20 min benötigt, ich finde diesen Scooba absolut überflüssig

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