Erweiterung für die Netatmo Wetterstation: Der Windmesser im Kurztest

Pack_Wind_Gauge_2015_WEBSeit mehr als drei Jahren versorgt mich die Netatmo Wetterstation ziemlich zuverlässig mit allerlei Wetterdaten. Neben der eigentlichen Station habe ich ein zusätzliches Innenmodul und den Regensensor in Verwendung. Nun konnte ich mir auch ein Bild vom neuesten Sensor im Bunde, dem Windsensor machen. Ob der doch recht hohe Preis für diese Erweiterung der Wetterstation gerechtfertigt ist, wollen wir uns nun ansehen.

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Daran, dass Netatmo mit seiner Wetterstation eines der schicksten Geräte am Markt vertreibt (und eines der hochpreisigsten Consumer-Geräte) hat sich nichts geändert. Für den Windsensor müssen derzeit fast 100€ über die Ladentheke wandern, vielleicht hat man ja manchmal bei Blitzangeboten Glück und kann etwas sparen.

Installation

Die Installation des Windsensors funktioniert genau so problemlos wie auch die Installation aller anderen Erweiterungsmodule. Netatmo App starten, in den Einstellungen die Installation eines neuen Moduls auswählen, Taste der Station gedrückt halten und der bebilderten Anleitung folgen. Binnen weniger Minuten ist der Sensor verbunden.

Anmerken möchte ich aber, dass zur Inbetriebnahme des Windmessers vier schrauben am Boden des Sensors geöffnet werden müssen und sodann im inneren eine Plastiklasche entfernt werden muss. Das ist der Wasserdichtheit geschuldet, vermute ich. Leider aber natürlich geht dies zu Lasten der Nutzerfreundlichkeit.

Was natürlich die Installation eines Windsensors weiter erschwert ist seine Positionierung. Üblicherweise muss der Windsensor natürlich freistehend am Dach montiert werden, damit anfallender Wind von allen Seiten den Sensor erreicht. Ohne solch Platzierung sind die Messergebnisse schlicht und ergreifend falsch.

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Ich habe den Sensor an einer ABUS Halterung die es recht günstig bei Amazon zu kaufen gibt installiert, dank Handlauf am Dach ist der Sensor so frei zugänglich und kann alle Windrichtungen perfekt messen.

Ein Punkt, der in der Kurzanleitung keine Erwähnung findet: Der Sensor weist sowohl auf Ober- als auch auf der Unterseite eine Pfeilmarkierung auf. Diese muss nach Norden zeigen, damit die Windrichtung korrekt bestimmt werden kann.

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Reichweite

Hier kommen wir zum großen und einzigen (bisherigen) Manko des Windsensors bzw. des gesamten Netatmo Systems. Die Reichweite. Immer mehr moderne Wohnungen oder Häuser werden mit Stahlbeton gebaut; entsprechend werden die Funkwellen der Netatmo Station mehr oder minder stark abgeschirmt. Dass die (wunderschöne) Station zudem ein Metallgehäuse hat, tut dem Empfang ebenfalls nicht gut.

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Meine Basisstation steht im Wohnraum im Erdgeschoss während das Innenmodul im Schlafzimmer einen Stock höher ist. Der Regensensor ist im ersten Stock außen montiert und weist den besten Empfang mit drei von vier Empfangsbalken auf, Innenmodul sowie Windmesser weisen regelmäßig nur einen Empfangsbalken auf und, je nach Witterung, manchmal gar keinen Empfang.

Netatmo müsste hier dringend zeitnah zumindest einen Signal Verstärker (Repeater) für die Wetterstation veröffentlichen (denn bestehende Nutzer wollen kaum das gesamte System tauschen) und zudem neue Versionen der Sensoren planen, die ihrerseits das Signal verstärken.

Messwerte

Der Windsensor wird mit vier Mignon Batterien (Typ AA Batterien, hier meine Empfehlung für Akkus) und liefert die ersten Messwerte etwa fünf Minuten nach der Inbetriebnahme, fortan werden kontinuierlich alle fünf Minuten Windböen sowie konstante Windgeschwindigkeit & Windrichtung aufgezeichnet. Die Messwerte lassen vermuten, dass der alle fünf Minuten übermittelte Messwert ein Mittel aus mehreren Einzelmessungen während des Zeitraumes ist. Grundsätzlich scheinen die Messergebnisse durchaus schlüssig, wenngleich der Sensor tendenziell etwas niedrige Windgeschwindigkeiten misst.

netatmo app 1

Bildschirmfoto 2016-06-19 um 13.45.33

Wer allerdings kein Referenzgerät zur Verfügung hat oder zufällig neben einer geeichten öffentlichen Wetterstation wohnt, wird dies eher schwer verifizieren können. Das obige Bild zeigt aber ganz gut, dass die gemessenen Ergebnisse, mit leichten Unterschieden bei der Windgeschwindigkeit, durchaus mit offiziellen Messwerten übereinstimmen. Auf Wunsch kann in der Netatmo App auch ein Höhenausgleich durchgeführt werden um so die Messung der Windgeschwindigkeit zu verbessern.

Netatmo App

Nach dem hinzufügen meines Extra-Innenmoduls hatte ich mich noch über die mangelnden Updates der Netatmo App geärgert – zwischenzeitlich wurde die App runderneuert und ist jetzt sowohl hübsch als auch flott und übersichtlich.

Netatmo Weather (AppStore Link) Netatmo Weather
Hersteller: Netatmo
Freigabe: 4+
Preis: Gratis Appstore >

Der obere Bereich der App zeigt die Daten der Außensensoren (Temperatur, Regen, Wind) an, der untere Bereich die Innenmodule. In Summe funktioniert die App wunderbar, allerdings könnten die Einstellungen noch ein wenig übersichtlicher und vor allem flotter sein. In der Praxis aber muss man das Einstellungsmenü ja aber nur ausgesprochen selten bemühen.

Funktionsweise

Netatmos Windsensor kommt ohne mechanische Teile aus. Netatmo verwendet hier nämlich vier Ultraschallsensoren die den Luftstrom durch den Sensor messen. Das ist eine sehr gute Basis für einen langlebigen und vor allem nahezu wartungsfreien Sensor. Leider habe ich das Gerät nur einige Wochen zum Test und kann euch daher keine Langzeit-Erfahrungen bieten.

Design

Beim Windsensor über’s Design zu reden ist etwas müßig, zugegeben. Und Pluspunkte bekommt der Sensor dafür im Grunde nicht, schließlich ist er 99% der Zeit aus dem Sichtfeld. Für einen Windsensor ist er dennoch hübsch. Netatmo typisch (zumindest was Wind- und Regensensor angeht) finden wir ein zylindrisches Objekt in einem Mix aus weißem und schwarzem glänzenden Plastik.

Der Sensor besteht aus zwei Hälften die vom Nutzer nicht auseinandergebaut werden dürfen. Im unteren Teil finden wir das Batteriefach welches dank umlaufender Dichtung und vier Schrauben recht gut verschlossen ist. Im oberen Teil, welcher lediglich durch vier Kunststoff-Stege mit dem Unterteil verbunden ist (ACHTUNG! Nur ja nicht gegeneinander verdrehen!!) finden wir die Ultraschallsensoren, welche zudem ganz gut eingeklebt sein dürften (wer genau hinguckt sieht etwas Heißkleber ;-)), sicher nicht zuletzt, um das Gerät wasserdicht zu bekommen.

Fazit

Netatmo verlangt eine Stange Geld für den Windsensor – nämlich um die 100€. Dafür darf man natürlich hohe Qualität und solide Messergebnisse erwarten. Hier hat der Sensor voll und ganz meine Erwartungen erfüllt.

Wie schon erwähnt können auch diese Messergebnisse wunderbar in z.B. eine Heimautomatisierung eingebunden werden oder einfach nur zu Benachrichtigungen herangezogen werden – Stichwort IFTTT.

Für mich ist die Netatmo Wetterstation nach wie vor ein wunderbares Gerät das neben dem Schicken Design zudem eine übersichtliche Aufbereitung diverser Wetterdaten bietet. Die mangelnde Reichweite der Module schränkt leider aber die Nutzbarkeit sehr oft ein und hier müsste der Hersteller dringend, zumindest mithilfe eines Repeaters, nachhelfen, bis vielleicht irgendwann neue Module mit dieser Fähigkeiten oder gar eine neue Wetterstation veröffentlicht werden.

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