Kurztest: Gillette Club Station; wenn der Rasierer ins Netz geht

Ich habe das in letzter Zeit irgendwie oft zu Freunden gesagt: Ich bin froh, in dieser unserer heutigen Zeit zu leben. Es gibt so viele spannende neue Projekte, so viel Technik, so viele Erfindungen und Ideen. Klar, nicht immer setzen sich alle durch oder werden alle Produkte von vielen Menschen angenommen oder für nützlich befunden, aber trotzdem: Es tut sich immer was. 🙂

Und jetzt z.B. wird (ganzkleinbisschenstolzbin) in Österreich von Gillette (die mit den Rasierern ;-)) ein Rasierer (Modell Fusion) mit einer “Haltestation” angeboten, über welche per Knopfdruck über das Internet Klingen nachbestellt werden können…

Die Sache ist eigentlich absolut Simpel. Für etwa 20€ gibt es die Gillette Club Station inklusive Rasierer “Gillette ProShield”. Die Station sieht aus wie ein Puck mit einer Vertiefung an der Oberseite, die zum Aufstellen des Rasierers dient; und laut Hersteller kann man über das Internet per Knopfdruck Klingen nachbestellen…

Nun höre ich bereits erste Unkenrufe: “Wer braucht das” und “wieso noch ein Gadget das einstaubt” usw. Sicher, in vielen Fällen sind diese Aussagen durchaus legitim; aber nicht jeder von uns wohnt entweder direkt neben einer Bipa Filiale (oder einem anderen Drogeriemarkt), hat arbeitsbedingt zur Öffnungszeit Zeit oder kommt eben aus anderen Gründen nicht so einfach in die Nähe eines entsprechenden Geschäfts. Aber letztlich ist es einfach der Komfort eines Tastendrucks, Bedenken beiseite schiebend, der hier punktet.

Was ist in der Verpackung?

Aufstellstation (der Puck ;-)) und ein handelsüblicher Gillette Fusion ProShield Rasierer nebst eines kleinen Booklets als Anleitung.

Wie funktioniert’s?

Der Hersteller hat sich Mühe gegeben, das System möglichst einfach und vor allem ohne große Hürden aufzusetzen. Man packt alle Teile aus und geht auf http://www.gillette.com/station. Nun ein Klick auf “Registrierung starten” und schon kann der Account angelegt werden. Nachdem man Name und Adresse sowie Zahlungsmittel hinterlegt hat, ist eigentlich alles bereits fertig. Dauert keine fünf Minuten.

Im vorletzten Schritt wählt man nun das gewünschte Produkt, welches bestellt werden soll, sobald man den Knopf drückt. Hier kann aus Klingen für das Modell “Fusion ProShield” ausgewählt werden, im Test standen sowohl die klassischen ProShield Klingen als auch jene mit “Chill” Funktion, einem leichten Kühleffekt, zur Auswahl. In meinem Fall sowohl im Viererpack als auch im Sechserpack.

Abgeschlossen wird die Einrichtung, in dem die ID, welche sich am Boden der Station befindet, eingegeben wird. Dabei muss man aufpassen, dass die Station Mobilfunkempfang hat! Kurze Zeit später ist alles installiert und betriebsbereit.

Accountverwaltung

Nichts Aufregendes aber man kann natürlich die gewünschte Rechnungs- und Lieferadresse nach Belieben auch nachträglich ändern oder sich auch für andere Klingen entscheiden. Hier kann auch die Erinnerungsfunktion zum Klingenwechsel eingestellt werden.

Diese Erinnerungsfunktion ist im Prinzip eine LED auf der Station (dem Puck) die zu blinken beginnt, wenn ein gewisser Zeitraum seit der letzten Bestellung vergangen ist. Standardgemäß sind hier 21 Tage eingestellt.

Nun, ich rasiere mich meist nicht täglich, von daher erscheinen mir 4 Klingen pro 21 Tage etwas viel, aber jeder wird selbst am besten wissen, wie oft er neue Klingen bei täglicher Rasur braucht.

Nach Ablauf der Erinnerungszeit blinkt jedenfalls die LED und man könnte den Knopf drücken und eine Bestellung auslösen.

Bestellung per Knopfdruck

Das funktioniert (tatsächlich) wie beschrieben. Man drückt den Knopf etwas länger als eine Sekunde, eine kleine weiße LED beginnt zu blinken und kurz darauf erhält man eine Email mit einem Bestellbutton. Klickt man auf selbigen so wird der Kauf abgeschlossen und mit der hinterlegten Kreditkarte bezahlt.

Mir ist klar, dass dieser Schritt rechtlich notwendig ist. Schöner wäre es natürlich ohne extra noch eine Email öffnen zu müssen. Immerhin aber reicht ein Klick auf den Button in der Mail, man muss keinen Browser bemühen.

Der Rest läuft ab, wie jede Bestellung in üblichen Onlineshops. Man erhält die Auftragsbestätigung von Bipa und später die Rechnung und die Versandbestätigung. 1-2 Tage später landen die Klingen dann im Postkastl.

Der Rasierer

Ich bin ja irgendwie bislang bei den schon ewig existierenden Mach3 Turbo Klingen hängen geblieben und fand, ehrlich gesagt, diese für meine Zwecke ob ihres Preises “ausreichend”. Vor vielen Jahren hatte ich in Paris an der Champs-Élysées einen eigenen Griff für diese Klingen gekauft und habe den immer noch im Einsatz.

Ich muss aber nun anerkennend sagen, dass da schon ein frappierender Unterschied zwischen den “modernen” Fusion ProShield Klingen und meinen guten alten Mach3 Klingen besteht. Die 5 Klingen fliegen durch die Stoppeln dass es tatsächlich eine Freude ist und selbst wenn ich ein paar Tage nachlässig war klappt das überraschend gut, selbst wenn man am Rasierschaum spart. Bei “ProShield” verteilt übrigens ein unter den Klingen angebrachter weiterer (Lubra)Streifen extra viel ähem… “Gleitmittel” das zur Beruhigung der Haut dient.

Wieviel davon Marketing ist und wieviel tatsächlich einen reellen Nutzen hat, vermag ich nicht zu sagen. Wohl aber, dass ich diese Klingen als außerordentlich angenehm empfand und während des Tests selbst bei täglicher Rasur bei mir keine Reizungen auftraten. Finde ich gut.

Der Griff dieses Modells (den ich optisch als ein wenig zu aufgedonnert empfinde) ist übrigens wunderbar flexibel, die klinge schwingt hier nämlich in alle Richtungen und Schnittverletzungen z.B. am Kehlkopf sind so fast ausgeschlossen.

Pro & Contra

++ einfache Inbetriebnahme
++ einfach in der Verwendung
++ Bestellung per Knopfdruck funktioniert wie beworben
++ Hochwertige Klingen und perfektes Rasurergebnis
++ Bestellungen werden auf das Bipa-Card Konto gebucht, wenn gewünscht

— Sehr hochpreisige Klingen
— Noch ein Gadget das irgendwann entsorgt werden muss

FAZIT

Was kann man also abschließend sagen? Alles in allem ein tolles Produkt. Was der Hersteller verspricht, wird geliefert. Die Bestellung funktioniert auf Knopfdruck, der Weg zur Drogerie entfällt und Aufpreis muss man auch keinen bezahlen, zudem wird aus Österreich geliefert, und das recht zügig. Die Klingen sind top, der Griff angenehm und flexibel. Alles in allem also wunderbar. Die Station ist aber leider verschraubt, ein Entsorgen und entfernen der Batterien wird so erschwert – das hätte man auch mit einem abnehmbaren Batteriedeckel lösen können – vielleicht eine Idee für “Version2”!

Hier geht’s zur Gillette Club Station bei Bipa.

2 Antworten auf „Kurztest: Gillette Club Station; wenn der Rasierer ins Netz geht“

  1. Ja, wenn ich mich noch glatt rasieren würde, das wär’ was für mich…

    Zu Deiner Bemerkung “Mir ist klar, dass dieser Schritt rechtlich notwendig ist. Schöner wäre es natürlich ohne extra noch eine Email öffnen zu müssen.”.
    Mir nicht, warum schafft das Amazon mit seinem Dash Button?

    Schönen Sommer…

    1. Hi Martin,
      ohne Jurist zu sein könnte das damit zusammenhängen, dass laut FAGG (Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetz) in Österreich immer mittels solch Buttons mit dem Wortlaut “zahlungspflichtig bestellen” (o.ä.) ein Verkauf stattfinden muss und zudem Amazon nicht zwingend der gleichen Rechtssprechung unterliegt. Andere Möglichkeit wäre auch, dass hier Mobilfunk zum Einsatz kommt während Amazon ja auf Wifi setzt, soweit ich weiß. Aber ich werde da nochmal nachhaken.

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