Der Fitness auf der Spur, Teil 8: Runtastic GPS Laufuhr im Test

Bildschirmfoto 2013-06-23 um 14.40.25Es hat ja fast den Anschein, als ob in unseren Breiten nun doch der Sommer im Anflug wäre. Grund genug um euch den nächsten Teil unserer großen Fitnessreihe „Der Fitness auf der Spur“ zu präsentieren. Diesmal geht’s um die Runtastic GPS Laufuhr.

Günstig ist der GPS Pulsmesser nicht und genau aus diesem Grund wollen wir uns nun ansehen ob er einerseits so funktioniert wie Runtastic uns das verspricht und andererseits vielleicht sogar einen Vorsprung zur Konkurrenz von z.B. Nike ausbauen kann.

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Verpackung & Lieferumfang

Erwirbt man diese Uhr, so findet man in der hübschen  hell gehaltenen Verpackung alles, was man für’s sportliche Loslegen benötigt. Neben der Uhr selbst finden wir einen Pulsgurt ebenso wie einen Clip mit dem die Uhr am Lenker des Fahrrades befestigt werden kann (hier nicht getestet) sowie ein Ladekabel.  Ich habe auch hier das gelbe Modell getestet, neben eben diesem gibt’s auch eine blaue, eine magentafarbene sowie das klassisch schwarze Modell. Es sollte also für die meisten Geschmäcker etwas dabei sein. Ein kleines Booklet zur Anleitung findet sich natürlich auch in der Verpackung.

Verpackung

Löblich an der Verpackung ist, dass sehr viel Karton verwendet wird, anstatt Plastik oder anderen schwer recyclebaren Stoffen. Etwas Robuster dürfte die Verpackung aber durchaus sein, wenn’s nach meinem Geschmack ginge.

Design

Während Nikes Sportwatch duchaus als „Designuhr“ durchgehen könnte (schon alleine durch die neongelbe Färbung) ist Runtastics GPS Uhr durch das „klassische“ Design (sofern man bei diesen Gerätschaften bereits von klassischem Design sprechen kann) sofort als Sport-Accessoire  erkennbar. Fünf Tasten und ein recht großzügig anmutendes Display versprechen große Funktionsvielfalt.

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Die Uhr weist auf der linken Gehäuseseite zwei Tasten, auf der rechten drei Tasten auf. Das Uhrband ist sehr flexibel und angenehm zu tragen und durch die etwas vertieft angebrachten Ladekontakte (nein, kein micro USB Stecker) gibt es auch kaum Ecken und Kanten. Weiterer Vorteil dieser Ladekontakte: Das Uhrband kann bei Bedarf getauscht werden, da kein USB Stecker im Band versteckt werden musste.

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Persönlich finde ich etwas steifere Uhrbänder praktischer, der Tragekomfort ist bei Bändern wie jenem auf Runtastics Uhr aber natürlich höher. Auf der Minusseite wiederum steht hier, dass das „lose“ Ende des Uhrbandes nur durch die bekannte Rückhalteschlaufe (wie es alle möglichen Armbanduhren aufweisen) im Zaum gehalten wird – mich stört sowas immer wieder.

Die Runtastic GPS Uhr verwendet im Gegensatz zu Pebble & Co. ein herkömmliches LC Display. Die Auflösung ist leider recht niedrig und damit nicht mehr zeitgemäß, speziell in diesem Preissegment. So viel mehr Information liesse sich hier unterbringen und so viel schöner ließe sich diese Information darstellen! Hier muss nachgebessert werden.

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Zwar weist das Display eine Beleuchtung auf, auch diese ist aber leider recht schwach und nur bei vollkommener Dunkelheit zu verwenden da bei Restlicht die Darstellung „invertiert“ erscheinen kann und die Lesbarkeit extrem schlecht ist.

Anmerken muss man hier aber auch, dass diese Uhr keine Eigenentwicklung von Runtastic ist sondern unter diversen Namen am Markt zu sein scheint. Das ist natürlich absolut nichts Negatives, zumal ja das Gesamtergebnis, also die Integration mit dem Fitnessportal auch von großer Bedeutung ist.

Gewinnspiel für unsere Leser

Runtastic hat uns freundlicherweise fünf Promocodes zum Freischalten der Pro-Features in deren Apps zur Verfügung gestellt. Wenn du einen dieser Promocodes haben möchtest, hinterlasse einfach unten einen Kommentar. Die Verlosung findet am 6. Juli 2013 Mittags unter allen mit gültiger Email Adresse statt.

Inbetriebnahme

Auch um die Runtastic Uhr wirklich nutzen zu können bedarf es natürlich einer App für den Mac oder Windows PC. Beides kann  auf Runtastics Homepage heruntergeladen werden (wenn man es findet). Um euch die Suche zu erleichtern: Hier geht’s zu „Runtastic Connect„.

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Grundsätzlich ist die Software ganz gut gemacht, sie bleibt im Hintergrund und öffnet sich erst dann, wenn die Uhr verbunden wurde. Trainingsdaten werden ausgesprochen flott ins Portal  hochgeladen und anschließend, auf Wunsch, von der Uhr gelöscht. Das alles funktioniert VIEL schneller als z.B. bei Nike.

Zusätzlich können die verschiedenen Anzeigemodi der Uhr über die Software konfiguriert werden. Wer beispielsweise lieber den Puls als die Geschwindigkeit im Blick hat, kann sich so die Anzeige der Uhr auf drei unterschiedlichen Bildschirmdarstellungen konfigurieren und dann im Betrieb mit den Seitentasten der Uhr diese Anzeigemodi durchschalten. Gute Idee!

Insgesamt ist die Uhr innerhalb weniger Minuten startklar, sofern der Akku geladen ist (in meinem Fall war er vollständig aufgeladen). Das Laden funktioniert übrigens über einen „Zangenkontakt“ (siehe Bild oben) – gewöhnungsbedürftig dafür recht zuverlässig und solide. Ein Ersatzkabel schlägt mit 7€ zu Buche.

Ein Runtastic Account wird natürlich ebenfalls benötigt. Ist aber klar, sonst macht natürlich eine an ein Fitnessportal geknüpfte Laufuhr auch wenig Sinn 😉 Runtastic kann im Grunde kostenfrei genutzt werden, allerdings sind erweiterte Statistiken wie sie hier in vielen Fotos weiter unten zu sehen sind nur gegen Bezahlung verfügbar.

Bedienung

Nun, hier verhält es sich ein wenig wie bei Smartphones. Manche geben dem Nutzer keinerlei Rätsel auf, andere wiederum sind nur mit Bedienungsanleitung verständlich. Leider handelt es sich bei der Runtastic Uhr um letzteres. Nicht falsch verstehen: Hat man das Bedienkonzept verinnerlicht, so tut die Uhr ohne murren und ohne Probleme ihren Dienst. Dennoch, hier gibt’s beachtliches Verbesserungspotential nach oben!

Beispiel? Man möchte den Lauf stoppen. Man drückt die rechte obere Taste. Die Uhr schreibt stopp. Für eine ganze Weile schreibt sie stopp. Als Anwender wüßte ich aber gerne ob die Aktivität nun tatsächlich gestoppt ist, ob sie nur pausiert ist, ob ich fortsetzen kann? Vielleicht ist dies nur der Eindeutschung geschuldet, ich weiß es nicht. Es ist aber halt leider nicht selbsterklärend. Man hat ein als (nicht Profi) Anwender immer ein wenig das Gefühl man könne vielleicht etwas falsch machen und so eventuell die Laufdaten verlieren.

Dann wäre da noch der Kritikpunkt Display. Grundsätzlich wird alles angezeigt, was das Herz begehrt. Nur leider ist das recht grobe LC Display einfach nicht mehr zeitgemäß. Und manche Symbole erschließen sich auch mit viel Fantasie nicht als das, was sie darstellen sollen. Das „<-D->“ im folgenden Bild kann man ja ggf. noch als „Distanz“ interpretieren. Aber dieses komische X über AV? Das steht für Durchschnittsgeschwindigkeit. AV für average (englisch)… Und warum ist das so kryptisch? Weil das LC Display halt einfach nicht mehr darstellen kann…

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Aber, wie gesagt, an all diese Dinge gewöhnt man sich; man muss nur abwägen, ob es relevant ist, oder nicht. Die Runtastic Uhr mag nicht in der Bedienbarkeit punkten dafür glänzt das Runtastic Portal durch eine wahre Flut an möglichen Statistiken.

Was ich besonders praktisch an der Runtastic Uhr fand war die Möglichkeit, viele Profileinstellungen direkt an der Uhr vorzunehmen. Hier bevormundet z.B. Nikes Sportwatch den Nutzer zu sehr und erfordert die Konfiguration fast ausschliesslich über die App. Runtastics Uhr wiederum lässt sich zu 90% ohne Computer konfigurieren.

Sensoren

Wie eingangs erwähnt wird ein Pulsgurt mitgeliefert. Auf einen Schuhsensor der den Betrieb in Innenräumen ermöglichen würde, muss hier leider verzichtet werden. Unverständlich für mich generell, da ja diverse Activity Tracker wie z.B. Jawbones UP Schritte ohne Probleme am Handgelenk aufzeichnen können. Weshalb dies Funktionalität keine aktuelle Pulsuhr bietet, ist mir schleierhaft.

Der mitgelieferte Pulsgurt funktioniert anstandslos und auf Anhieb mit der GPS Uhr. Am Ende des Laufs erhält man übersichtlich alle relevanten Daten inklusive genauer Kalorienberechnung im Runtastic Portal. Allerdings funktioniert NUR der Runtastic Sensor mit den Runtastic Uhren. Besitzer z.B. eines Polar H7 Pulsgurts schauen in die Röhre.

Laufen

Speziell eher professionelle Läufer werden diese Uhr zu schätzen wissen. Es kann eine Vielzahl an Daten direkt am Display während des Laufs abgerufen werden; zudem kann die Uhr durch unterschiedliche Profile sogar zum Radfahren als Radcomputer verwendet werden. Großer Vorteil und damit Pluspunkt für die Runtastic Uhr. Durch die Mac oder Windows App kann, wie schon erwähnt auch eingestellt werden, was das Display wie und wann anzeigen soll.

Besonders positiv ist im Test übrigens auch das extrem schnelle Auffinden der Satelliten aufgefallen. Meist in der Hälfte der Zeit war die Position gefunden und der Lauf konnte gestartet werden im Vergleich zur Nike Sportwatch.

Wer’s genau wissen will, der lade sich die Anleitung zur GPS Uhr einfach von Runtastic. Hier sieht man z.B. auf Seite 34 wunderbar welche Vielfalt an Informationen auf der Uhr abgerufen werden können. Info-Overkill sozusagen 😉

Das Runtastic Portal

Nun, jeder der 149EUR für eine Laufuhr ausgibt die mit einem Fitnessportal verbunden ist, erwartet auch einiges dafür. Runtastic bietet auf www.runtastic.com ein umfangreiches Trainingsportal das keine Wünsche offen lässt.

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Auch hier gilt aber: Wer’s lieber einfach und auf’s notwendigste reduziert will, dem gefällt vielleicht das komplett kostenlose Nike+ Portal besser. Es muss aber dazu gesagt werden, dass Nike+ halt ab dem Zeitpunkt ab dem man irgendetwas anderes als Laufen macht, keinen Spaß mehr macht. Kraftsport? Fehlanzeige. Radfahren? Fehlanzeige. All das bietet Runtastic.

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Zudem, und das ist für mich ein wirklich immenser Vorteil, kann bei Runtastic jede Sportart auch manuell erfasst werden. Fitnessstudio, Laufband, Tanzen – egal. Alles kann auch nachträglich noch protokolliert werden. Dabei gefällt mir als Österreicher natürlich besonders gut, dass Runtastic eine Linzer Firma ist 🙂

Was mir am Portal weniger gut gefällt ist die Preispolitik. Wer eine „Gold-Mitgliedschaft“ will um sich z.B. mit Freunden vergleichen zu können oder um die schönen Leistungsberichte nutzen zu können, wird zur Kasse gebeten; und das ordentlich. 50€ pro Jahr. Ich sage nicht, dass es gratis sein soll, aber wenn jemand 150€ für eine Uhr ausgibt, könnte durchaus das Portal schon mal für ein Jahr gratis mitgeliefert werden. Klar, dass jemand der für einige wenige Euro eine App im Appstore lädt, deshalb nicht gleich Anspruch auf das gesamte Fitnessportal haben muss.

Einen Nachteil bietet das Runtastic Portal aber dennoch: Die Offenheit. Zwar integriert sich Runtastic mit Facebook, Twitter und der genialen MyFitnessPal-App, von einer „offenen“ Plattform kann man aber leider nicht sprechen. Persönlich finde ich es z.B. schade, dass meine Trainingsdaten von Runtastic nicht automatisch zu meinem Jawbone UP Konto transferiert werden können. So muss ich Trainingsdaten doppelt, nämlich beim offenen Runkeeper und bei Runtastic eintragen. Kontraproduktiv, denn müsste ich dies nicht tun, würde ich ausschließlich Runtastic verwenden. Merkt ihr was, liebe Jungs von Runtastic? 😉

Runtastic Laufen und Joggen (AppStore Link) Runtastic Laufen und Joggen
Hersteller: runtastic

Freigabe: 4+
Preis: Gratis Appstore >

Runtastic PRO GPS Laufen (AppStore Link) Runtastic PRO GPS Laufen
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MyFitnessPal: Kalorienzähler, Schrittzähler & Diät (AppStore Link) MyFitnessPal: Kalorienzähler, Schrittzähler & Diät
Hersteller: MyFitnessPal LLc
Freigabe: 4+
Preis: Gratis Appstore >

Pro & Contra

+ leichte und solide funktionierende GPS Uhr
+ sehr schnelle und zuverlässige GPS Erkennung und Aufzeichnung
+ unglaublich umfangreiches Fitnessportal mit großartigen Features
+ wenig fehleranfälliges Ladekabel
+ relativ kompakte und leichte Uhr
+ vielfältige Einstellmöglichkeiten direkt an der Uhr

– Uhr nur kompatibel mit Pulssensoren der eigenen Marke
– Display mit geringer Auflösung und schlechter Beleuchtung
– selbst für Käufer der Uhr ist das Fitnessportal kostenpflichtig
– nur Spritzwasser geschützt, nicht mal in die Dusche darf die Uhr mitgenommen werden

Fazit

Kurz gesagt: Dir Uhr wird semiprofessionelle Läufer sicher glücklich machen. Sie funktioniert zuverlässig und bietet eine Vielzahl an Informationen. Für ein Gerät um 150€ aber ist das Display leider nicht mehr zeitgemäß, ebenso die relativ geringe Wasserdichtheit. Zumindest zum Duschen nach dem Sport sollte solch Gerät durchaus getragen werden können.

In Kombination mit dem ausgesprochen guten Fitnessportal von Runtastic macht die Uhr Spaß und sorgt für umfangreiche Trainingsdaten. Wäre bei der Runtastic GPS Uhr eine einjährige Gold-Mitgliedschaft inklusive wäre sie ein „nobrainer“.

Alles in allem überwiegen die Pluspunkte und ich kann auch hier eine Kaufempfehlung aussprechen.

13 Antworten auf „Der Fitness auf der Spur, Teil 8: Runtastic GPS Laufuhr im Test“

  1. Runtastic unterstützt auch auf der iPhone App keine Laufband Aktivitäten, auch hier ist der Schrittzähler nicht mit genutzt worden, der ja ansonsten perfekt funktioniert. ich nutze daher immer Nike und runtastic parallel. aufzeichnet.
    Da stellt sich mir die Frage, wie findest du denn die Qualität im Vergleich mit der Nike Uhr? Die liegen ja auf dem gleichen Preisniveau, oder? Nur Nike hat kein Herzfrequenzmesser.

    1. Puh, sehr schwer zu sagen. Qualitätsanmutung hardwareseitig ähnlich. Für detailliertere Infos reichte die Testzeit dann leider nicht aus.

      Die Nike Uhr hatte bei mir einen Schaden (ließ sich nicht synchronisieren, wurde von Amazon aber ersetzt) – ich kann noch nicht sagen, ob es ein Einzelfall oder Serienfehler wäre, davon berichtet haben einige Nutzer auf der Nike Homepage. Wenn die Zweite Uhr ebenfalls sich nicht mehr synchronisieren lassen sollte, werde ich den Artikel anpassen.

      Summa summarum werde ich am Laufband Nike+ und Outdoor Runtastic nutzen bis auf weiteres.

  2. hallo , welche uhr wuerdest du als alternative fur multisport (run, inline skates, voleyball, badminton, ice skate, fitnes, etc.. empfehlen – also „out&indoor“ ? als einzige zur zeit „alles kann“ uhr kenne ich nur neue garmin felix 2 (preis ca 450eur mit pulsgurt), die auch mit runtastic oder endomondo webportal verbinden kann. bin aber noch auf der sucheweg“. danke fur tips .)

    1. Nun, leider gibt es nicht sonderlich viele die sowohl indoor als auch outdoor beherrschen. Die Nike Sportwatch kann halt nur Laufen tranken. Das dafür Indoor & Outdoor. Generell Pulsdaten aufzeichnen wiederum kann für kleines Geld das Polar Loop Armband. Von Polar soll bald die V800 kommen – die ist quasi der absolute Alleskönner (http://www.polarv800.com/at-de/) – auf die warte ich persönlich um sie mir mal genauer anzusehen.

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