AppleWatch, the (smart)-watch for the rest of us.

w38ss-ml-selFreitag, den 24.04.2015 war es dann endlich soweit, die Delivery-App hatte es schon angekündigt, meine bestellte Apple Watch sollte nun doch geliefert werden, am Anfang der Woche sah es noch anders aus.

Ich habe lange überlegt, wie ein Review/Test denn aussehen sollte, wenn wir ehrlich sind, so gibt es derer doch schon zur genüge, und es wurden schon sehr viele Worte dazu spendiert, siehe z.B. John Gruber oder iMore. Für mich ist es daher wichtiger, Euch, den Leserinnen und Lesern dieses Blogs die Alltagstauglichkeit der Apple Watch zu vermitteln…

Meine Wahl (und um diese geht es dann auch) ist das 42mm Modell in Edelstahl mit dem Milanaise-Armband.

AppleWatch.Milanaise

Artikel.Pic

Das Auspacken war wieder ein Erlebnis, wie von Apple gewohnt: Alles durchdacht, von der Öffnung des Umkartons bis hin zur eigentlichen Verpackung der AppleWatch. Das Milanaiseband fühlt sich dann auch nicht wirklich metallisch an, es ist sehr angenehm zu tragen, durch die metallische Schliesse/Clip lässt sich das Armband dann auch immer auf die richtige Position stellen, die in komfortables Tragen ermöglicht. Für sportliche Aktivitäten werde ich mir noch ein Sportband zulegen, dafür ist das Milanaiseband dann eher nicht geeignet.

Die Aktivierung der Watch erfolgt per Druck auf das Display, Druck auf einen Knopf (Digital Crown oder den Knopf darunter) oder Heben des Armes. Auf dem Display kann dann nach oben gestrichen werden, dort werden dann die „Glances“ aufgerufen (Deutsch: Checks, Englisch: Glances ), dies sind kurze Übersichten der am meisten verwendeten Informationen der Apps. Ein Drücken auf den jeweiligen Glance öffnet dann die zugehörige App. Streichen von oben nach unten aktiviert die Übersicht aller Notifications, welche dann durch festeres Drücken des Displays (Force Touch) z.B. komplett gelöscht werden können (hatte Holger ja schon erwähnt, dies ist definitiv etwas für die nächste Generation der iPhones 6s/6s Plus, welche ziemlich sicher auch ForceTouch erhalten werden). Mit der Digital Crown lässt sich bequem durch die Glances/Apps /Informationen scrollen. SIRI ist auch auf der AppleWatch enthalten, und dies sogar stark verbessert (mein Eindruck). SIRI kann entweder durch die Wörter „Hey SIRI“ aktiviert werden, oder man hält die Digital Crown länger gedrückt. Die Konfiguration/Einrichtung der AppleWatch wird über die AppleWatch App auf dem iPhone gesteuert, darauf gehe ich habe nicht genauer ein, auch hier sind die meisten Dinge selbsterklärend. Jeder wird hier seine eigenen Präferenzen haben, daher wird dies dann bei jedem auch anders aussehen. Wichtig: die meisten Dinge spiegelt das iPhone auf die AppleWatch, soll heissen, aktivieren ich z.B. „Bitte nicht stören“ auf dem iPhone, wird dies auch zur Apple Watch übernommen. Sehr praktisch für Kinobesuche 🙂

Docking/Stand

Der Lademechanismus ist ja völlig neu, da hier zum ersten Mal bei einem Apple Produkt die induktive Ladung zum Zuge kommt. Allerdings ist dies ohne entsprechendes Dock nicht ganz so komfortabel, wie man es vielleicht gerne hätte. Der runde Adapter wird auf die Rückseite der AppleWatch geführt, und zieht sich dann in die richtige Position. Bei dem Milanaiseband „klebt“ dieser dann allerdings auch am Band selbst fest, da es ja metallisch ist. So kommt man nicht umhin, sich eine Dockinglösung selbst zu suchen. Bei meiner Recherche bin ich auf die Lösung von DODOcase gestoßen, die zu Zeiten des 1. iPads sehr hochwertige Cases/Hüllen angeboten hatten. Mir gefällt die Kombination aus Holz und Metall, als auch die Konzeption. Dieser Charging Stand soll ca. im Juni 2015 ausgeliefert werden, wird dann ebenfalls hier im Blog vorgestellt. Daneben gibt es natürlich auch noch andere, wie z.B. von TwelveSouth (ca. 60 EUR, derzeit nur vorbestellbar) etc..

Charging Stand von DODOcase, Preis um die $99 (+Tax + Versand) bei Pre-Order.

Apple Watch im Alltag

Dazu ein UseCase, den ich letzte Woche durchgeführt habe: Flugreise(n).

Ich musste beruflich am Dienstag und Mittwoch verreisen, und buchte meine Flüge über eine große deutsche Fluglinie, die glücklicherweise auch die Apple Watch per App unterstützt.

Die Buchung an sich nahm ich über die App auf dem iPhone vor. War bis auf einen Tag vor der Reise nichts unter den Glances zu sehen, so standen mir am Reisetag alle wesentlichen Informationen zur Verfügung, eingecheckt habe ich am Vortag auch via iPhone.

Im Passbook wurde dann nach dem CheckIn am iPhone alle relevanten Informationen hinterlegt, wie man es auch am iPhone kennt. Zusätzlich kann man dann mit der Digital Crown nach unten scrollen, wo dann der Barcode sichtbar wird. Wenn sich dieser in der Mitte des Displays der AppleWatch befindet, schaltet dieses direkt auf „Vollformat“ um als auch die Helligkeit wird auf ein Maximum geregelt, damit man sich an dem jeweiligen Scanner mit seiner digitalen Boardkarte entsprechend ausweisen kann.

Die App der Fluglinie selbst stellt alle relevanten Infos -wie auf den Bildern zu sehen- sehr übersichtlich zur Verfügung: Boarding Time, Gate Info, Seat und nicht zuletzt das Flugticket als Barcode, sehr leicht erreichbar über die Glances. Einchecken in Deutschland ging ohne Probleme, in Polen waren die nötigen Einrichtungen leider nicht vorhanden. Selbst die Änderung meines Gates wurde dort aktualisiert, das lästige Verfolgen auf den diversen Infoterminals am Flughafen entfällt also.

Derzeitiges Fazit nach über 3 Wochen Benutzung:

Die AppleWatch ist ein Aggregator, ein „Verdichter“ und simplifizierendes Tool von Informationen jeglicher Art, was mir mein Leben erheblich erleichtert. Apple hat es aus meiner Sicht wieder geschafft, ein Produkt zu erschaffen, welches den Tagesablauf simplifiziert, bzw. simplifizieren kann, wenn man sich darauf einlässt.

Die drei wesentlichen Merkmale

Fitness

Ich bin mir wieder bewusster über das, was ich tue, bzw. nicht tue. Gerade für alle, die im HomeOffice oder sonstigem Office viel sitzen, werden dies zu schätzen wissen. Regelmässige Bewegung, Aktivitäten draussen- nie war es einfacher, diese zu verfolgen und auszuwerten, und sich bewusst zu machen, wo man doch mal wieder mehr tun müsste. Natürlich kann das iPhone dieses auch, aber die Watch macht es einem sehr einfach, die Übersicht zu behalten, ohne dabei störend zu sein. Wie man jetzt des öfteren lesen kann, wird die Genauigkeit der Daten angezweifelt, Apple hat dazu auch schon gesagt, dass die Uhr „lernt“, sprich über die Zeit mit den gewonnen Daten immer präziser wird. Dies gilt es abzuwarten. Ich konnte keine signifikanten Abweichungen feststellen (Schrittzähler/ km-Angaben beim Outdoor Running).

Apps/Glances

Hier liegt derzeit ein Hauptkritikpunkt, der aber über die Zeit sich regeln wird: die Apps. Die Programmierer/Developer müssen erst lernen, dass es nichts hilft, eine iPhone App einfach auf die AppleWatch zu portieren. WatchOS ist WatchOS und nicht iOS. Nicht viele Apps können daher schon heute überzeugen, z.B. Twitter ist schier unbenutzbar (..wer braucht aber auch Twitter auf der AppleWatch..?), die App der Lufthansa ist sicher ein sehr gelungenes Beispiel dafür, wie man so etwas sehr gut und praktikabel umsetzen kann. Dazu kann ich Euch auch diesen Artikel von M.G. Sieger empfehlen. Seine Schlussfolgerung, der ich mich nur anschliessen kann: Different device. Different apps.

Digital Touch

Den Wert einer neuen sozialen Interaktion muss jeder für sich selbst bewerten, wer das nicht mag, muss es ja auch nicht nutzen. Ich persönlich finde es praktisch , Frau/Freunden auf diese Art und Weise kurze Nachrichten zu übermitteln, wenn es eben mal keine iMessage oder eMail sein kann.

Bei den Apps sehe ich noch jede Menge Potential, denn es gilt nicht eine Kopie einer iPhone App auf die Apple Watch zu bringen, sondern etwas eigenständiges zu erschaffen, was den UseCase unterstützt.

Fazit:

Ein gelungenes Produkt, welches sich perfekt mit dem iPhone ergänzt und eine Konzentration auf die wesentlichen Dinge ermöglicht. Ein einfaches, schnell erlernbares Bedienungskonzept, dazu noch nützliche Apps (wenn zielgerichtet entwickelt), die einem bei der Erledigung der täglichen Dinge hilfreich zur Seite stehen.

Pro:

+ Perfektes Design, perfekte Größe
+ Display (für die 1. Generation) gut
+ Akku vollkommen ausreichend
+ Apps selbst sind die „Killer App“ (wenn für AppleWatch entwickelt)
+ Notifications sehr gut gelöst

Con:

– Unregelmässige Abstürze (wenige), WatchOS noch in der 1. Version
– Lademechanismus fehleranfällig
– Kein Dock im Lieferumfang

Summary

Wie hatte es Richard (Gutjahr) ausgedrückt..Die Apple Watch ist „Apple Quatsch“ bzw. „Waste of time“ – dem kann ich mich überhaupt nicht anschließen (..und ich finde Richards sonstige Schreibe und Engagement sehr bemerkenswert), nicht alles muss bis ins Letzte intuitiv sein, vor allem nicht ein solch persönliches Device. Alle einfachen Funktionen sind es, will ich daraus „mein“ Device machen, muss ich mich damit beschäftigen (..und auch das ist nicht aufwendig).

Die Apple Watch ist eher das Gegenteil von „Waste of time“- sie hilft, die Zeit, die man hat, effektiver zu nutzen. Fokus auf das Wesentliche, wenn man es braucht- auch dies ist und bleibt eine persönliche Entscheidung, die die AppleWatch unterstützt, jedoch nicht abnimmt.

Wenn es von Eurer Seite Fragen/Meinungen gibt, immer her damit und ab in die Kommentare!

Happy AppleWatch(ing)!

Coming up next: The all new MacBook 2015, Test/Erfahrungsbericht ca. Juni 2015 (..oder sobald geliefert ;-))

2 Antworten auf „AppleWatch, the (smart)-watch for the rest of us.“

    1. Hallo fru,

      wie im Text beschrieben handelt es sich um das 42mm Modell. Ich lade heute Abend nochmal einen Größenvergleich hoch, ich habe auch noch die 38mm mit dem blauen Sportband im Zugriff.

      Viele Grüße.
      Marcus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Mensch oder Bot? Bitte gib die Zahlen unten ein! *