Intelligenter Sauger: LG Hombot VR6270 im Test

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Hier bei MacManiacs hatten wir nun schon ein kleines Roboter-Heer zum Test. Keiner der bisher getesteten Roboter hatte uns aber in so kurzer Zeit so beeindruckt wie LGs neuester Hombot – und das, obwohl es eher Liebe auf den zweiten Blick war. Wie der Hombot im Test abgeschnitten hat und was seine Vor- und Nachteile sind, erfahrt ihr im folgenden Bericht.

Verpackung & Lieferumfang

Leider verwendet LG sehr viel Styropor bei der Verpackung. Das könnte man auch mit Karton lösen. Anders als die Roomba Modelle bedarf der Hombot aber keiner Lighthouses um seinen Weg durch die Wohnung zu finden – entsprechend muss natürlich auch nicht das Fehlen von Batterien angekreidet werden. Die Infrarotfernbedienung, welche mitgeliefert wird, ist aber komplett, inklusive der Batterien.

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Lieferumfang

  • Roboter
  • Infrarotfernbedienung inklusive Batterien
  • Reinigungsbürste & Staubbehälter
  • Hepafilter & Ersatzfilter
  • Wischmopp und Ersatzwischmopp
  • 1 Reinigungswerkzeug
  • 2 zusätzliche Seitenbürsten
  • 1 Extrabürste
  • Ladestation mit eingebautem Netzgerät

Grundsätzlich ist die Ausstattung sehr gut, ich hätte aber eine Funkfernbedienung anstatt der Variante mit Infrarot bevorzugt. Schön ist, dass die Ladestation gleich das Netzgerät eingebaut hat, ein umständliches „Verlegen“ von Kabel und Netzgerät entfällt somit. Natürlich macht das eingebaute Netzgerät aber die Ladestation etwas voluminöser, weshalb sie nicht so einfach unter niedrige Möbelstücke passt (Höhe: 13cm).

Inbetriebnahme, Konstruktion, Design & Bedienung

Inbetriebnahme

Der Hombot ist schnell in Betrieb genommen. Staubbehälter sowie Bürsten sind bereits installiert, ebenso der Lithium-Polymer-Akku. Mit wenigen Handgriffen ist die Ladestation am Boden platziert und angesteckt und Dank des bereits teilweise geladenen Akkus dauert auch die Vollladung nicht allzulange. Berührt man die Taste „Start“ so startet der Hombot die Reinigung.

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Konstruktion, Design & Bedienung

Anders als manche Konkurrenzprodukte setzt der Hombot auf nur eine Rotierende Bodenbürste dafür aber auf zwei Seitenbürsten die dank des viereckigen Designs mit abgerundeten Kanten auch die Ecken der Räume relativ gut (wenngleich nicht gänzlich) erreichen. Hinten links finden wir einen Hauptschalter am Roboter (auch die Basis hat solch Schalter) – sehr praktisch, falls man dem Bot mal eine Pause gönnen will (oder auf Urlaub fährt).

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Auf der Unterseite finden wir neben den Seitenbürsten und der Hauptbürste noch die Ladekontakte, das Vorderrad, die beiden Antriebsräder und etwas rechts des hinteren Rades eine der beiden Kameras mittels derer der Hombot seine Umgebung erkennt und navigiert.

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Von oben betrachtet fällt zunächst das glänzende und recht schicke Design auf. Trotzdem finde ich aber nach wie vor Saugroboter mit Hochglanzgehäuse wenig praktikabel da sie sehr schnell unschöne Schrammen einstecken, während sie ihre täglichen Runden drehen – so auch bei unserem Testmodell wie man auf manchen der Fotos erkennt.

Auf der Oberseite befinden sich auf der Klappe für den Staubbehälter vier Sensortasten für den Reinigungsmodus, das Aufsuchen der Basis sowie das Starten und Stoppen der Reinigung. Die Programmierung automatischer Reinigungsläufe (einmalig oder täglich) kann nur über die Fernbedienung vorgenommen werden.

Reinigungsmodi

  • MySpace = mit der Fernbedienung wird mit dem Bot zunächst ein Bereich abgefahren (die Ränder) und der Hombot reinigt sodann im Zickzackmodus die Fläche
  • Zickzackmodus = Standardreinigung
  • Cell by cell modus = Reinigung einzelner „Zellen“ für Bereiche mit vielen Möbeln
  • Spiralmodus = punktuelle Reinigung
  • Turbo Modus = wird automatisch auf Teppich eingeschaltet

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Schön gelöst ist auch die große Klappe auf der Oberseite unter der bequem über einen Griff der Staubbehälter entnommen werden kann. Natürlich ist dies nur so lange praktisch, solange der Roboter mit seiner Basis nicht unter einem Möbelstück platziert werden soll.

An der Oberseite des Roboters befindet sich zudem auch noch die große Hauptkamera, welche die Decke abtastet und dem Bot so ermöglicht, sich in der Wohnung zurecht zu finden.

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Auch beim Staubbehälter hat LG mitgedacht, dieser weist eine sehr große Klappe an der Oberseite auf, die das Entleeren vereinfacht, idealerweise reinigt man den Staubbehälter aber mit einem Handstaubsauger.

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Die Programmierung ist ebenfalls einfach, nachteilig hier ist allerdings der Fakt dass der Hombot sich nur auf tägliche Reinigung zur selben Zeit programmieren lässt, nicht aber, wie manch andere Roboter, zu unterschiedlichen Tageszeiten je Wochentag. Das bedeutet natürlich, dass der Hombot auch am Wochenende seinen Runden ziehen wird, sofern er auf tägliche Reinigung programmiert wurde. Alternativ kann auch nur eine einmalige Reinigung einprogrammiert werden.

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Videoreview

So reinigt der Hombot

Grundsätzlich verfährt der Hombot nicht nach dem chaos-Prinzip wie z.B. iRobots Modelle sondern fährt den Raum in geraden Bahnen ab. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass der Hombot eine Lernphase benötigt um effizient zu reinigen. Während dieser Lernphase z.B. fährt er bei der Suche nach seiner Basis mit einem „Rechtsdrall“, er biegt z.B. immer rechts ab bis er irgendwann die Basis dann doch findet. Etwas mühsam, zu Anfangs. Im Test hat diese Lernphase ca. 3 Reinigungsvorgänge gedauert.

Ist die Lernphase hingegen abgeschlossen, so überrascht der Hombot mit extrem genauer Navigation durch die Wohnung. Er fährt zielsicher von der Basis los, navigiert zum ersten Raum, reinigt selbigen und zeigt augenscheinlich, dass er sich jegliche Hindernisse gemerkt hat. Ist ein Raum fertig, so fährt er ebenso zielsicher los um z.B. den Gang in genauen Bahnen zu reinigen und dann ebenso zielsicher den nächsten Raum zu reinigen usw.

Sollte mittendrin mal der Akku zur Neige gehen, so fährt der Hombot zu seiner Basis, lädt sich auf und setzt die Reinigung an exakt dem Punkt fort, an dem zuvor der Akku schwächelte.

Das Reinigungsergebnis ist dabei ausgesprochen gut und erstmals hatten wir mit dem Hombot ein Gerät zum Test das tatsächlich den Anschein erweckte, mit den Kameras zuverlässig zu reinigen und zu navigieren. Wirklich beeindruckend.

Auch die Objekterfassung funktioniert (bis auf wenige Ausnahmen) sehr gut. Der Hombot kollidiert mit fast keinen Objekten in der Wohnung. Er bremst rechtzeitig und umschifft ausreichend große Objekte und Möbelstücke zielsicher. Auch um teure Objekte muss man sich also keine Sorgen machen – Ultraschallsensorik sei Dank. Sehr niedrige oder schmale Objekte erkennt der Roboter aber leider nicht.

Es soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass die tatsächliche Saugleistung des Hombot nicht mit der Konkurrenz mithalten kann. Das Gesamtergebnis der Reinigung stimmt jedoch. Die relativ geringe „Netto“ Saugleistung  wirkt sich aber auch sehr positiv im folgenden Kapitel aus…

Lautstärke

Der Hombot ist einer der leisesten wenn nicht der leiseste Roboter (ca. 60dB(A)) den wir bislang getestet haben. Sich nebenher zu unterhalten, fern zu sehen oder auch zu lesen ist absolut kein Problem.  Eine Wohltat.

Akkulaufzeit

Den Lithium-Polymer-Akku haben wir im Test nicht demontiert, er wirkt aber ausgesprochen kompakt. Lt. Hersteller hat der LiPo Akku eine Kapazität von nur 1900mAh. Dennoch schafft der Hombot über 100m2 gut mit einer Ladung. Die Laufzeit kann also als sehr gut benannt werden. Auf Teppichböden natürlich benötigt der Bot mehr Strom als auf Parkett, nicht zuletzt wegen des automatischen Turbo-Modus. Der Ladevorgang dauert ungefähr 2 Stunden. Dank des LiPo Akkus entfällt zudem die Notwendigkeit auf den Akku „Rücksicht“ zu nehmen. Die Elektronik sorgt für bestmögliche Akkupflege.

Nachteile?

Gerne hätte ich euch hier ein Gerät ohne Mängel präsentiert. Leider aber zeigte der Hombot im Test durchaus seine Schwächen und zwar in zwei Punkten:

  1. So Intelligent der Hombot auch zwischen Möbelstücken dank seiner Ultraschallsensoren navigiert – niedrige oder sehr schmale Hindernisse erkennt er nicht und diese merkt er sich auch nicht. So dotzt der Hombot fast jedes Mal gegen die quer liegenden Holme der Küchenstühle am Boden, egal, wieviele Reinigungen er absolviert hat. Er sieht sie einfach nicht. Gleiches gilt für sehr schmale Möbelbeine, wobei er diese etwas besser erkennt und meist umschifft. Obwohl die Sensorik des Hombot extrem sanft ist, bei solchen Objekten versagt leider die Intelligenz des Hombot.
  2. Die Suche nach der Basisstation. Einerseits verlangt der Bot, die Basis solle links, rechts und davor einige Meter freien Raum haben. Nungut. Das alleine war schon schwer genug zu realisieren ohne den Bot so zu platzieren, dass man ständig darüberfällt. Der Bot aber dockt manchmal einfach nicht an. Teilweise verschiebt er fünf Minuten lang seine Basisstation bis er gar nicht mehr andocken kann. Ein Andermal wiederum klappt’s auf Anieb. Ich konnte nicht herausfinden, woran es lag. Grundsätzlich aber muss man leider die Basis wirklich möglichst „frei“ an einer Wand platzieren, damit der Hombot tatsächlich wieder nach Hause findet, was die Flexibilität unnötig einschränkt. Kurios dabei: Der Hombot fährt zielsicher zur Basis, versucht dann aber oft an der gegenüberliegenden Wand anzudocken oder touchiert die Basis von der Seite…

Fazit

Unter all den getesteten Robotern ist der Hombot von LG ohne Zweifel der intelligenteste. Die Navigation funktioniert hervorragend und kein Roboter war bislang so sanft und vorausschauend zu den diversesten Einrichtungsgegenständen. Das Design gefällt, die Entleerung des Staubbehälters funktioniert einfach und schnell, der Roboter ist extrem leise und reinigt dank doppelter Seitenbürsten und intelligenter Elektronik zudem sehr gut.

Einzig das schlechte Auffinden der Basisstation ist sehr ärgerlich. Hoffentlich liefert LG hier sehr bald ein Softwareupdate (einen USB Anschluß bringt der Hombot mit). Dass der Bot schmale und niedrige Objekte nicht sehr gut erkennt ist (leider) üblich; kaum ein Roboter erkennt diese Gegenstände zuverlässig. Es verwundert dennoch, dass der Hombot sich nicht merkt, wo diese problematischen Gegenstände so rumstehen um diese grundsätzlich eher zu umschiffen anstatt ständig auf die Holme der Stühle aufzufahren und teilweise dort sogar hängen zu bleiben.

Die Vorteile des Hombot überwiegen die beiden oben genannten Nachteile aber durchaus – ich kann also dennoch eine Kaufempfehlung aussprechen.

8 Antworten auf „Intelligenter Sauger: LG Hombot VR6270 im Test“

  1. Hallo Holger,
    danke für deine ausführlichen Tests! Ich überlege zur Zeit hin und her ob ich mich für den LG Hombot VR6270 oder doch für einen Roomba (z.B. 780) entscheiden soll. Du hast in deinem Test beschrieben, dass sich der Hombot zeitlich nicht so genau programmieren lässt wie beispielsweise die Roombas. Verstehe ich es richtig, dass man nur einprogrammieren kann, dass jeden Tag zur gleichen Zeit gesaugt werden soll und keine Wochentage ausgenommen werden können? Oder kann ich z.B. einstellen, dass er am Wochenende nicht saugt?

    Viele Grüße
    Silja

    1. Hi Silja,
      gerne! Freut mich, wenn dir die Tests gefallen!

      So, dann zietiere ich mich mal ganz frech selbst:
      „Die Programmierung ist ebenfalls einfach, nachteilig hier ist allerdings der Fakt dass der Hombot sich nur auf tägliche Reinigung zur selben Zeit programmieren lässt, nicht aber, wie manch andere Roboter, zu unterschiedlichen Tageszeiten je Wochentag. Das bedeutet natürlich, dass der Hombot auch am Wochenende seinen Runden ziehen wird, sofern er auf tägliche Reinigung programmiert wurde. Alternativ kann auch nur eine einmalige Reinigung einprogrammiert werden.“

      Also richtig vermutet, entweder „ganz“ oder „gar nicht“, einzelne Wochentage können beim HomBot (sofern LG nicht zwischenzeitlich die Programmierung geändert hat) nicht ausgenommen werden, was an dieser Stelle für den Roomba spricht.

  2. Sehr gute testberichte ! Ich habe den Hombot seit 2 wochen und bin sehr zufrieden damit. Gemessene Energieverbrauch Homestation : 23 watt beim laden, 4 watt beim angedockte Roboter. Roboter schaltet sicht nie aus in Homestation. Ueber die USB anschluss kann eine mit eine Wifi Stick eine Verbindung zum Netzwerk gemacht werden. Ist nicht forgesehen fur Europa, trotzdem machbar (Google nach LG Hombot hacking).

  3. Hi Holger, danke für die Reviews. Laut LG Webseite kann man an den neuen LG-VR64701 ein Wischtuch anbringen. Hast du damit praktische Erfahrungen? Kann ich mir mit einem feuchten/elektrostatischen Wischtuch ganz praktisch vorstellen. Taugt das was? Und funktioniert das mit dme Roomba880 auch?

    1. Hi Manuel! Also die Wischtuchfunktion habe ich nur ganz kurz getestet und für nutzlos befunden. Meiner Meinung nach ist da einfach viel zu viel „manuelle Interaktion“ mit dem Roboter notwendig. Bei trockenem Wischtuch macht es keinen Sinn, nicht gleich die Saugfunktion stattdessen zu verwenden, und für ein feuchtes Tuch trocknet selbiges auch viel zu schnell auf oder der Bot hat zu wenig Anpressdruck um tatsächlich vernünftig damit reinigen zu können.

      Für mich wäre dies also absolut kein Kaufargument.

      Und nein, diese Funktion bieten die Roombas nicht; iRobot bietet aber eigene Wischroboter an.

  4. Hi Holger, danke für deinen Bericht. Kann das Gerät auch in Dunkelheit eingesetzt werden? Würden den LG in der Nacht einsetzten wollen…(obere Kamera?)

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