Auf den Ball gekommen: Dyson Ball DC36 Allergy Parquet [Review]

Dyson. Technik affinen Menschen als Hersteller von „anders“ anmutenden Haushaltsgeräten bekannt und jenen, die weniger mit der Technik am Hut haben, manchmal gänzlich unbekannt. Naja, nein, aber vielleicht suspekt. Ein Grund mehr mit etwaigen Vorurteilen aufzuräumen und die Produkte ins rechte Licht zu rücken.

Nun mal Butter bei die Fische. Wer mag staubsaugen? Bitte aufzeigen. Ja, ne, war klar. Dachte ich mir doch. Keiner von euch. OK, bislang war ich da der selben Meinung. Nicht zuletzt deshalb kurvt hier seit geraumer Zeit ein Roboter durch die Gegend um den gröbsten Schmutz zu beseitigen.

Geschätzte 10 Jahre ist es nun her, dass übrigens damals ein Dyson DC05 ins Haus kam. Seine Dienste hat er seither nie verweigert, wenngleich er etwas in die Jahre gekommen ist. Dank des neuen DC36 darf der DC05 nun in Pension gehen. Wohl verdient!

Die Modelle

Um Verwechslungen vorzubeugen sei gesagt, dass der DC36 der kleine Bruder des DC37 ist. Der DC36 wird von Dyson in zwei Varianten angeboten. „Carbon Fibre“ und „Allergy Parquet“. Letzteren haben wir getestet. Wieso „kleiner Bruder“? Nun, der DC36 ist etwa 1,5kg leichter als der DC37 und seine Abmessungen sind in allen Richtungen auch um ein paar Zentimeter, das Kabel um 1,5m, geschrumpft.

Die Dyson Ball Modelle

Das getestete Modell kommt in schickem Lila daher und wir sind guter Dinge, dass der robuste Kunststoff auch nach einiger Zeit der Benutzung noch trotz Gebrauchsspuren schön anzusehen ist. Wer sich für das große Modell, den DC37 entscheidet, sieht sich einem ungleich größeren Angebot an Modellen gegenüberstehen. Neben dem Allergy Parquet finden wir da noch Origin, Origin Plus, Allergy, Allergy Musclehead, Allergy Parquet, Allergy Parquett Musclehead, Animal Turbine & Animal complete im Modellsortiment.

 

Grundsätzlich unterscheiden sich die Modelle aber nur in Farbgebung und beigepacktem Zubehör. Die „Allergy“ Modelle des DC37 z.B. werden mit HEPA Filter geliefert, das des DC36 mit einem sehr feinen, ebenfalls lebenslangen Staubfilter; so auch das hier getestete Modell. Die Parquet Modelle haben zudem als Merkmal eine spezielle, wendige und flache Parkett-Düse zusätzlich beigepackt; fein!

Verpackung

Die Verpackung ist, Dyson typisch, sehr dunkel gehalten. Durchaus schick. Während die Außenschachtel durch und durch Pappe ist, wird im inneren leider jedes einzelne Teilchen in Kunststoff eingewickelt. Hier würde ich mir wünschen, Dyson würde anstatt des Kunststoffs natürliche Materialien verwenden. Nachhaltigkeit und so, ihr wisst schon.

Das Design

Wann auch immer man über Dyson Produkte spricht, so scheiden sich die Geister am Design. Manche meinen, es sei einfach „too much“, andere sind begeistert. Persönlich mag ich das Design und empfinde es immer noch als erfrischend anders. Wobei ich mir vermutlich keinen Dyson Fernseher mit dieser Designsprache kaufen würde. 😉 DAS wäre selbst für mich als Geek dann „too much“, lach.

Herausragendstes Merkmal ist sicher der Ball. Die große Kugel die den Motor beherbergt. Sie soll dafür sorgen, dass der DC36 besonders wendig ist und gut um Kurven und Möbelkanten wieseln kann. Der vordere Teil des Staubsaugers hat hingegen äußerst große Ähnlichkeit zum Vorgänger. Wir finden die gewohnten 12 Zyklone, den transparenten Zylinder der uns bestens über die vollbrachte Arbeit aufklärt (durch den sich darin ansammelnden Schmutz) sowie einige Schalter und Hebel um z.B . den Staubbehälter zu entriegeln und so über der Mülltonne den Inhalt zu entsorgen.

An Bedienelementen gibt es abseits der üblichen Hebel und Klappen um z.B. das Teleskoprohr auszuziehen und die Bodendüsen zu wechseln am Gerät (der Kugel) nur drei Tasten. Den roten Ein-/Ausschalter, die Taste für die Kabelaufrollung sowie eine Taste zum Entriegeln des Gerätes damit der Staubbehälter entnommen werden kann. Ein-/Ausschalter und Kabelaufrolltaste empfinde ich als etwas klein und filigran, hier hätten ruhig größere Tasten bzw. Druckflächen verbaut werden dürfen. Dennoch sind beide Tasten problemlos mit dem Fuß zu betätigen.

Qualitätsanmutung

Hier kommt es stark auf die Sichtweise an, wie man die generelle Qualitätsanmutung des DC36 bewertet. Gemessen am uralt Dyson DC05 fällt auf, dass z.B. das Teleskoprohr nun aus Kunststoff gefertigt ist und der Kunststoff des Staubbehälters dünnwandiger ist. Gestänge und Schalter wirken generell etwas “feiner”. Aber auch das ist nur ein subjektiver Eindruck und erst eine Benutzung über viele Jahre wird zeigen, ob eventuell an falscher Stelle gespart wurde.

Wer kein altes Gerät zum Vergleich hat, der sieht einen sehr robust gebauten Staubsauger. Und das, trotzdem das Gerät an allen möglichen Ecken und Enden Gummidichtungen und Fugen aufweist. Prinzipbedingt wird das Sauggut (was für ein Wort!) schräg in den Behälter eingeblasen. Die Einlassöffnung erscheint aber recht schmal. Größere Schmutzstücke (z.B. Ästchen von Zimmerpflanzen oder auch Papiertaschentücher) könnten sich so verfangen und das Gerät verstopfen. Könnten – im Test ist nichts dergleichen passiert.

Jegliche Schnapper und Kunststoffteile drehen und klappen quietschfrei und ohne den Eindruck zu erwecken, unterdimensioniert zu sein. Das ist gut. Generell wurde auf recht weiche und flexible Gummidichtungen geachtet, das ist auch definitiv hilfreich beim häufigen Gebrauch. Schließlich nimmt bei schlechten Dichtungen die Saugkraft ab.

Generell ist die Qualitätsanmutung als ausgesprochen gut, wenngleich Besitzer älterer Modelle bemerken, dass durchaus hie und da ein klein wenig gespart wurde.

Wartung

Eines ist klar – wo ein Beutelsauger eine große Klappe für den Beutel hat und sonst eher wenige bewegliche oder klappbare Teile aufweist, da hat der Dyson viel mehr “wartbare” Teile. Was nicht heißt, dass es obligatorisch ist, ihn jedes mal komplett zu zerlegen. Im alltäglichen Gebrauch reicht es die Entriegelungstaste auf der Kugel zu drücken um den Staubbehälter zu entnehmen, dann ein drücken der Entriegelungstaste für den Schmutz und schon landet selbiger im Müll. Staubwolke inklusive, wenn man nicht aufpasst.

Ich empfehle, die Dichtung des Staubbehälters sowie jene die die Verbindung zwischen Staubbehälter und Schlauch herstellt sowie die oben am HEPA-Filter bei jedem Entleeren feucht abzuwischen, damit diese optimal dicht sind.

Dyson selbst weist mehrfach darauf hin, dass die zwei großen Filter im inneren des Gerätes (einer mittig innerhalb des Staubbehälters, einer in der Kugel) mindestens einmal pro Monat mit kaltem Wasser von Hand gewaschen werden sollten. Das erhält die Saugkraft.

Das “Ball”-Konzept

Vollmundig verspricht die Werbung einen kleinen, leichten und vor allem äußerst wendigen Staubsauger. IST der DC36 aber nun tatsächlich so flexibel? Ja. Der kleine DC36 wuselt brav seinem Herrchen hinterher und nimmt jede noch so scharfe Richtungsänderung spielend. Nur über’s eigene Kabel zu holpern bringt ihn ein wenig aus dem Gleichgewicht. Ansonsten, solange man nicht am Ende des Kabels angelangt ist, ist das Konzept sehr gut gelungen.

Einziges Manko: Der DC36 ist klein (das ist gut) aber er hat natürlich daher auch wenig Platz für ein langes Kabel das ja im Ball aufgewickelt wird. Erreicht man nun das Ende des Kabels und spannt es damit so kann es bei genügend Schwung dazu führen, daß der DC36 quasi abhebt und dann in den meisten Fällen auf der Seite liegen bleibt. Was man “besser” machen hätte können, vermag ich natürlich nicht zu sagen; ein schwererer DC36? Weniger Leistung und dafür ein dünneres und längeres Kabel? Beides keine wirklich tollen Optionen. In Summe ist er schon gut so, wie er ist. Man muss halt nur aufpassen, öfter mal auf das Kabel zu achten. Oder man kauft gleich den DC37 der 1,5m mehr Kabel mitbringt.

Saugkraft

Außerordentlich gut. Vielleicht saugen manche Sauger noch ein Quäntchen stärker, der Dyson bleibt aber seinem Werbeversprechen treu und verliert nicht ein Bisschen an Saugkraft. Auch dann nicht, wenn der Staubbehälter voll ist.

Wenn der DC36 sich als ebenso robust und langlebig wie der DC05 entpuppt macht er den Mehrpreis für die Marke Dyson über seine Lebensdauer mehr als wett. Vorausgesetzt natürlich man redet von Staubbeuteln vom Markenhersteller und keine undichten Bazillenschleudern aus dem Discounter 😉

Leider hat auch der DC36 (wiewohl auch schon seine Vorgänger) einen gewissen Flaschenhals beim Eingang zum Staubbehälter. Das ist vermutlich der gewollten Luftbeschleunigung geschuldet, schließlich soll sich ja möglichst früh der Zyklon bilden, der die Luft vom Schmutz trennt! Große Stücke sollte man aber nach wie vor eher nicht einsaugen.

Bedienung & Benutzung

Nun, wirklich Rätsel gibt der DC36 niemandem auf, wenn man mal alle Bedienelemente als solche identifiziert hat. Dyson hat prinzipiell Bedienelemente sehr gut gekennzeichnet. Der Hebel zum Ausziehen des Teleskoprohrs z.B. ist knallrot. Ebenso der Hauptschalter. Generell sind alle bedienbaren Elemente gut gekennzeichnet und mit recht eindeutigen Symbolen versehen. Lediglich bei der Anleitung hätte ich mir etwas weniger Piktogramme und etwas mehr beschreibenden Text gewünscht. Auch sind hier mehrere Spalten in unterschiedlichen Sprachen nebeneinander was eher verwirrend ist. Papier sparen gut und schön, aber lieber ein paar Blätter mehr bei der Anleitung an Papier, dafür das Heft nicht in Kunststoff einschweißen…

Die Benutzung des Geräts ist äußerst einfach. Kabel ausziehen, anstecken, roten Schalter zum Einschalten betätigen und es kann losgehen. Wie oben beschrieben beruht dieser Dyson auf dem “Ball” Konzept und ist sehr wendig. Dies funktioniert auch tatsächlich wie in der Werbung beschrieben. Problematisch ist allerdings bei diesem kleinen Modell das sehr kurze Netzkabel. Ist dessen “Ende” erreicht und man bemerkt das nicht, kippt der Staubsauger schnell um. Das ist nicht weiter tragisch, kann aber am Gerät zu Kratzern führen.

Man kann hier aber beim DC36 schwerlich Dyson einen Vorwurf machen. Der Ball weist einfach nicht genug Stauraum für ein längeres Kabel auf! Außerdem ist der DC36 schwerlich für ‘Wohnungen >100m2 gedacht. Für größere Wohnungen sollte man definitiv zum DC37 greifen, dieser weist nämlich 1,5m mehr Kabel auf (6,5m anstatt 5m).

Was ich etwas schade finde ist, dass das Teleskoprohr nicht mehr so einfach ausgezogen werden kann, wie noch beim DC05. Hier mußte man nur eine Manschette anfassen und das Rohr auseinanderziehen, diese Manschette war zudem recht weit oben am Griff und damit gut erreichbar. Beim DC36 ist die Entriegelung allerdings am unteren Ende des Teleskoprohres und damit schlechter erreichbar.

Lautstärke

Von einem Staubsauger zu erwarten er würde sich punkto Lautstärke mit einem Tintenstrahldrucker messen, wäre vermessen. Dennoch gibt es natürlich mittlerweile ausgesprochen leise Geräte am Markt und gerade jene die vielleicht bis spät Abends arbeiten und die Hausarbeit so in den Abend- und Nachtstunden erledigen müssen, wird sehr an einem leisen Gerät gelegen sein.

Also… wirklich “leise” ist der DC36 nicht, wenngleich er nicht die Lautstärke eines DC05 erreicht. Dennoch ist auch dieser brandneue Dyson immer noch lauter als manche andere Geräte am Markt. Das alles ist aber vollkommen subjektiv gesprochen, denn jeder empfindet Lautstärke anders. Als Person die an den DC05 gewöhnt ist, ist der DC36 durchaus ein merklicher Fortschritt 😉

Fazit

+ kompakt
+ sehr wendig
+ einfach zu entleeren
+ auswaschbare Filter die ein Staubsauger Leben lang halten sollen
+ ordentliche Saugkraft
+ kein Saugkraftverlust da beutellos
+ waschbare Filter, daher 99,9% gefilterte Luft – gut für Allergiker geeignet(sagt Dyson)
+ ergonomischer Griff

– Kaum Metallteile (Saugrohr, Hebel etc. sind aus Kunststoff)
– Kabel durch die geringe Baugröße ausgesprochen kurz (5m)
– verhältnismäßig laut für solch kleine Maschine
– trotz der Wendigkeit fällt er schnell mal um, wenn am Kabelende  zu stark gezogen wird

 

Update 05. Oktober 2016

Viereinhalb Jahre war nun der DC36 bei uns im meist wöchentlichen Einsatz. Er bewältigte einen Umzug, viele Stockwerke, zahllose abgesaugte Sofakissen und auch jegliche sonstige Alltagsaufgaben mit Bravour. Keine Ausfälle und nicht das kleinste Stückchen abgebrochenes Plastik. Perfekt und die für mich nun schon seit fast 15 Jahren gewohnt hohe Dyson Qualität. Alles original, nichts nachgekauft, selbst die Filter sehen dank Waschbarkeit aus wie neu. Ich mag Dyson.

3 Antworten auf „Auf den Ball gekommen: Dyson Ball DC36 Allergy Parquet [Review]“

  1. Super ausführlicher Beitrag! Da wissen wir ja schon, welche Anschaffung als Nächstes ansteht! 🙂 Das Design finde ich auch perfekt, auch wenn lila nicht ganz meine Farbe ist. P.S. Auch wenn man das nicht laut sagen sollte, aber Staubsaugen ist mir von den Hausarbeiten echt die liebste…

  2. Nun, Staubsaugen ist zwar nicht mein Favorit bei den Hausarbeiten (Geschirrspülerbenutzung ist es eher), aber mit dem kleinen Dyson ist es tatsächlich relativ angenehm 🙂

    Lila ist zwar eine Geschmacksache, aber glücklicherweise ist Dyson nicht mehr auf dem Farbmix-Trip wie damals beim DC05 mit “gelb+lila”!

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