Fast zwei Jahre sind vergangen, seit wir euch den Braun Series 7 Rasierer aus dem „Premium-Segment“ vorgestellt hatten. Das Gerät war bislang unverändert im Einsatz und zeigt bislang keine Schwächen. Der Akku des Series 7 ist nach wie vor sehr gut, die Reinigungsfunktion funktioniert perfekt, der Scherkopf ist immer noch scharf.

Braun hat sich natürlich aber währenddessen nicht ausgeruht und das schon sehr ausgereifte Modell der siebener Reihe weiter verbessert. Mit dem „Series 9“ hat der Hersteller daher ein neues Pferd im Rennen und da sehen wir uns für euch natürlich gerne an, was verbessert wurde und wie sich „der Neue“ generell schlägt.

Verpackung & Lieferumfang

Nach wie vor bewegen wir uns weit jenseits der 200€ Marke und dafür darf man natürlich kompletten Lieferumfang erwarten. Wie schon beim Series 7 ist alles in der Verpackung, das man zum sofortigen Start benötigt. Rasierer, Etui, Reinigungsstation, eine Kartusche mit der Reinigungsflüssigkeit sowie Netzgerät und Bürstchen – alles da. Lediglich geladen ist der LiIon Akku leider nicht, das ist schade und zudem für den Rasierer bzw. seinen Akku nicht der optimale Transportzustand.

Ich hätte mir aber, wie schon beim Series 7, gewünscht, dass das Netzgerät ins Reise-Etui passt und zumindest ein Gutschein für eine oder mehrere vergünstigte Reinigungskartuschen beiliegt. Das würde, gerade bei diesem neuen Topmodel, den guten Ersteindruck nochmals verbessern.

Design & Haptik

Obwohl der Series 9 genau genommen nicht der „Nachfolger“ des Series 7 ist sondern ein höher positioniertes Modell, hat Braun hier dennoch merklich nachgebessert; der zwar (immer noch) präsente Kunststoff ist nun noch hochwertiger gefertigt und ist an den meisten Stellen kaum von Metall zu unterscheiden, solange man nicht die „Temperaturprobe“ macht. Sehr hochwertig kommt das Gerät daher und zudem ist es nun auch optisch noch ein ganzes Stück stimmiger geworden.

Nach wie vor liegt der Rasierer sehr gut in der Hand, den weichen und griffigen Gummi am Gehäuse finden wir, sehr angenehm bei der täglichen Benutzung. Witzig dass auf fast allen Werbefotos eine Zahlenanzeige am Display des Rasierers zu sehen ist, zumindest mein Testmuster sich aber auf die Anzeige von Ladebalken zu begrenzen scheint…hmmm, die 9 soll wohl für „Series 9“ stehen, ein bisschen irreführend ist das dann aber doch (wenngleich auch irrelevant) 😉

Der Scherkopf ist wunderbar flexibel und gefedert wie man es vom kleineren Series 7 gewohnt war, de facto wurde der Scherkopf aber angeblich weiter verbessert und passt sich den Konturen des Gesichts noch besser an.

Die früher noch auf der rechten Seite des Kopfes befindliche Verriegelungstaste ist nun praktisch zu einem großen Schieber geworden, der bequem mit dem Daumen bedient werden kann. Noch so eine Kleinigkeit, die zeigt, dass sich der Hersteller aktiv auch um kleine Verbesserungen gekümmert hat. Dies gilt auch für den, nun an die Unterseite gewanderten, Anschluß für das Stromkabel, wenn man mal auf Reisen ist. Viel praktischer als der Anschluß auf der Geräterückseite des Series 7. Auf der Rückseite finden wir nämlich nur noch den Langhaarschneider sowie die Ladekontakte für die Reinigungsstation.

Auf der Vorderseite finden wir neben der bereits erwähnten großen und griffigen Verriegelungstaste des Scherkopfes noch den Ein/Ausschalter sowie ein Display zum Anzeigen des Ladezustandes (mittels mehrerer Balken) sowie einer kleinen Anzeige, ob eine Reinigung anzuraten wäre, oder nicht.

Inbetriebnahme

Wie ebenfalls bereits erwähnt kam der Series 9 komplett entladen bei uns an. Das war auch beim Series 7 so und ist für LiIon Akkus eigentlich nicht empfehlenswert. Nun ja, kann man nicht ändern; loslegen mit der ersten Rasur kann man also erst etwa eine Stunde später, nachdem der fest eingebaute Akku voll geladen wurde.

Anzumerken ist aber, dass bereits 5min am Ladegerät ausreichen um eine Rasur durchzuführen; um den Akku zu schonen wurde dieser aber  zuerst mal voll geladen. Damit sollen dann übrigens ca. 50 Rasurminuten möglich sein.

Der Rasierer kann entweder zum Laden in die Ladestation gestellt werden oder direkt mit dem Netzgerät verbunden werden (praktisch auf Reisen).

Um die Lade- und Reinigungsstation in Betrieb zu nehmen muss zunächst die (sich nun rückwärtig befindliche) Entriegelungstaste gedrückt werden. Die Station öffnet sich und man kann von hinten nun die geöffnete Reinigungskartusche einsetzen. Station wieder schließen, Strom anstecken und schon kann man loslegen.

Der Rasierer zeigt mittels des Displays sowie einem Piepgeräusch an, wenn der Ladevorgang erfolgreich gestartet wurde, ein weiterer kleiner Pluspunkt gegenüber dem Series 7 der den gestarteten Ladevorgang nur am Display anzeigte. Das ist allerdings auch irgendwie notwendig…

Was ich irgendwie nicht ganz so gut gelöst finde: Die Ladestation ist zum Einen nicht ganz so hochwertig wie die des Series 7, der Kunststoff der Station beim Series 9 wirkt preiswerter. Und: Irgendwie fällt der Series 9 nicht ganz so zuverlässig in die Ladestation und stellt Verbindung zu den Ladekontakten her, wie der Series 7. Ist man das mal gewohnt ist es kein Thema und man achtet einfach ein bisschen stärker darauf. Dennoch: Im direkten Vergleich bemerkt man es halt. Dafür wiederum steht der Series 9 endlich gerade und nicht mehr schief in der Station.

Betriebsgeräusch & Reinigungsstation

Das Betriebsgeräusch des Series 9 ist, wie auch beim Series 7, angenehm leise. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu berichten.

Da ein Video aber viel mehr sagt als 1000 Worte, hier zwei kleine Demonstrationsvideos.

Geräusch Betrieb

Geräusch Reinigung

Die Rasur

Mein Bart ist ziemlich widerborstig (nach wie vor) und grundsätzlich haben elektrische Rasierer es bei mir nicht leicht. Ich trage zudem meist einen Vollbart und rasiere daher meist nur den Hals weshalb ich für einen umfassenden Testbericht freundliche Hilfe in Anspruch nahm.

Meine persönliche Erfahrung

Grundsätzlich war die Rasur gründlich, allerdings nur bei täglicher Rasur. Speziell nach dem zweiten oder gar dritten Tag wurde es bei meinem Barthaar mühsam, speziell an stellen wie dem Kehlkopf alle Haare zu erwischen. Auf den Wangen wiederum funktionierte die Rasur selbst bei etwas längeren Haaren deutlich besser. Auch stellen am Hals an denen man ggf. einen kleinen Wirbel hat, die Haare also nicht in eine Richtung wachsen, sind umso problematischer, je länger die Haare sind.

Dabei spielt es grundsätzlich wenig Rolle ob man die Rasur nass oder trocken durchführt. Obwohl ich elektrische Rasur nicht gewohnt bin kam es beim Series 9 zu keinerlei Hautreizungen, selbst dann nicht, als ich bei Trockenrasur mehrfach über die selben Stellen rasieren musste. Super und vor allem noch eine Spur angenehmer als beim Series 7.

In meinem Test kam es kein einziges mal zu Schnitten oder zum Zupfen an längeren Haaren allerdings sollte man den Rasierer, wie gesagt, wirklich täglich oder spätestens alle zwei Tage benutzen; längere Haare sind für den Scherkopf einfach nicht geeignet und man muss so die selbe stelle sicher vier bis fünfmal passieren bis alles abrasiert ist.

Eine zweite Meinung

Ich hatte ja das hochwertige Äußere bereits erwähnt; das kam zwar auch beim zweiten Tester gut an, allerdings wurde das höhere Gewicht des Series 9 im Vergleich zum darunter positionierten Series 7 moniert. Hinsichtlich der Gründlichkeit der Rasur konnte unser zweiter Tester keinen Fortschritt zum Series 7 feststellen.  Hier ist natürlich sowohl das Ergebnis bei uns beiden rein subjektiv und wird sich auch zu einem dritten Tester durchaus unterscheiden. Die Unterschiede in der Gründlichkeit sind jedenfalls relativ gering, auch wenn Braun beim Series 9 mit den neuen „HyperLift & Cut“  und „Direct&Cut“ Trimmern im Scherkopf wirbt.

Zusammenfassend meinte Tester 2 dass das Ergebnis zwar nach wie vor gut wäre, außer dem Design er aber kaum Kaufgrund im Vergleich zum etwas günstigeren Series 7 sähe.

Grundsätzliches zur Rasur

Wer eine Nassrasur bevorzugt, der kann natürlich klassischen Rasierschaum oder Rasierseife verwenden – der Braun Series 9 funktioniert auch hier sehr gut, sofern man das Gerät nahezu täglich verwendet.

Was der Hersteller sich allerdings sparen hätte sollen ist der Langhaartrimmer; dieser soll ja eigentlich dazu dienen um z.B. die Kanten der Koteletten einzukürzen oder auch ggf. eine Bartlinie zu kürzen. Leider aber ist dieser Trimmer ungenau, viel zu schmal und nicht sonderlich scharf.

Dennoch: Eine scharfe Klinge und klassische Nassrasur ist nach wie vor eine Spur gründlicher (und meist eine viel größere Sauerei). Der Series 9 schafft es nämlich im Waschbecken bzw. grundsätzlich im Badezimmer so gut wie keine Bartstoppel zu verteilen. Das landet alles am Ende in der Reinigungsflüssigkeit nach erfolgter Reinigung.

Die erste Reinigung

Am Gerät sieht man mittels eines Wassertropfens den Reinigungsbedarf angezeigt. Wird das Gerät nach der Rasur dann in die Reinigungs- und Ladestation gestellt, so zeigt selbige in drei Stufen den Verschmutzungsgrad an. Wird dann die eine zentrale Taste gedrückt, so wird die Reinigung gestartet und das Alkohol/Öl Gemisch durch den Scherkopf gepumpt während der Rasierer vor sich hin summt.

Der Series 9 steht dabei optisch ansprechend gerade in der Reinigungsstation und der Reinigungsvorgang verläuft wunderbar einfach und zuverlässig, das Gerät wirkt stets frisch. Natürlich aber können sich vereinzelt trotzdem mal ein paar Haare festsetzen, ich empfehle also, gelegentlich nachzusehen und das Gerät unter frischem Wasser vor der eigentlichen Reinigung (die Flüssigkeit schmiert nämlich auch gleich den Scherkopf) auszuspülen und dann wie gewohnt zu reinigen.

Je nach erkanntem Verschmutzungsgrad dauert die Reinigung auch entsprechend länger; alles in allem jederzeit ein gutes Ergebnis. Bei diesem Modell wird der gereinigte Scherkopf auch aktiv über ein kleines Gebläse getrocknet, ein willkommener Fortschritt.

Gefühlt verbraucht der Series 9 bei der Reinigung mehr Reinigungsflüssigkeit als der Series 7; nach 3-4 Wochen war die Kartusche bei täglicher Anwendung erschöpft und musste getauscht werden. Das entspricht weitgehend den Herstellerangaben.

Wartung

Wie schon beim Series 7 ist auch der Series 9 so gut wie wartungsfrei. Außer die Kartuschen zu tauschen, wenn das zugehörige Lämpchen angeht, ist nichts zu tun. So bleibt der Rasierer ohne merklichen Pflegeaufwand lange frisch und scharf. Wer natürlich an den Reiniungskartuschen sparen will, kann das Gerät auch mit Wasser ausspülen und gelegentlich etwas Nähmaschinenöl auf den Scherkopf tropfen. Dieser Person wird wohl aber kaum zu solch einem Modell mit Reinigungsstation greifen 😉

Kosten

Die Kosten variieren natürlich extrem stark mit den Nutzungsgewohnheiten. Wer täglich rasiert und das Gerät danach reinigt verursacht ungleich höhere Kosten für Kartuschen und Scherkopf als Personen, die z.B. sich nur jeden zweiten Tag rasieren oder z.B. nur den Hals rasieren. Etwa 28€ würden 7,5 Kartuschen für ein Jahr kosten. Nach meinen Erfahrungen mit dem Series 7 würde ich von einer Scherkopfeinheit für etwa 50€ alle zwei Jahre ausgehen – das ist durchaus etwas günstiger als z.B. die Nassrasur mit teuren Gilette-Klingen und gutem Rasierschaum – sofern man die Anschaffungskosten nicht einrechnet, versteht sich.

Akkulaufzeit & Ladezeit

Die vom Hersteller veranschlagten 50min Rasurzeit und die Stunde Ladezeit konnte ich im Test ungefähr nachvollziehen. Allerdings wird das Gerät ja meist nach der Rasur sofort aufgeladen und kaum jemand wird auf Weltreise gehen und das Ladegerät zu Hause lassen 😉

Fazit

Zu 99% wird der Series 9 seinem premium Anspruch gerecht. Der Rasierer ist sehr hochwertig und hübsch, dabei leise und gründlich. Speziell jene Personen die sich täglich und da das komplette Gesicht rasieren, werden hier den nahezu perfekten Rasierer vorfinden. Braun hat meinen Erfahrungen nach gute Arbeit geleistet und speziell kleinere „Mängel“ zum Series 7 ausgebessert.

Auch die Reinigungsstation leistet, nach wie vor, hervorragende Dienste und ist schlicht und einfach unglaublich komfortabel im täglichen Gebrauch – wenngleich man merkt, dass die neue Station zwar erfreulich schlichter aber auch preisgünstiger designt ist als jene des Series 7.

Wer aber natürlich, so wie ich Vollbart trägt und häufig Konturen schneiden muss, wird mit solch einem Rasierer unweigerlich alle paar Tage mit der klassischen Klinge nacharbeiten müssen und sich vielleicht schon im Vorfeld für ein anderes System entscheiden.

Besitzer eines funktionsfähigen Series 7 können sich allerdings zurücklehnen; funktioniert der „alte“ noch einwandfrei, bedarf es keines Wechsels bzw. Upgrades. Ob das frischere Design und der für manche Anwender verbesserte Scherkopf den Mehrpreis von etwa 100€ wert ist, muss jeder für sich entscheiden.

 

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