Testbericht: Siemens Einbau-Dampfgarer HB26D552

Dampfgaren ist gesund, wird gesagt. Warum? Weil anders als beim Dünsten oder Kochen nicht wertvolle Vitamine und Mineralstoffe aus dem Gargut ausgewaschen werden. Böse Zungen behaupten gar, eigentlich ist das eigentlich Gesunde bei gekochtem Gemüse nicht das Gemüse sondern lediglich der Sud. Gar nicht so falsch. Aber zum Auslaugen dazu kommt noch der Fakt, daß oft Teile des Garguts in der Flüssigkeit sind, andere Teile aber wiederum nicht, kurz, der Garpunkt ist oftmals unterschiedlich und nicht optimal.
Abhilfe schafft hier ein Dampfgarer. Derer gibt es bekanntlich schon einige am Markt, Marktführer sind u.a. Miele und Siemens.


Das sich im Test befindliche Gerät HB26D552 ist in Österreich ab etwa 1000€ und in Deutschland schon ab 700€ erhältlich (Stand 29.03.2011, siehe Geizhals). Ähnlich ausgestattet von Miele wäre der DG5051 der um ca. 650€ teurer ist.

Warum Siemens?

Nun, ganz einfach: Seit Jahren waren in der alten Küche schon Siemens Einbaugeräte im Dienst und haben klaglos und einwandfrei viele Jahre sehr gute Dienste geleistet. Der Miele Dampfgarer damals allerdings zeichnete sich nicht unbedingt durch großen Komfort aus, da hier z.B. das Wasser im Wasserbehälter erhitzt wurde, also immer ein ganzer Liter Wasser zum Kochen gebracht wurde, bevor sich Dampf im Gerät bilden konnte.
Siemens überzeugt in der aktuellen Serie an Haushaltsgeräten durch außergewöhnliches Design und ein klares Bedienkonzept. Die Verarbeitung ist wertig und optisch sowie haptisch toll umgesetzt. Mehr dazu weiter unten im Text. Die durchaus noch wertigere Verarbeitung von Miele stand aber in keiner Relation zu 650€ Aufpreis.

Design, Ausstattung & Verarbeitung

Wie schon eingangs erwähnt, zeichnet sich das Gerät durch äußerst schönes und schlichtes Design aus. Streiten kann man darüber ja bekanntlich nicht 😉 Dem Einen gefällt’s, dem Anderen halt nicht. Persönlich finde ich die Symmetrie der Bedienelemente sowie die durchgängige Designsprache zwischen z.B. Dampfgarer und Backofen besonders schön. Wenn zwei solcher Geräte übereinander montiert sind, wirkt dies besonders homogen. Link zum Dampfgarer: Siemens HB26D552

Dampfgarer

Der Griff ist aus Metall gefertigt, die Front der Türe komplett aus Glas, dahinter befindet sich ein Metallrahmen. Das Scharnier ist intelligent aufgebaut, es kann nicht vorkommen, daß Kondenswasser abfließt und in Folge irgendwo aus dem Gerät tropft.

An Komfort bietet der HB26D552 wirklich alles, was das Herz begehrt. Im 38l fassenden Garraum, der nebenbei auch beleuchtet ist, finden auf 4 Einschubebenen Lochbehälter (oder ungelochte) sowie ein Rost spielend Platz. Jeweils ein ungelochter und ein gelochter sowie ein Rost werden sogar mitgeliefert.

An Funktionen stehen Garen/Dämpfen, Gehenlassen sowie Regenerieren und Auftauen zur Verfügung. Des Weiteren verfügt das Gerät über 40 Programme die einem die Einstellung unheimlich erleichtern. Einfach auswählen „Auftauen > Fleisch > Huhn ganz > 1,5kg“ und schon regelt die Elektronik den Rest.

Auch an eine sehr praktische Memory-Funktion hat Siemens gedacht. Wird z.B. häufig eine bestimmte Einstellung abgerufen (z.B. irgendetwas sanft bei 80°C zu garen) so kann sie gespeichert (insgesamt drei Speicherplätze) werden und steht auf Knopfdruck fortan zur Verfügung.

Ein weiteres Design- und Ausstattungsmerkmal ist „LightControl“. Prinzipiell nichts anderes als der Fakt, daß das Gerät die Funktion, die gerade aktiv ist, durch die entsprechend beleuchtete Taste anzeigt. Ist also z.B. ein Programm gewählt, ist entsprechend die „P“ Taste beleuchtet.

Für mich war auch das Volltext-Display sehr wichtig. Viele werden sagen, daß es unnütz sei, dafür extra Geld auszugeben. Mag sein, aber es ist ein Fakt, daß es die Bedienung vereinfacht, im Klartext über alles, was das Gerät macht, informiert zu werden. Der Kontrast kann natürlich geregelt werden. Einzig negativer Punkt am Display ist, daß es leider kein Modernes TFT Display zu sein scheint, sondern ein günstigeres DSTN Display, was sich darin äußert, daß das Display außer von vorne kaum von der Seite ablesbar ist. Der Drehregler könnte auch ein wenig robuster und schwerer sein; er ist zwar mit Metall „veredelt“, gibt aber nicht die Anmutung, aus einem Stück Metall gefertigt zu sein.

Ein integriertes Reinigungs- und Entkalkungsprogramm runden das Paket ab.

Funktionsprinzip

Wie schon eingangs erwähnt hatte der alte Miele Dampfgarer das Problem, all das Wasser zuerst zum Kochen bringen zu müssen, bevor sich Dampf entwickelte. Siemens hat dies intelligenter gelöst. Wird das Programm gestartet, so fließt etwas Wasser in eine beheizte Schale am Geräteboden und wird doch binnen Sekunden zum Kochen gebracht. Innerhalb 1-2 Minuten hat der Siemens Dampfgarer Temperatur und das Garen beginnt.

Es ist übrigens anzuraten, die ungelochte Schale immer auf unterster Schiene eingesetzt zu lassen, um etwaigen Saft aus dem Gargut aufzufangen und so das Gerät länger Sauber zu halten.

Bedienung

Das Bedienen des Gerätes ist äußerst einfach, ich würde aber jedem empfehlen, die Anleitung vor Inbetriebnahme genau zu studieren. Schließlich sollte man auch über alle Funktionen genau informiert sein, wenn man schon 1000€ für ein Gerät ausgibt. Prinzipiell läuft alles über den Drehregler sowie die links und rechts davon positionierten Pfeiltasten ab.

Schaltet man das Gerät ein, so drückt man die „viereck“ Taste, die für „normalen“ Betrieb steht. Daneben befinden sich die Programmtaste um die 40 eingebauten Garprogramme abzurufen, die bereits erwähnte Memory-Funktion sowie die „clean“ Taste. Mittig finden wir die Pfeiltasten und den Drehregler. Rechts davon können Zeitfunktionen (Wecker/Dauer/Endzeit) sowie die Kindersicherung und Gerätefunktionen eingestellt werden. Die rechten beiden Tasten dienen zum Starten und Stoppen des Garvorganges.

Ist nun also die Vierecktaste gedrückt, so können mit dem Drehregler die Programme dämpfen, regenerieren, gehenlassen sowie auftauen oder Rezeptvorschlag ausgewählt werden. Ist der gewünschte Modus markiert, gelangt man durch drücken der rechten Pfeiltaste zur Temperatur und kann diese nun auch mit dem Drehregler einstellen. Drückt man nun auf Start, so wird ohne eingestellte Gardauer der Garvorgang gestartet. Ratsam ist es, sich IMMER anzugewöhnen, über die Uhrzeittaste zumindest einen Wecker mit der gewünschten Gardauer einzustellen, besser noch, die Dauer direkt zu begrenzen, der Dampfgarer schaltet sich nach Ablauf der Zeit dann selbständig aus.

Auch hier ist das Bedienkonzept logisch und konsequent. Um Gardauer, Wecker und/oder Endzeit einzustellen, kann WÄHREND der Moduseinstellung die Uhrzeittaste (natürlich auch nach Programmstart) gedrückt werden. Dreht man sofort am Regler, wird der Wecker eingestellt. Drückt man zunächst die rechte Pfeiltaste, wird die Dauer, nach der automatisch abgeschaltet wird, eingestellt. Ein weiterer Druck danach auf die Pfeiltaste bietet zudem die Möglichkeit, eine Endzeit des Garvorganges einzustellen (wenn z.B. alles punktgenau zur gleichen Zeit fertig sein soll).

Nach dem Garen sollten alle Zubehörteile entnommen und im Geschirrspüler gereinigt werden. Wird der Wassertank nicht entleert, so weist das Gerät automatisch 2 Tage später darauf hin. Die Verdampferschale muß mit beigepacktem Schwamm trockengetupft werden, der Rest trocknet von selbst bei leicht geöffneter Tür.

Garergebnis

Meiner Erfahrung nach: TOP. Die Zubereitungsvorschläge sind stimmig, die Programme funktionieren. Schonender als mit dem Dampfgarer kann man Fleisch oder generell gefrorenes nicht auftauen. Wer zudem genug Zeit hat, kann auch Speisen durchaus im Dampfgarer aufwärmen (regenerieren). Das dauert eine gefühlte Ewigkeit, es trocknet aber nichts aus und alles schmeckt viel frischer, als in der Mikrowelle.

Natürlich muß man immer erst mit dem Gerät umgehen lernen. Gerade am Anfang und wenn man einen Dampfgarer nicht kennt, ist vielleicht gerade empfindliches etwas übergegart. Es gibt aber gute Kochbücher und Tabellen mit Garzeiten. Lauch z.B. benötigt geschnitten 6-8 Minuten, Kartoffeln 20-25 usw.

Gerade wer viel Brot bäckt wird den Dampfgarer lieben. Der Teig bleibt feucht und muß nicht zugedeckt werden. Bei konstant 40°C im Programm „gehenlassen“ wird der Teig genial fluffig.

Fazit

Der Siemens HB26D552 ist ein geniales Gerät, wunderschön anzusehen und sehr einfach zu bedienen. Wer einmal die Anleitung gelesen hat, dem wird das Gerät keinerlei Rätsel aufgeben. Und wer sie nicht liest, kommt spätestens nach 1-2 Anwendungen hinter die Funktionen da das Klartextdisplay umfassend über alles informiert.

Die Systemeinstellungen sind zudem auch äußerst detailliert, von der Uhrzeit über Sprache und Displaykontrast bis hin zur Piepdauer bei Programmende kann alles genau den persönlichen Bedürfnissen angepaßt werden!

7 Antworten auf „Testbericht: Siemens Einbau-Dampfgarer HB26D552“

  1. schöner bericht.
    wie du als fleissiger blog-leser sicher schon bei uns gesichtet hast, haben wir uns aus den gleichen Gründen (Preis-Leistung, Design und auch in der alten Küche waren schon teilweise Siemens-Geräte in Verwendung) auch für Siemens-Küchengeräte entschieden 😉 .
    Wir haben uns für einen Dampf-Backofen HB36D572 entschieden. Hier kommt noch die Komponente Umluft dazu. Somit lässt sich das Gerät als Dampfgarer, Backofen bzw. einer Kombination aus Beiden nutzen.
    Ein ganzes Hendl mit Dampf und Heißluft kombiniert war ganz vorzüglich.

  2. Hab ich natürlich gesehen 😀 Bei uns ist der DG im Einsatz und dafür ein Backofen mit eingebauter Microwelle. Wir haben zwar auch wegen des Dampfbackofens überlegt, aber endlich mal wieder einfach schnell auch was aufwärmen zu können, war uns dann wichtiger. Die Jahre so gänzlich ohne Microwelle waren schon mühsam.

    aber habt ihr nicht ohnehin auch den Microwellen-Kompaktbackofen neben dem Dampfbackofen?

  3. Richtig wir haben daneben den Microwellen-Kompaktbackofen.
    Jetzt wirst du denken – ‚die fetzten aber rein‘ 😉 .

    Aber z.B. (wie schon des öfteren bei Einladungen notwendig) wenn ich in einem Backofen ein Stück Fleisch für mehrere Stunden mit der Niedertemperatur-Methode (70Grad C.) gare, habe ich jetzt auch ein zweites Rohr für die heiße Zubereitung von Beilagen (Rosmarinkartoffel, Gratin…..) zur Verfügung.

    Letztens gabs zur Hauptspeise eine Rinderhüfte NT, Kartoffelgratin und Gemüse.
    In der Micro-Backrohrkombi schmurgelte das Rind bei 70 Grad dahin. Im ‚Kombidämpfer‘ habe ich zurerst das Gratin mit Heißluft gebacken, dann die Portinsförmchen mit dem fertigen Gratin in einer der Wärmeschubladen geparkt. Für das Gemüse fix auf Dämpfen umgeschaltet und das Gemüse gegart.
    Du siehts, wir sind nicht ‚Überdrübergerätisiert‘ 😉
    Ach ja – eine weiter schnelle Welle aus der alten Küche steht noch im Küchenabstellraum.
    Ich sollte meine Aussage überdenken. lol

  4. Na, Niedrigtemperaturgaren kann man aber auch im Dampfgarer mit ein paar kniffen 😉 Aber du hast schon recht, man kann das alles gut verwerten.

    Niedrigtemperaturgaren steht eh noch am Programm, aber macht halt nur für größere Mengen, finde ich, richtig Sinn. Für Steaks für zwei nicht wirklich praktikabel. 🙂

    Gespannt bin ich jedenfalls auf die Pyrolyse. Unser Küchenfachmann hat gemeint, beim Kompaktbackofen würde die Pyrolyse das Magnetron auf dauer ggf. schädigen, weil dieses extrem Hitzeempfindlich sei… na da sind wir mal gespannt 🙂

  5. die hüfte gabs für 8 personen. kleiner mengen mache ich auch nicht mit NT.
    wir haben die pyrolyse schon getestet. entgegen meiner skepsis war ich mit dem ergebnis mehr als zufrieden.

    die gschicht mit dem magnetron und der pyrolyse is ja interessant. aber auch die heizschlangen für die grillfunktion geben große hitze ab.

    na dann hoffe ich, dass das ding dann VOR 2 jahren den geist aufgibt, bzw. werde ich dann überlegen nur bei dem mikro-backofenkombi die angebotene verlängerung der garantiezeit in anspruch zu nehmen. kommt natürlich auf die kosten an.

  6. Da hast du natürlich recht mit den Heizschlangen, aber die sind normalerweise kaum anderthalb Stunden am Stück mit voller Leistung aktiv 😐

    Momentan läuft gerade die erste Pyrolyse meines (und auch unseres Backofens) Lebens. Der Erdbeer-Rhabarberkuchen von Unlängst hatte leider arge Spuren hinterlassen 😉

    Das ärgerliche bei einem notwendigen Austausch des Gerätes in sagen wir mal 2-3 Jahren wäre ja, daß der Dampfgarer gleich mit getauscht werden müßte, sofern Siemens das Design geändert hätte…

    Na, aber für den Moment funktioniert alles, und wollen wir mal hoffen, daß dem auch so für die übliche Lebensdauer von Küchengeräten von 5+ Jahren so sein wird.

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