Billig oder preisgünstig? iLifes A4s Saugroboter im Test

Ich weiß ja nicht, wie es euch bei Saugroboter Herstellern geht, aber von iLife hatte ich bislang noch überhaupt nichts gehört. Schande über mein Haupt aber das ging bislang spurlos an mir vorüber.

Klar, wir haben uns Diverse Roomba Modelle von iRobot angesehen, oder auch von Samsung, LG oder Dyson. iLife war bislang noch nicht dabei. Schwerer Fehler!

Ob der extrem günstige iLife A4s sein Geld wert ist oder man besser doch bei teureren Marken gucken sollte, erfahrt ihr in der folgenden Review.

Verpackung & Lieferumfang

Erste Pluspunkte heimst der A4s mit der recht umweltfreundlichen Verpackung ein. Viel Karton, wenig Kunststoff. Wunderbar.

Lieferumfang:

  • Roboter mit eingebautem Li-Ion Akku & HEPA Filter
  • Basisstation und Stecker-Netzgerät
  • Fernbedienung (Infrarot) inkl. Batterien
  • Ersatz-Hepa Filter & Ersatz-Seitenbürsten

Inbetriebnahme, Konstruktion, Design & Bedienung

Man kann sofort loslegen, der Akku ist teilweise geladen, Bürsten und alles Zubehör sind installiert. Der Hersteller empfiehlt natürlich, den Akku zunächst mehrere Stunden aufzuladen, bevor man den ersten Reinigungsvorgang startet. Für selbiges muss nur der gut erreichbare (rechts hinten) Hauptschalter umgelegt werden und die einzelne Taste gedrückt werden.

Dass iLife dem A4s einen physischen Hauptschalter verpasst hat ist übrigens sehr löblich, so kann ein unerwünschtes Entladen des Akkus verhindert werden, sollte der Roboter mal für längere Zeit außer Dienst gestellt werden.

Beim A4s sind Basisstation & Netzgerät leider getrennt. Hier hätte ich mir zumindest eine einfache Möglichkeit gewünscht, das recht dünne Kabel irgendwie an der Basis aufwickeln zu können.

Die Basisstation selbst hat keinerlei Bedienelemente; nur eine grüne LED zeigt an, dass die Basis mit Strom versorgt wurde.

Auch der Roboter selbst ist überraschend schlicht; das Gehäuse  besteht natürlich aus Kunststoff, wirkt aber hochwertig und robust. Das Finish erinnert an gebürstetes Metall; die einzelne Taste ist in Chrom gehalten. Die Seitenteile des Roboters sind schwarz, an der Stoßstange finden wir weichen Gummi und die zwei Seitenbürsten (eine links, eine rechts) sind erstaunlich lang.

Auf der Unterseite gibt es wenig zu sehen. Drei Absturzsensoren, ein kleines Rädchen vorne mittig und zwei Antriebsräder sowie die Bürstenöffnung die auffallend schmal ausfällt; nur etwa die halbe Roboterbreite ist mit der Bürste abgedeckt. Ob das funktioniert?

Vor der ersten Reinigung empfehle ich zudem zu kontrollieren ob auch tatsächlich alle Transportsicherungen entfernt wurden und ob alle Kabel und Teppichfransen im zu reinigenden Gebiet aus dem Weg geräumt wurden. Das führt nämlich fast IMMER zu Frust und Problemen, wenn Roboter ihre Kreise ziehen.

Schließlich muss dann nur die Basis an einer geeigneten Stelle platziert werden. Links und rechts davon sollte ca. 1m frei bleiben, 2m direkt vor der Basis (sagt der Hersteller).

In meinem Fall halte ich zwar den Abstand links und rechts der Basis ein, nicht aber davor. Dennoch hat der Roboter bislang in jedem einzelnen Fall seine Basis zuverlässig gefunden (auch wenn’s manchmal dauert).

Schön gelöst: iLife hat darauf verzichtet, das Gebläse des Roboters in das Staubfach zu integrieren, wie iRobot es meist tut. Deshalb kann hier das gesamte Staubmodul einfach gereinigt werden und zudem bei Bedarf feucht ausgewaschen werden.

Der Staubbehälter ist hinten am Roboter angebracht und so konstruiert, dass es sogar dann entnommen werden kann, wenn der Bot z.B. unter einem Sofa platziert wurde. Super! Innerhalb des Staubbehälters finden wir den HEPA Filter sowie eine Schaumabdeckung und einen Halterahmen mit einem weiteren Filter.

Hier muss ich ankreiden dass das zur Reinigung etwas mühsam ist da man gleich mal vier Teile in der Hand hat; einfacher wäre es gewesen wenn der Filter eher als Kassette aufgebaut wäre (1 Teil) oder zumindest so, dass die Teile von selbst etwas aufeinander haften (klett) oder ineinander einschnappen.

Da man in der Praxis aber nur alle paar Tage die Filter ausklopfen sollte ist auch das absolut kein Problem.

Videoreview

Akkulaufzeit

Ich war ziemlich skeptisch als ich das Gerät in Betrieb nahm. „So günstig? Da kann was nicht stimmen. Zumindest der Akku wird nicht lange halten!“ dachte ich mir… Weit gefehlt.

2-3h fährt der A4s je Reinigungsvorgang im Haus herum. Gespart hat der Hersteller hier also definitiv nicht. Was der A4s NICHT kann ist das Fortsetzen der Reinigung nachdem der Akku geladen wurde. Dank der guten Laufleistung des Akkus ist das aber meiner Meinung nach nicht notwendig.

Der A4s und die Möbel

Im Allgemeinen ist der kleine Roboter von iLife recht sanft zu allen möglichen Objekten. Zu schmale Tisch- oder Stuhlbeine mag er aber weniger und dotzt herzlich dagegen. Auch mit unserem Kaminbesteck spielt er ab und an ganz gerne und verwandelt es kurzerhand in ein Windspiel.

Möbel hingegen die am Boden stehen oder ausreichend dicke Beine aufweisen, werden, wenn überhaupt, nur ganz sanft berührt. Die Kantenerkennung funktioniert zudem ebenfalls gut, es kommt kaum zu Wandberührungen und damit einhergehende schwarze Streifen durch schmutzige Seitenbürsten werden vermieden. Alles in allem ein sehr gutes Ergebnis, keine Beschädigungen. Wenn iLife jetzt noch hinbekäme, dass auch schmale Objekte erkannt werden  und Kabel wieder ausgespuckt werden, wäre es perfekt.

Navigation im Haus

Worauf man als Käufer des iLife A4s verzichten muss ist „Raum-zu-Raum“ Navigation. Der Roboter kurvt ausschließlich nach dem Chaosprinzip durch den Raum; bei 3h Fahrtzeit pro Akkuladung erreicht er aber auch so fast jeden Winkel; und wenn nicht bei seiner ersten Fahrt, dann eben bei der Fahrt tags darauf.

Zusätzlich hat der Hersteller noch den Modus „Spot“ (um kleine stärker verschmutzte Flächen zu reinigen) sowie „Edge“ (um allen Wänden zu folgen) eingebaut, damit sollte nun wirklich alles abgedeckt sein.

Wartung & Reinigung des Gerätes

Wie schon erwähnt ist die Reinigung & Wartung einfach. Der Staubbehälter ist aber sehr klein und muss in unserem Fall (dank der Redaktionskatze) täglich entleert werden. Dabei überrascht die Menge und Vielfalt des aufgesammelten Schmutzes. Ginge man danach, müssten wir bereits eine Nacktkatze haben ;-)!

Auch nach unserem Test fanden sich erfreulicherweise kaum Katzenhaare an der Bürste oder irgendwo sonst, außer im Staubbehälter. Sehr gut.

Die Bürste selbst ist recht kurz und eine „klassische“ Bürste. Also keine fancy Gummiwalzen, high-tech Profile oder sonstiges. Eine Bürste mit Borsten – that’s it. Und wisst ihr was? Haut hin, funktioniert. Was brauch‘ ich mehr!

Was muss man also Pflegen? Täglich den Behälter leeren und alle 3-4 Tage die Filter ausklopfen (natürlich je nach Anwendung) und dann am besten auch gleich die Bürste kontrollieren und das Gerät rundherum mit einem leicht feuchten Tuch abwischen. Fertig.

Programmierung

Selbst bei dieser Preisklasse hat iLife dem A4s eine Programmiermöglichkeit spendiert. Diese Programmierung hat aber gewisse Einschränkungen:

  • Es kann nur die Uhrzeit und die gewünschte Reinigungszeit eingestellt werden.
  • Entsprechend reinigt der Bot dann wirklich täglich  zur eingestellten Zeit.
  • Schaltet man den Bot über den Hauptschalter aus, so vergisst er die geplanten Reinigungen.
  • Die Programmierung kann ausschließlich über die mitgelieferte Fernbedienung, nicht aber am Gerät erfolgen.

In Summe aber OK für ein Gerät dieser Preisklasse.

Betriebsgeräusch

Einer der größten Vorteile dieses Roboters ist sein extrem niedriges Betriebsgeräusch. Dies ist ein Roboter der selbst Abends neben dem Fernsehen laufen kann, ohne zu stören. Anfangs vermutet man sogar, der könne doch gar nicht saugen, so leise ist er. Ich bin begeistert!

Der A4s und die Kabel

Einen Mangel hab ich dann aber doch: Der A4S hat Kabel zum Fressen gerne. Alles was nicht irgendwo festgenagelt oder in einem dickel Kabelschlauch versteckt wurde, wird gefressen. Ausnahmslos. Hier müsst ihr also extrem darauf achten, ALLE Kabel zu sichern, bevor der Roboter losfährt. Einmal hat er sogar sein eigenes Kabel gefressen, weil das Netzgerät versehentlich ausgesteckt worden war, Kabel samt Basis wurde dann mitgeschleift und teils als Sprungschanze genutzt und damit sogar einer der Sesselholme überwunden, die für diesen Roboter sonst überhaupt kein Problem darstellen.

Tips

  • Die Ladestation bzw. deren Leitstrahl sollte in freien Raum zeigen.
  • Die Ladestation unbedingt an eine möglichst gerade Wand oder Sockelleiste stellen
  • Bei kleinen Wohnungen ca. 50-60 Quadratmeter reicht ohne Haustiere meist ein Betrieb 2-3 mal pro Woche.
  • Bei größeren Wohnungen ab 60 Quadratmetern sollte der Roboter täglich fahren um wirklich alles abfahren zu können.
  • Teppichfransen  sollten unter den Teppich geschlagen werden.
  • Der erste Betrieb sollte unter Aufsicht erfolgen um eventuelle Stolperfallen gleich von Beginn an zu beseitigen. ALLE KABEL SICHERN!!
  • Türschwellen können bis etwa. 1 cm Höhe vom Roboter passiert werden, zudem gab’s im Test kein einziges Problem mit den Sesselholmen (da fahren sich die meisten Bots nämlich fest)!!

Pro & Contra

+ schickes Design
+ sehr flache Bauform
+ Einfache Inbetriebnahme und Wartung
+ extrem leises Betriebsgeräusch
+ außerordentlich gute Akkulaufzeit+ gute Abluftfilterung dank HEPA Filter
+ trotz „klassischer“ Bürste kaum anfällig für Tierhaare
+ extrem günstig

– die Hochglanzoberfläche ist empfindlich
– Programmierung nur täglich möglich (oder gar nicht)
– eine Schaltung gegen das umwickeln von Kabeln oder Schnüren fehlt

Fazit

Kurz: Kaufen, wenn ihr einen Saugroboter möchtet. Der iLife A4s reinigt gut, speziell wenn er täglich fahren darf. Die Schmutzaufnahme ist beachtlich, und das bei flüsterleisem Betrieb. Kleiner Preis, moderner Lithium-Akku, leises Betriebsgeräusch, gute Reinigungsleistung – was will man mehr?! Nix, das passt!

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