awatchVon meinem ersten Tag mit der Apple Watch habe ich euch ja bereits hier berichtet. Allerdings dürften einige von euch, die zwischen 349 und 699€ für dieses Gadget ggf. bereit wären auf den Tisch zu legen, eventuell auch an meinen bisherigen Erfahrungen nach „einer Woche Apple Watch“ interessiert sein. Hier also  meine bisherigen Erfahrungen – die große allumfassende Review sowie Marcus‘ erste Erfahrungen mit seiner Apple Watch folgen etwas später.

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Design & Tragekomfort

Je länger ich die Uhr trage, desto weiter tritt sie in den Hintergund und wird mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit. Nicht nur technisch (dazu kommen wir gleich) sondern auch optisch. Ich trage keine Hemden, weswegen zu enge Manschetten kein Thema sind. Meistens betrachtet man die Uhr von schräg oben und sie ist wunderschön. Es gibt keinerlei störende Kanten, alles wurde perfekt designt. Natürlich könnte sie eine spur dünner sein aber für mich ist das absolut kein Thema. Weder am Design noch am Tragekomfort habe ich auch nur den geringsten Punkt auszusetzen.

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Auch der Tragekomfort des Sportarmbandes selbst ist ohne Fehl und Tadel, selbst wenn es relativ eng während des Sports getragen wird.

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Technik & Benutzung

Anders als das iPhone, das man immer wieder aktiv zur Hand nehmen musste, ist die Uhr einfach immer da. „Hey Siri, wie wird das Wetter?“ oder „Hey Siri, erinnere mich an…“ hat ungleich mehr Bedeutung, wenn man’s mal eben zwischendurch immer und überall der Apple Watch diktieren kann, ohne zuerst darüber nachzudenken, ob man denn nun das Handy gerade in Griffweite hat. Zudem scheint die Erkennungsrate von Siri auf der Apple Watch ausgesprochen gut zu sein (solange man bei der eingestellten Sprache bleibt).

Auch das vielfach bekrittelte Bedienprinzip (Wischen von oben = Benachrichtigungen, Wischen von unten = checks, Digitale Krone & Forcetouch) ging nach 2-3 Tagen in Fleisch und Blut über und stellte mich in keinster Weise vor Probleme. Auch die Interaktion mit Benachrichtigungen funktioniert vorbildlich. Werden einzelne Benachrichtigungen z.B. nach unten gezogen so können sie damit entfernt werden oder eben nach links gewischt und gelöscht werden. Sind mehrere Benachrichtigungen aufgelaufen, so können sie mittels Forcetouch schnell entfernt und als gelesen markiert werden. Das wäre doch was für’s iPhone, hmm, Apple?

Und wenn man sich mal den Bildlauf mit der digitalen Krone angewöhnt hat, will man gar nicht mehr mit dem Finger über den Bildschirm wischen um Listen durchzublättern. Ich habe mich sogar bereits dabei ertappt das kleine Rädchen am iPhone zu suchen…;-)

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Der kurze Zeitraum in dem jeweils das Display beim Heben des Handgelenks oder auch während diverser Interaktionen aktiviert bleibt, sollte von Apple allerdings anpassbar gemacht werden. Natürlich führt dieses rigorose Powermanagement dazu, dass die Uhr wirklich locker mit einer Ladung über den Tag kommt, oftmals wartet man aber auf die Aktualisierung eines Checks länger als das Display an bleibt – hier gibt’s also Raum für Verbesserungen. Wirklich störend ist dies aber sehr selten und „Dealbraker“ ist es dreimal keiner.

Display

Ich hatte zunächst Zweifel, dass dies tatsächlich ein retinadisplay sei. Ist es. Es ist wunderbar bunt und leuchtstark. Einzig bei prallem Sonnenschein kann’s manchmal schwierig werden alles genau zu erkennen. Allerdings ist man mit einer Uhr auch immer flexibler als mit einem Smartphone oder Phablet das Gerät so zu positionieren, dass es besser erkennbar und vielleicht vom Körper beschattet ist.

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Ansonsten ist das Display genial gut lesbar, dank OLED ist schwarz tatsächlich schwarz, das weiß erscheint neutral, Farben ausgewogen (bei Fotos z.B) bzw. knallig bei der übrigen UI.

Einzig, dass das Display mit dem Displayglas nicht wie beim iPhone 6 (Plus) „verklebt“ erscheint, sprich, das Bild nicht ganz wie aufgemalt erscheint, könnte man hier „bemängeln“. Wobei wir hier von einem Wertungsunterschied von 1 auf 1+ reden 😉

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Auch der unter (!) dem Display verbaute Umgebungslichtsensor funktioniert zuverlässig; in dunkler Umgebung wird die Helligkeit zuverlässig reduziert, umgekehrt in sehr heller auf das Maximallevel erhöht. Einwandfrei.

Als Sportracker & iPod

Auf die Apple Watch kann eine Playlist nach Wunsch synchronisiert werden; dies erfolgt nur dann, wenn die Apple Watch mit dem Strom verbunden ist, meist also über Nacht. Leider kann man nicht sagen, dass eben diese Playlist standardgemäß ausgewählt wird und dann über Airplay verbundene Bluetooth Headsets anspricht. Stattdessen werden standardgemäß die Playlists des iPhones angezeigt; drückt man da dann Play auf der Apple Watch und die Kopfhörer sind mit selbiger gekoppelt düdelt beim Sport das iPhone fröhlich los und die Kopfhörer bleiben stumm. Es muss immer manuell über Forcetouch die Apple Watch als Audioquelle ausgewählt werden – das ist etwas mühsam.

Das Aufzeichnen von Trainings funktioniert, speziell für die mitgelieferten Tranings (Indoorlaufen, Outdoorlaufen, Outdoorwalken, Outdoorradeln, Indoorwalken, Indoorradeln, Crosstrainer, Rudergerät & Stepper) einwandfrei. Problematisch wird’s leider beim Rest. Wird die Aktivität „other“ gewählt so zeichnet die Uhr zwar alles auf, die Herzfrequenzmessung erfolgt aber nicht kontinuierlich (sondern nur alle paar Sekunden) – damit ist dies mit dem eingebauten Herzfrequenzsensor für z.B. Krafttraining nur bedingt geeignet, da dies eher Intervalltraining, also einem Training mit stark wechselnder Pulsfrequenz ähnelt. Verwendet man einen Pulsgurt, wie z.B. den H7 von Polar, so funktioniet die Aufzeichnung zuverlässiger, wenngleich hier eklatante Unterschiede des Kalorienverbrauchs den die Apple Watch berechnet verglichen mit z.B. dem Polar Loop festzustellen sind.

Die restliche Schritt- und Aktivitätsaufzeichnung funktioniert auch zuverlässig und das freundliche antippen, man solle doch mal wieder aufstehen, empfinde ich als angenehm und motivierend. Wenn Apple die zur Verfügung stehenden Workouts noch stark erweitert, wäre die Apple Watch für mich der perfekte Fitnesstracker.

Akkulaufzeit

Ich kann nix anderes sagen als: Tadellos. Selbst an Tagen mit 90min Training, gekoppeltem Herzfrequenzsensor, Bluetooth Kopfhörern und aktiver Aufzeichnung und vielem sonstigen Nutzen der Uhr war am Abend nach 18h Laufzeit noch mindestens 10% Restladung vorhanden. An Tagen ohne Training sogar fast immer über 30%. Ja, die Uhr jeden Tag aufzuladen ist ein Muß, dann aber hat man überhaupt keine Probleme mit der Laufzeit.

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Zwischenfazit nach einer Woche

Ich gebe sie nicht mehr her. Speziell Apples hauseigene Apps funktionierend klaglos und perfekt, jene von Drittherstellern zicken aber ab und an noch bzw. ist der Nutzen nach wie vor bei vielen Apps nicht vollends gegeben (Yelp z.B. lässt keine Checkins oder Eselsohren zu usw.). Aber das wird sich alles sehr schnell massiv bessern. Die Hardware überzeugt auf ganzer Linie, die Benutzerführung geht nach kurzer zeit in Fleisch und Blut über. Wunderbar!

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6 Responses to 1 Woche mit der Apple Watch – Holgers Zwischenfazit

  1. Florian sagt:

    Super Artikel! Ich selbst bin schwer am überlegen mir die Uhr anzuschaffen.
    Sag, wie sieht es mit der Reinigung aus? Kann man die Uhr problemlos mit Wasser und Seife reinigen oder gar damit duschen gehen? Was mich auch noch interessieren würde ist, wie lade ich die Uhr auf und wie viel Akku verbrauche ich wenn ich nur die Uhr als „Uhr“ verwende?
    Danke, liebe Grüße.
    Florian von http://www.smartxdesign.at

    • Holger sagt:

      Hi Florian,
      also bislang hat bei mir zur Reinigung immer ein feuchtes Mikrofasertuch gereicht. Sah immer wieder aus wie neu. Aber auch lt. Apples eigenen Supportdokumenten darf man die Uhr durchaus unter fließendem Wasser reinigen. Allerdings natürlich nur kurz und nicht mit starkem Wasserdruck.

      Wie meinst du das, „wie lade ich die Uhr auf“??? Mit dem Ladegerät. LOL. 😉 Drauflegen – fertig. Dauert ca. 2h, dann ist sie wieder voll. Und wenn du sie nur als Uhr verwendest musst du zwischen „Gangreserve“ (=NUR Zifferblatt) und vollem Modus unterscheiden. Im untenstehenden Bild siehst du noch eine Gangreserve von über 2 Tagen und das, obwohl nur noch 5% Restladung in der Uhr waren.
      Akkunutzung

      An dem Tag hatte ich die Uhr um 8 Uhr morgens vom Ladegerät genommen, über 1h Training mit aktiviertem Bluetooth-Audio als iPod und den ganzen Tag über recht viel mit der Apple Watch gemacht. In Summe ist die Akkulaufzeit einfach großartig. Jede Nacht aufladen muss man sie aber dennoch. Nur als Uhr dürftest du im Gangreservemdodus sogar über einen Urlaub kommen. Allerdings – da würde ich dann schon eher eine klassische Uhr mitnehmen und die Apple Watch gleich ganz zu Hause lassen.

  2. derlinzer sagt:

    Die Series 2 könnte für Hobby-Sportler wie mich ein wahrgewordener Traum sein, jetzt, wo Laufen mit GPS sinnvoll abgedeckt ist.

    Was ich einfach nicht verstehen will, ist, was Apple davon abhält, mit ein paar kleinen Software-Tweaks ein wirklich vielseitiges Top-Produkt zu machen: Warum lässt sich bei ‚Sonstiges‘ nicht kontinuierliche Pulsmessung einstellen?

    Diese Kleinigkeiten sind um so besonders ärgerlich, da man sonst so viel richtig gemacht hat.

    • Holger sagt:

      Grundsätzlich stimme ich dir da zu, allerdings muss ich (da ich 4-5mal pro Woche Sport mache, u.a. „Sonstiges“) sagen, dass, wenn man die aufgezeichneten Sessions betrachtet (z.B. mit der App „Cardiogram“) die Uhr schon recht häufig misst und durchaus eine ganz gute Pulskurve abbildet.

      • derlinzer sagt:

        Also doch für Krafttraining geeignet?

        • Holger sagt:

          Also ich verwende die Apple Watch seit Erscheinen dafür und sie ist kontinuierlich besser geworden speziell was das Tracking von Workouts (was ich hauptsächlich mache) angeht.

          So sieht das dann z.B. aus:

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