Roboter Staubsauger iLife V80 im Test

Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich euch bereits begeistert vom iLife A4 Staubsauger berichtet der mich ob des günstigen Preises durch seine perfekte Performance vollends begeisterte. Über die Jahre hatten ja iRobot, Samsung, LG oder Dyson das obere Ende der Messlatte bestimmt die derzeit der A4 bei mir einnimmt. Nun sehen wir uns an, ob der neue V80 die Messlatte nochmals höher legen kann!

Verpackung & Lieferumfang

Wie schon der kleine Bruder A4 setzt auch der V80 auf umweltfreundliche Verpackung. Wenig Kunststoff und viel recycelter Karton. Super!

Lieferumfang:

  • Roboter mit eingebautem Li-Ion Akku & HEPA Filter
  • Basisstation und Stecker-Netzgerät
  • Fernbedienung (Infrarot) inkl. Batterien
  • Ersatz-Hepa Filter & Ersatz-Seitenbürsten
  • Wassertank mit Wischmopp & Ersatzwischmopp

Inbetriebnahme, Konstruktion, Design & Bedienung

Der Akku im V80 war bei Lieferung teilweise geladen. Wie immer sollte man den (neuen) Akku vorerst mehrere Stunden voll laden und dann mit der ersten Reinigung beginnen.

Offensichtlich hatten bei anderen Modellen Kunden den Hauptschalter nicht gefunden weswegen der Bot nun Sticker aufweist, dass man eben den Hauptschalter umlegen muss, bevor über die Start-Taste eine Reinigung gestartet werden kann.

Grundsätzlich ist das eher doof ,denn es wäre genau so OK, würde der Hauptschalter den Bot gänzlich abschalten, das wäre der Logik wegen verständlicher für neue Kunden.

Wie schon beim A4s sind Basisstation & Netzgerät leider getrennt. Hier hätte ich mir ebenfalls zumindest eine einfache Möglichkeit gewünscht, das recht dünne Kabel irgendwie an der Basis aufwickeln zu können.

Die Basisstation selbst hat keinerlei Bedienelemente; nur eine grüne LED zeigt an, dass die Basis mit Strom versorgt wurde. Dabei ist die Basis des V80 optisch deutlich schicker in schwarz weiß gehalten, als jene des kleinen Bruders.

Der V80 ist etwas wuchtiger als noch der A4 und von seien Ausmaßen durchaus mit den Roombas vergleichbar. Entsprechend könnte er eher  mal Probleme beim Unterfahren niedriger Möbelstücke haben, als der A4. In meinem Fall können beide Bots sowohl Sofa als auch Couchtisch unterfahren. Super!

Auch der V80 weist ein Kunststoffgehäuse im Metall-Look auf, hat aber auf seiner Oberseite nun mehrere Tasten sowie ein kleines Display zur Anzeige des Betriebsmodus, der Uhrzeit und etwaiger Fehler.

Die Seitenteile des Roboters sind schwarz, an der Stoßstange finden wir weichen Gummi und die zwei Seitenbürsten an der Unterseite. Beim V80 sind diese aufgesteckt und können bequem abgenommen werden ohne schrauben zu müssen.

Auf der Unterseite gibt es wenig zu sehen. Absturzsensoren, ein kleines Rädchen vorne mittig und zwei Antriebsräder sowie die Saugöffnung die recht schmal ausfällt; nur etwa ein viertel der Roboterbreite ist mit der Saugöffnung  abgedeckt.

Der V80 wurde vom Hersteller als Modell für Hartböden konzipiert. Dass gar keine Bürste zum Einsatz kommt ist neu, das hab ich in dieser Form noch nicht gesehen. Aber dazu mehr im Kapitel Reinigungsleistung.

Vor der ersten Reinigung empfehle ich zudem zu kontrollieren ob auch tatsächlich alle Transportsicherungen entfernt wurden und ob alle Kabel und sonstige Hindernisse im zu reinigenden Gebiet aus dem Weg geräumt wurden. Solche Hindernisse führen nämlich fast immer zu Frust und Problemen, wenn Roboter ihre Kreise ziehen.

Schließlich muss dann nur die Basis an einer geeigneten Stelle platziert werden. Links und rechts davon sollte ca. 1m frei bleiben sowie 2m direkt vor der Basis (sagt der Hersteller). Theoretisch kann man die Basis also auch unter einem Sideboard aufstellen.

Wo ich beim A4 noch gelobt hatte, dass die Saugeinheit, speziell das Gebläse innerhalb des Roboters und nicht im Staubfach verbaut sei, verwendet iLife beim V80 genau jene Technik, wie sie auch in den Roombas eingesetzt wird. Der Staubbehälter beinhaltet auch gleich das Gebläse. Glücklicherweise ist die Reinigung des Staubbehälters immer noch sehr schnell und einfach zu bewerkstelligen. Ein feuchtes Auswaschen wie es beim A4 möglich ist, fällt aber durch die Elektronik leider flach.

Unschön: Der Staubbehälter mit der Gebläseeinheit hat ein hohes Eigengewicht. Wird er entnommen während der Bot am Ladedock steht, so geht der Roboter hinten hoch und verliert den Kontakt zur Ladestation.

Praktisch: Hepa und Grobstaubfilter können von oben aus dem Behälter genommen werden, nachdem eine Magnetklappe geöffnet wurde. Das ist komfortabel und vermeidet Finger-Verrenkungen. Der grobe Schmutz kann zudem bequem direkt aus dem Behälter geleert werden.

Akkulaufzeit

Nachdem mich der A4 schon mit hervorragender Laufzeit überrascht hatte, erwartete ich auch nichts anderes vom V80. Auch hier wurde ich nicht enttäuscht, wenngleich der Roboter etwas weniger lang als sein kleiner Bruder durchhält. Ca. 1,5-2h zieht er seine Kreise, danach muss er an den Strom. Auch der V80 beherrscht kein „zwischendurch“ Aufladen wie manche Roboter anderer Marken.  In dieser Preisklasse wäre das aber durchaus wünschenswert wenngleich verschmerzbar. Da der Bot aber keine Vermessung oder Kartografierung des Raumes durchführt, wäre eine Fortsetzung der Reinigung nach dem Aufladen auch eher ein Glücksspiel, weil der Roboter kaum dezidiert die Stellen auffinden würde, an denen er noch nicht gereinigt hatte.

Smarthome?

Leider ist beim iLife V80 nach „automatische Reinigung durch Saugroboter“ Schluß mit dem Thema Smarthome. Ihm Fehlen Wifi oder App-Anbindung, entsprechend lässt er sich kaum fernsteuern. Theoretisch natürlich ließe sich der Bot eventuell bei manchen Infrarot-Fernbedienungen wie NEEO oder Harmony integrieren und so (bedingt) fernsteuern, den Erwartungen an’s Smart Home wird das aber nur wenig gerecht.

Der V80 und die Möbel

Wie auch der A4 ist der größere V80 durchaus sanft zu den Möbeln geht aber doch recht kontinuierlich auf Tuchfühlung. Speziell niedrige Objekte (2-3cm Höhe) erkennt er nicht und es kann deshalb durchaus sein, dass er selbige quer durch den Raum schiebt, sofern sie leicht genug sind. Das ist ärgerlich aber mit Saugrobotern quasi ein „Klassiker“. Gilt übrigens auch für unser Kaminbesteck, auch der V80 dotzt hier gerne dran und sorgt für geräuschvolle Unterhaltung. Tjo…

Jene Möbel hingegen die am Boden stehen oder ausreichend dicke Beine aufweisen, werden, wenn überhaupt, nur ganz sanft berührt. Die Kantenerkennung funktioniert zudem ebenfalls gut, es kommt kaum zu Wandberührungen und damit einhergehende schwarze Streifen durch schmutzige Seitenbürsten werden meist vermieden. Alles in allem ein sehr gutes Ergebnis, keine Beschädigungen. Wenn iLife jetzt noch hinbekäme, dass auch schmale Objekte erkannt werden, wäre es perfekt. Kabel verschluckt der V80 im Übrigen kaum da er ja nur die Seitenbürsten hat; selbige jedoch führen schnell mal zu Fehlern und in Folge zu einem Reinigungsabbruch wenn sie z.B. unter einer Teppichkante hängen bleiben.

Navigation im Haus

Wie fast alle preisgünstigeren Staubsauger beherrscht auch der V80 keine „Raum-zu-Raum“ Navigation und kurvt mehrheitlich im Chaosprinzip durch den Raum, wenngleich iLife ihm etwas mehr Intelligenz verpasst hat, als noch dem kleinen A4. So wechselt der V80 durchaus des Öfteren in den Kantenmodus und fährt so den Rand des Raumes ab; das trägt merklich zur Sauberkeit bei. Auch versucht er, wenn möglich, einigermaßen geregelte Bahnen zu ziehen und, so der Hersteller, versucht der V80 zudem den Raum in „Bereiche“ zu unterteilen die dann nacheinander gereinigt werden. Klappt. Manchmal 😉

All diese Modus inklusive eines Spot-Reinigungsmodus können natürlich über die Fernbedienung oder die Gerätetasten auch direkt angewählt werden.

Wartung & Reinigung des Gerätes

Wie schon erwähnt ist die Reinigung sehr einfach und die Wartung quasi nicht existent da der Bot keine Bürsten hat (mit Ausnahme der Seitenbürsten). Der stabile und schwere Staubbehälter lässt sich zwar einfach entnehmen, dabei geht aber, wie bereits erwähnt, der ganze Bot hinten hoch. Zum Entleeren kann der Behälter vorne geöffnet werden und direkt in einen Mistkübel entleert werden, das ist gut. Der HEPA und Feinstaubfilter kann nach oben über eine zusätzliche Klappe entnommen werden, das ist ebenfalls praktisch. Speziell Tierhaare haften am Grobfilter und können bequem abgezupft werden.

Der Behälter ist zudem ausreichend groß sodaß, eine tägliche Entleerung meist nicht zwingend notwendig ist; um eine dauerhaft hohe Saugleistung zu gewährleisten, ist das aber auch hier anzuraten.

Programmierung

Für mich die wichtigste Zusatzfunktion des V80 (verglichen mit dem A4) ist die tägliche Programmierbarkeit. Beim V80 kann man für jeden Tag eine Reinigungszeit festlegen. Das allerdings konnte Roomba auch schon vor 10 Jahren und ist jetzt nichts Neues und auch keine Hexerei. Es ist aber einfach unglaublich angenehm, wenn am Wochenende der Bot eben NICHT während der Frühstückszeit loslegt und ein wichtiger Pluspunkt gegenüber den preisgünstigeren iLife Modellen.

Die Programmierung kann hier am Gerät erfolgen ist aber alles andere als selbsterklärend und ohne Anleitung nur schwer hin zu bekommen. Mit Anleitung geht’s aber schnell und problemlos von der Hand.

Betriebsgeräusch

Der V80 ist kein „lauter“ Saugroboter, sein Saugmodul allerdings verursacht deutlich lautere Geräusche als beispielsweise beim A4 oder LGs Hombot. Den V80 würde ich nicht bzw. nur sehr ungern während eines Fernsehabends seine Runden  ziehen lassen.

Reinigungsleistung

Nun, wie sieht es also mit der Reinigungsleistung dieses bodenbürstenlosen Staubsaugers aus? Das ist natürlich alles subjektiv. Wir haben Sisal-Läufer im Flur; die Bodenbürste des A4 rupft hier immer wieder viel Fusseln aus diesen Läufern was zum „Schmutzvolumen“ natürlich beiträgt. Der Schmutzbehälter im A4 scheint immer nach einem Reinigungsvorgang besser gefüllt zu sein, als beim V80, ist aber kleiner (450ml VS 750ml)

Man muss aber auch sagen, dass der gereinigte Bereich beim V80 durchaus gleich sauber erscheint, wie jener des A4. Rein vom Bauchgefühl würde ich nach wie vor den A4 bevorzugen, wenngleich die Kantenreinigungsfunktion des V80 zuverlässiger und konstanter ist und eben speziell an den Rändern der Räume mehr Sauberkeit hinterlässt.

Feucht Aufwischen

Wer schon länger hier liest, der wird sich eventuell noch dunkel an meine Testberichte zu iRobots Scooba 230 sowie 385 erinnern können. Beide Geräte sind zwischenzeitlich nicht mehr im Einsatz da defekt.

Solch aufwändige Geräte mit getrenntem Abwasser und Frischwasser Reservoir gibt es heutzutage kaum noch. iLife hat beim V80 hingegen auf die einfachere Variante gesetzt. Man kann den Saugbehälter gegen einen mitgelieferten Behälter mit Wassertank ersetzen. Eine kleine Pumpe erzeugt dann im Behälter einen Überdruck der durch sehr kleine Löcher Wasser auf ein mit Klettverschlüssen befestigtes Microfaser-Tuch tropfen lässt. Dieses feuchte Tuch zieht der Roboter dann an seiner Unterseite über den Boden.

Es dauert ein paar Minuten, bis das Tuch durchtränkt ist. Ich persönlich habe es immer zuerst unterm Wasserhahn gut feucht gemacht und kräftig ausgewrungen, bevor ich es am Roboter montierte.

Grundsätzlich nimmt dieses Tuch durch den Roboter durchaus etwas Schmutz auf. Da es aber natürlich auch hier keine schrubbenden Bürsten oder zumindest schrubbende Bewegungen gibt, kann diese Funktion bestenfalls dazu benutzt werden, um ein paar echt frische noch nicht eingetrocknete Verschmutzungen aufzuwischen; und dann ist man eh meist schneller, indem man schnell mit dem Wettex oder der Küchenrolle drüberwischt.

Wenn’s also wirklich mal schnell gehen soll, ja, kann man machen; diese Funktion ist aber definitiv kein Kaufargument.

Mängel?

Wenige, wobei auch hier zu sagen ist, dass die nun aufgeführten Punkte natürlich NUR auf mein Zuhause zutreffen! So wie der Dyson Roboter arge Probleme mit den Sesselholmen hatte (der V80 hat damit null Probleme) hat auch dieser Bot seine Eigenheiten.

Was mich stört:

  1. Der V80 befährt den flauschigen hochflorigenTeppich im Wohnzimmer fast nie. Zwar ist er für Hartböden ausgelegt, zumindest befahren  und absaugen sollte er Teppiche aber sehr wohl. Der A4 hingegen reinigt diese Teppiche zuverlässig, vermutlich auch durch das geringere Eigengewicht.
  2. Während meines mehrwöchigen Tests verfing sich der Bot mehrfach mit einer der Seitenbürsten an einem der Vorzimmer Läufer und bekundete, er könne nicht weiterfahren. Ein raus-rangieren wäre aber immer einfach möglich gewesen. Verschob ich den Läufer ein paar Zentimeter waren die Probleme weg. Der A4  hingegen hatte hier nie das geringste Problem.

Tips

  • Die Ladestation bzw. deren Leitstrahl sollte in freien Raum zeigen.
  • Die Ladestation unbedingt an eine möglichst gerade Wand oder Sockelleiste stellen
  • Da die Saugöffnung hier recht schmal ist, würde ich einen Betrieb mindestens fünf mal die Woche empfehlen.
  • Der erste und zweite Betrieb sollte unter Aufsicht erfolgen um eventuelle Stolperfallen gleich von Beginn an zu beseitigen.
  • Türschwellen können bis etwa. 1 cm Höhe vom Roboter passiert werden, zudem gab’s im Test kein einziges Problem mit den quer liegenden Sesselholmen (da fahren sich die meisten Bots nämlich fest)!!

Pro & Contra

+ schickes Design
+ wartungsarm
+ gute Akkulaufzeit + gute Abluftfilterung dank HEPA Filter
+ nicht anfällig für Tierhaare da keine Bodenbürste
+ preiswert
+ Wischfunktion kann praktisch sein

– Programmierung zwar einfach aber nur mit Anleitung verständlich
– Navigation nicht so zuverlässig wie bei anderen Modellen
– Wischfunktion nur für kleine und möglichst nicht verstellte Flächen brauchbar

Fazit

Ich habe zwar hauptsächlich Hartböden, aber eben nicht nur. Der V80 wird vom Hersteller klar als Roboter für Hartböden beworben. Würde ich mich zwischen A4 und V80 entscheiden müssen, würde ich den A4 wählen weil dieser eben sowohl flauschige Teppiche als auch dünne Läufer zuverlässig und gründlich reinigt und bürstet. Auf den Parketten und Fliesen liefert der V80 hingegen ein ausgesprochen gutes Reinigungsergebnis.

Zwar musste ich den V80 öfter als den A4 aus manchen Situationen befreien (verhakte Seitenbürsten oder Kämpfe mit dem Katzenspielzeug), nach ein paar Anpassungen reinigte aber auch der V80 immer ohne Zwischenfälle.

Für Hartbodenbesitzer spezielle auch mit Haustieren ist der V80 daher eine klare Empfehlung.

Aktuell kann der Bot für 299EUR direkt bei iLife-Germany bezogen werden.

Vergleich A4 VS V80

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3 Antworten auf „Roboter Staubsauger iLife V80 im Test“

  1. Hallo. Vielen Dank für deinen – wie immer – schönen, ausführlichen, objektiven Bericht. Ich stelle wieder einmal erschütternd fest, dass es offensichtlich keinen Hersteller gibt, der einfach mal die typischen Probleme aufgreift, die die Roboter heutzutage haben. (aus meiner Sicht)
    1. Verfangen in Kabel
    2. Selbstständiges Schliessen von Türen durch penetrantes „Gegendonnern“ bis die Tür endlich zu ist und er eingesperrt ist
    3. Das Verklemmen unter niedrigen Möbeln
    4. Das Blockieren der Seitenbürsten bei hochfloorigen Teppichen
    5. Das „Aufhängen“ auf Standbügel von Wäscheständern oder Schwingstühlen

    Das „fast“ Bürstenlose Konzept des V80 finde ich interessant, denn dadurch wird effektiv der Punkt 1 behindert (wenn dann nicht die Seitenbürsten wären) und es nimmt Wartungsarbeit ab. Aber wie stark ist die Saugleistung wirklich? Bspw. wenn Cornflakes oder o.ä. schweres auf dem Hartboden liegt. Saugt er diese genauso anstandslos auf wie der ein Roboter mit Bürsten?

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