Man kennt das ja. “Da läuft der Lurch!” sagt der Österreicher bzw. “Wollmäuse bewegen sich über’s Parkett” sagt der Deutsche. Um die Staubsaugerroboter Roomba 581 und Roomba 780 haben wir uns ja reviewtechnisch bereits gekümmert, die Grundreinigung sollte also bei allen Lesern bestens abgedeckt sein ;-). Nun aber zu den Feinheiten!

Der Dyson Akkustaubsauger DC34 richtet sich nun gegen den Schmutz, der übrig bleibt in Winkeln und Ecken, zwischen Vasen, auf Boards und in Küchenecken. Die Ecken, die wir entweder nicht erreichen, weil die Bürste des Bodenstaubsaugers oder der Roomba selbst zu groß ist, oder weil wir einfach nur zu faul sind.

Kann aber der (nicht ganz billige) DC34 die Erwartungen erfüllen und bietet hohe Saugleistung, keinen Saugkraftverlust und einfache Bedienbarkeit? Na mal sehen!

 

Verpackung, Aufbau & Design

Dyson setzt bei der Verpackung zu großen Teilen auf Karton, was sehr löblich ist. Leider ist aber jedes Einzelteil in Kunststoffbeutel verpackt. Hier hätte ich mir z.B. biologisch abbaubares oder auch Zellulose-Fließ gewünscht. Aber alles ist besser, als Styroporschalen udgl. Auch bleibt die Verpackung der Dyson Designlinie treu und setzt auf dunkle Farben außen, der DC34 ist groß abgebildet, die Features werden in mehreren Sprachen beschrieben. Etwa 3kg müssen vom Postamt, im Fall der Fälle, nach Hause geschleppt werden.

Einzigartig sieht er aus, der DC34 von Dyson. Ob er gefällt, hängt vom Nutzer ab, das Design spaltet bei Dyson seit jeher die Gemüter. Persönlich finde ich’s toll. Dyson unterscheidet die einzelnen Modelle nicht durch protzige Aufdrucke sondern die Farbgebung der Root-Cyclon Abdeckung. So ist das “Basismodell” in einer Art dunklem pink gehalten, die Variante mit Turbobürste und dem Namenszuatz “Animal Pro” in lila und jene die wir hier testen, die sich “Car & Boat” nennt, in blau. Dem getesteten Modell liegt, zusätzlich zum “Animal Pro” noch ein Verlängerungsschlauch sowie ein 12V Autoladeadapter bei.

Abgesehen vom blauen Oberteil ist der Rest des DC34 in dunklem silbergrau gehalten. Der Staubsauger ist hübsch symmetrisch aufgebaut und gut ausbalanciert. Der Motor befindet sich über dem Handgriff, der Akku darunter. Der DC34 hat einen 22,2V Akku im Gegensatz zum DC30 der nur 14,8V aufweist.

Ganz vorne finden wir natürlich die Saugöffnung an welche die elektrische (also separat angetriebene) Turbobürste oder eine Universaldüse angesteckt werden kann. An diesen Anschluss passt auch der Verlängerungsschlauch der aber einen irgendwie “gakeligen” Eindruck machte obwohl er sehr dehnbar und flexibel schien.

Zentral finden wir den Auffangbehälter für den Staub der ein Volumen von 0,35l hat. Bequem kann man den Staub und die Partikel mit einem Handgriff über eine rote Entriegelungstaste in einen Abfalleimer entleeren. Aber hier gilt es, vorsichtig zu sein. Auch bei den größeren Modellen wird oftmals bemängelt, daß alle HEPA Filter gut und schön seien, aber was nützt es, wenn beim Entleeren des Staubsaugers der Nutzer in einer Staubwolke untergeht. Hier sehe ich bei einem Akkustaubsauger weniger das Problem, da dieser einerseits wohl eher für Brösel und Wollmäuse verwendet werden dürfte als zur wohnungsweiten Staubbeseitigung.

 

Leistung & Bedienung

Der DC34 hält, was die vollmundige Werbung verspricht. Enorme Saugkraft für einen Akkusauger und egal, wie hoch der Füllstand im transparenten Auffangbehälter auch sein mag – die Saugleistung ändert sich nicht. Wird der DC34 z.B. mit der Turbobürste über eine Matratze oder einen Teppich bewegt ist man sofort erstaunt, wieviel ultrafeinen Staub er auf Anhieb aus dem Objekt extrahiert. Volle Punktezahl, das erwartet man von einem Akkustaubsauger eher nicht.

Zur Bedienung gibt’s kaum etwas zu sagen. Die oft benötigten beiden Tasten zum Ein- und Ausschalten sowie  zum Entleeren des Behälters sind rot, der Schnapper, der das Gehäuse oben zusammenhält entspricht der Typ-Farbe, in unserem Fall blau. Der eingebaute Filter sollte einmal im Monat gewaschen werden, hier ist sehr praktisch, daß man das bequem am Wasserhahn erledigen kann.

An sich muß nur die gewünschte Düse aufgesteckt werden, wie bei einer Pistole wird durch drücken der Taste mit dem Zeigefinger der Motor angeworfen und saugt sodann sehr kraftvoll fast alles auf, was nicht niet- und nagelfest ist. ;-) Nein, ganz im Ernst, die Saugkraft ist zwar natürlich geringer als bei den Großen, aber für einen Akkustaubsauger ausgesprochen kraftvoll.

Das Entleeren des Behälters gelingt einfach und schnell, allerdings sollte man darauf achten, eventuell den Müllbeutel fest an den Behälter zu legen, bevor man diesen entriegelt, um eine Staubwolke zu vermeiden, sofern man viel feine Partikel aufgesaugt hat.

Was uns nicht ganz so gut gefiel war der Griff des DC34. Dieser könnte durchaus noch ergonomischer geformt sein um das doch relativ hohe Gewicht besser halten zu können. So kann, wenn man mal einen Intensivputz vor hat, der Arm durchaus ermüden, wenn man vielleicht an verwinkelten Stellen saugen will.

Auch ist der DC34 (wie auch seine Brüder und Schwestern) relativ groß. Wer damit das Auto reinigen will, könnte, speziell hinter/unter den Sitzen so seine Probleme bekommen. Dem “Car & Boat” ist aber ein sehr flexibler Schlauch beigelegt, der dieses “Problem” umgeht und daher definitiv empfehlenswert ist. Durch das beigepackte 12V Autoladegerät kann der DC34 zudem auch im Auto oder im Wohnmobil aufgeladen werden.

Hier ein wirklicher Kritikpunkt: Ein Betrieb während des Aufladens ist nicht möglich. Klar, einen Akkustaubsauger am Kabel zu nutzen macht wenig Sinn. Aber wenn alles bis auf einen Raum fertig geputzt ist und nur noch ein paar Winkel fehlen, will man nicht erst 3,5h warten, bis der Akku wieder voll geladen ist. Das wiederum, nämlich die schnelle Ladezeit, ist definitiv ein Pluspunkt. Wobei ein richtiger Schnelllademodus, der den DC34 z.B. in 30min wieder einsatzbereit macht, auch nicht schaden würde.

Akkulaufzeit

Weil wir gerade vom Aufladen und dem Akku reden. Essentiell für die Verwendung eines Akkusaugers ist natürlich die Standzeit des Akkus. Hier fordert die hohe Saugkraft des DC34 ihren Tribut. Mehr als 15min sind nicht aus dem Energiespeicher rauszuholen. Sofern man auf die Stromsparstufe mit weniger als der halben Leistung geschaltet hat. Mit Maximalleistung sind’s gar nur sechs Minuten (6min !).

Fairerweise muß man dazu sagen, daß die Frühstücksbrösel (Krümel) in sechs Minuten sicher dreimal weggesaugt sind und wenn man wöchentlich jene Winkel, die der Bodenstaubsauger nicht erreicht, mit dem DC34 reinigt, reicht auch hier die Akkulaufzeit. Wer aber z.B. das ganze Auto saugen will und z.B. aufgrund eines Vierbeiners auch die Turbobürste verwendet, der guckt schnell in die Röhre und kann die Reinigung erst nach dreieinhalb Stunden wieder fortsetzen. Hier wäre ein optional erhältlicher stärkerer Zusatzakku wünschenswert. Der extrem hohe Preis von fast 60€ für einen Ersatzakku (UVP von Dyson.de) ist allerdings mehr als ärgerlich. Selbst das große Akkupaket von Roomba kostet “nur” etwa 50€.

Erfreulich ist aber generell das große Zubehörsortiment. Eigentlich gibt’s ja fast nichts, das es an Düsen nicht gibt.

Was ich mir bei einem Premiumgeräte wie diesem weiters gewünscht hätte, wäre eine Akku-Zustandsanzeige. Leider wird man nicht darüber informiert, wieviel Saft noch im Energiespeicher steckt. Will man also z.B. nicht nach jedem 30 sekündigen Saugintermezzo aufladen und wiederholt dies mehrmals die Woche so hat man nach ein paar Tagen keinen Überblick mehr, wieviele Minuten der DC34 noch seinen Dienst verrichten kann. Zumindest eine grobe drei Segment Übersicht wäre hier wünschenswert gewesen. Da es ein Dyson ist, wäre eher ein kleines e-Ink Display angebracht, das minutengenau anzeigt, wieviel Saugzeit noch übrig ist.

Fazit, Pro & Contra

Der Dyson DC34 Car & Boat ist definitiv ein Musterstück unter den Handstaubsaugern. Dyson hat ein umfangreiches Paket geschnürt das kaum etwas vermissen lässt außer einen Tauschakku. Alle die tatsächlich das Auto oder das Boot (?) mit dem Dyson DC34 reinigen möchten, sollten zu diesem Paket greifen, da erst der flexible Verlängerunsschlauch schwer zugängliche Bereiche saugbar macht und das 12V Ladegerät ein Aufladen zwischendurch auch im Auto z.B. ermöglicht. “Gegen” den DC34 spricht eigentlich nur der hohe Preis. Allerdings kann ich aus persönlicher Erfahrung sagen (wir haben zu Hause seit über 10 Jahren (denke ich) einen DC05 im Betrieb), daß Dyson Staubsauger für die Ewigkeit gemacht zu sein scheinen. Sofern Dyson nach wie vor auf so hohe Qualität setzt, ist der hohe Preis für den DC34 also definitiv gerechtfertigt. Am liebsten würden wir den Kleinen ja als neues Redaktionsmitglied behalten, wenn er nicht bald die Heimreise zu Dyson antreten müsste.

Pro

  • Hohe Saugkraft
  • Kein Saugkraftverlust auch bei vollem Behälter
  • einfache Bedienung
  • einfache Entleerung
  • auswaschbarer Filter
  • LiIon Akku
  • Robuster Aufbau
  • Elektrobürste beigepackt
  • Der Akku ist schon in 3,5h wieder voll geladen

Contra

  • Preis (239€ UVP lt. Dyson.de)
  • Gewicht (1,3kg)
  • Akkulaufzeit und keine Akku-Zustandsanzeige (6 bzw. 15min)
  • Ein Betrieb während des Aufladens ist nicht möglich

 

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  • http://www.queergedacht.de Hans-Georg

    Wir haben seit ein paar Jahren ein Vorgängermodell in Betrieb. Das Ding ist echt der Hammer. Er saugt und saugt – bis der Behälter voll ist. Dann hört er einfach auf und das Ding muss entleert werden. Das machen wir nicht in der Wohnung sind draussen direkt über den Müllbehältern. Deckel auf, rote Taste drücken. Und plopp – die unter Abdeckung geht auf und der ganze Dreck fällt in die Tonne.
    Krümel vom Frühstückstisch, Wollmäuse, die durch die Wohnung wuseln, der kleine Dreck mal zwischendurch – den Dysonakkusauger möchten wir nicht mehr missen.

    • http://www.macmaniacs.at Holger

      Ja, den Dyson würden wir sofort auch gerne und oft privat nutzen!

  • http://www.handsauger-test.de Maria

    Der DC35 boat&car ist bei uns jetzt schon seit Jahren in Gebrauch und saugt fast immer noch so gut wie am ersten Tag. Ein Super gerät was wir vermissen werden. Mit Kind und Kegel war das Auto früher oft Schmuddelig, man fährt ja auch nicht jeden Tag zur Tankstelle saugen. Aber kurz den DC35 holen und durchsaugen ist ja kein Problem.

  • http://www.macmaniacs.at Holger

    Yep, da hast du recht!

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