© Dyson

Ihr wisst ja, ich habe einen Faible für Staubsaugroboter. Kaum eine andere Produktgruppe haben wir häufiger getestet als Saugroboter. Alle Modelle hatten Vor- und Nachteile, im Allgemeinen war das Fazit zwar positiv aber meist mit der Fußnote, dass man halt doch ab und zu mit einem „großen“ Staubsauger nachbessern müsse, da entweder Saugleistung oder Gründlichkeit des Roboters nicht ganz en-par mit den großen Bodenstaubsaugern waren.

Seit einer Weile schon war der 360 eye von einer meiner Lieblingsmarken, Dyson, in Japan am Markt, recht kurz erst wird er auch hier in Europa angeboten. Entsprechend gespannt war ich natürlich auf Leistung und Features des kleinen Putzteufels und ob dieser der alt eingesessenen Konkurrenz von z.B. iRobot das Wasser reichen könnte! Lest selbst, wie er abschneidet.

Verpackung & Lieferumfang

Zwar setzt der Hersteller bei diesem Gerät leider auf viel Schaumstoff anstatt umweltfreundlichere Materialien in der Verpackung, dennoch muss man sagen, dass das Auspacken durchaus zu einem kleinen Erlebnis wird. Die Verpackung ist außen hauptsächlich weiß und es mutet fast an, als packe man ein Apple Produkt aus. Der schwarze Schaumstoff schützt den Roboter hervorragend, Transportschäden sind quasi ausgeschlossen.

Dyson liefert mit dem Roboter eigentlich keinerlei Zubehör mit – das verkürzt die Inbetriebnahme. Im Alltag stellt dies zudem bei diesem Roboter auch in keinster Weise einen Nachteil dar. Neben dem 360eye finden wir nur das Netzgerät sowie die Docking-Station im Lieferumfang. Das war’s. Eine recht ausführliche Bedienungsanleitung liegt ebenfalls bei, Piktogramme und begleitender Text erklären recht gut, wie der Roboter so tickt.

Inbetriebnahme

Aufladen & Dock-Platzierung

Lt. Anleitung soll rund um die Ladestation, also sowohl links als auch rechts etwa 50cm Platz gelassen werden. Natürlich, ihr kennt mich, habe ich mich mal testhalber nicht daran gehalten und die Ladestation direkt neben eine Lampe, die am Boden steht, gestellt. Und siehe da – der Dyson 360eye hatte, anders als einige Konkurrenzprodukte, nicht die geringste Schwierigkeit, zielsicher zur Station zurückzukehren und sich aufzuladen.

© Dyson

Grundsätzlich sollte die Ladestation jedenfalls an einer Wand platziert werden, damit der Bot sie nicht verschieben kann, ausreichend Raum rundherum aufweisen und sodann natürlich mit dem Netzgerät verbunden werden. Das Kabel des Netzgerätes ist ausreichend lang und, wie auch die Ladestation, in schönem weiß gehalten.

Zwei sehr schöne kleine Details:

  1. Das Netzgerät hat eine transparente Kunststoffabdeckung die gleichzeitig als „Klemme“ für ein etwaig teilweise aufgewickeltes Kabel fungiert. So muss nur exakt jene Länge abgewickelt werden, die man genötigt – nichts hängt unmotiviert und hässlich in der Gegend herum.
  2. Das Kabel kann sowohl links als auch rechts am Dock angeschlossen werden! Eine Kleinigkeit, die einem jedoch das Leben tatsächlich erleichtert! Super mitgedacht, Dyson!

App Setup

Das Einrichten der App bzw. die Verbindung selbiger mit dem Roboter funktioniert auch anstandslos. Man lädt die Dyson App aus dem jeweiligen Appstore und startet sie.

Dyson Link (AppStore Link) Dyson Link
Hersteller: Dyson Inc.
Freigabe: 4+
Preis: Gratis Appstore >

Nun wählt man „verbinden“ und klickt auf „Start“.

Anschließend wählt man den Saugroboter und bestätigt das WLAN Netzwerk. Hier der einzige „Mangel“ im Setup-Prozess: Der Hersteller möchte die WLAN Auswahl erleichtern und zeigt automatisch das WLAN an, mit dem das iPhone gerade verbunden ist (siehe Bild 3 in obiger Galerie). In diesem Dialog allerdings bietet die App nicht die Möglichkeit, ein anderes Netzwerk auszuwählen! Man muss also manuell aus der App raus, das WLAN wechseln und dann wieder zurück zur App. Grund: Der 360eye kommt nur mit 2,4GHz WLAN Netzen zurecht, nicht aber mit den 5GHz Varianten.

TIPP

VOR dem Start der App kontrollieren, dass man sich im korrekten (2,4GHz) WLAN befindet 😉

Nun gibt man das Passwort des heimischen WLANs ein, wechselt (nochmals) zu den WLAN Einstellungen des Telefons und verbindet sich mit dem vom Saugroboter aufgespannten Netzwerk. Retour zur App und diese verbindet sich sofort mit dem Roboter und übermittelt die korrekten Einstellungen des heimischen WLANs an den Roboter, welcher sich dann auch gleich mit den Dyson Servern einrichtet – dies ist notwendig um auch von unterwegs auf den Bot zugreifen zu können. Eigentlich wäre es doch einfacher gewesen, für die Ersteinrichtung auf Bluetooth zurückzugreifen anstatt das WLAN wechseln zu müssen.

Das war’s auch schon, der Bot kann nun mit der App gesteuert werden. Eine Programmierung verschiedener Reinigungszeiten ist auch AUSSCHLIESSLICH mit der App möglich, das Starten oder Stoppen einer einmaligen Reinigung funktioniert freilich auch direkt am Gerät.

Design

Nun, ich wiederhole mich bei meinen Dyson-Artikeln, aber am Dyson Design scheiden sich nach wie vor die Geister; ich find’s hübsch und wunderbar „technisch“, andere einfach zu viel des Guten.

© Dyson

Der Roboter ist aufgeräumt und kompakt. Er hat ungefähr die Maße einer kleinen Torte, auch was die Höhe betrifft und ist damit zwar im Durchmesser erheblich kompakter als die Modelle der Konkurrenz, dafür ist der 360eye aber auch um einiges höher.

Das hat beides Vor- und Nachteile. Der Vorteil des geringen Durchmessers ist, dass der Bot besser auch den Schmutz in Ecken aufnehmen kann weil er „näher ran“ kommt, der Nachteil der großen Bauhöhe ist, dass er tendenziell unter weniger Möbelstücke passt, als die Bots der Konkurrenz.

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Vorne finden wir den nach wie vor transparenten Staubbehälter, darüber die bekannten Zyklone. Auf der Oberseite sehen wir eine große Taste die über LEDs zudem den Ladestatus (ladend, leer, voll) sowie etwaige Fehler anzeigt. Genau in der Mitte der Oberseite befindet sich die namensgebende 360° Kamera mittels derer der Roboter navigiert.

Links und rechts finden wir zwei Griffmulden in welche zudem die Infrarotscheinwerfer integriert sind, so soll der 360eye auch bei Dunkelheit navigieren können.

An der Unterseite finden wir die Katerpillar-Raupen die für Vortrieb sorgen, mehrere Führungsrädchen und die Ladekontakte und natürlich die Bürsteneinheit mit Carbonfaserbürste. Hinten finden wir eine Abdeckung die neben dem Nachmotorfilter noch den (verschraubten) Akku sowie eine USB Buchse beherbergt.

© Dyson

Farblich ist der Bot in silbergrau, transparent und blau gehalten, durchaus schick. Die Raupen sind Lila.

Dyson Link App

Für diesen Saugroboter ist die App essentiell. Wer diesen futuristischen Saugroboter kauft, würde sich der meisten Features berauben, würde er die App nicht nutzen.
Die App ist in fünf Hauptbereiche unterteilt. Die Statusanzeige, welche Betriebsbereitschaft, Akkuladung, etwaige Fehler und auch die nächste geplante Reinigung anzeigt, den Zeitplan, die Aktivitätsübersicht sowie die Bedienungsanleitung und Einstellungen wie den Namen des Bots, Softwareupdates, die Zeitzone oder auch welche Art von Push-Mitteilungen der Roboter ans Telefon sendet.

Bedarfsreinigung

Soll der Bot einfach zwischendurch verwendet werden, so reicht ein etwas längeres Drücken seiner einzigen Taste, die Reinigung wird gestartet und nach Abschluss (oder zwischenzeitlich zum Nachladen) kehrt der Dyson 360eye wieder zur Ladestation zurück.

Wird der Bot von der Station genommen und irgendwo in den Raum gestellt und DANN die Reinigung gestartet, so kehrt er nach der Reinigung bzw. bei leerem Akku wieder an diese Stelle zurück. Smart. Die Ladestation sucht er in diesem Modus dann allerdings nicht.

Diese Bedarfsreinigung kann natürlich auch über die App gestartet werden.

Geplante Reinigung

Dyson hat dem 360eye auch eine wunderbare Zeitplanungsfunktion spendiert, welche komfortabel über die App funktioniert ohne mühsam Tasten am Roboter drücken zu müssen. Ein ganz klein wenig verwirrend kann das zwar sein, da es einen Button für „täglich“ gibt, der aber nur dazu gedacht ist, eine Reinigungszeit für ALLE Wochentage in einem Rutsch zu übernehmen, nicht aber um z.B. zwischen täglicher und wöchentlicher Reinigung zu wechseln.

Grundsätzlich wird man aber auf „täglich“ tippen, z.B. 12 Uhr einstellen, dies wöchentlich wiederholen lassen und speichern. So werden alle Tage in einem Rutsch übernommen; will man dann z.B. einzelne Tage bearbeiten, so kann man dies bequem machen. Auch lässt sich je geplanter Reinigung festlegen, ob der Bot im leisen Modus, mit reduzierter Saugleistung oder im Standardmodus mit maximaler Leistung seine Bahnen zieht.

Optimieren könnte der Hersteller hier in der App vielleicht die Darstellung; ich fände es praktischer, die geplanten Reinigungen als „Zeitslots“ darzustellen denn strikt als Wochentage. So könnte man anzeigen „Mo-Fr 12 Uhr max“ und einen zweiten Slot „Wochenenden 8 Uhr leise“.

Die Sache mit der Anzeige von Fehlern

Nun, da hat man also einen Saugroboter mit WLAN und eine App. Man würde meinen, dass entsprechend die App auch Hilfestellung und Aufschluß über etwaige Fehler bietet. Leider nein. Zwar bekommt man eine Push-Mitteilung auf iPhone und Apple Watch, dass es zu einem Fehler kam, diese sagt aber nichts über den eigentlichen Fehler aus. Tippt man sie Meldung an, so landet man in der Dyson App – leider auch ohne Angabe des Fehlers, obwohl dieser ja mehr oder minder klar über die LED Anzeige des Bots ersichtlich ist. Außerdem kommt es immer wieder zu kryptischen Fehleranzeigen innerhalb der App…

Leuchten z.B. die beiden LEDs „nordöstlich“ (also rechts oben) auf der großen Starttaste, so heißt dies, dass sich der Bot verfahren hat… das wäre, gerade bei App Unterstützung, doch sehr hilfreich, gleich zu wissen einhergehend mit Tips zur Behebung.

Überhaupt fände ich es zielführender, anstatt kryptischer Fehleranzeigen über an verschiedenen Stellen eines Kreises leuchtender LEDs, einfache Symbole zu verwenden die z.B. im laufenden Betrieb unsichtbar wären, und nur sichtbar/beleuchtet wären, bei Fehlern. Sieht genauso gut aus, ist aber weniger kryptisch und vereinfacht die Bedienung.

Laden & Akkulaufzeit

Der Hersteller gibt als Ladezeit etwas über 2 Stunden an; im Test war der Akku des Bots etwas schneller voll geladen. Die Reinigungsdauer wird mit maximal 45min beziffert, auch hier stellte ich im Test ungefähr diese Werte fest; die Reinigungsdauer variiert aber natürlich stark, wenn der Bot sich irgendwo verfährt bzw. aufgrund seiner Höhe z.B. unterm Sofa stecken bleibt und sich freifahren muss. Unser Sofa ist leider grundsätzlich kritisch, was die Höhe betrifft. Kritisch ist die Höhe deshalb, weil der Roboter zwar unter das Sofa fahren kann, das Sofa aber zur Mitte hin ganz wenig durchhängt und der Bot so fast feststeckt. Der 360eye hat sich aber stoisch meist wieder freigekämpft. Dies ging aber dann merklich zu Lasten der Akkulaufzeit.

Insgesamt kann man von 30-40min Reinigungsdauer pro Ladevorgang ausgehen. Wer viele freie Flächen hat, wird an das Versprechen des Herstellers von 45min rankommen. Wer, so wie ich, allerlei Hindernisse und auch den einen oder anderen flauschigen Teppich hat, muss Abstriche machen. Natürlich kann auch der „leise“ Reinigungsmodus (mit reduzierter Saugleistung) gewählt werden – dies verlängert zeitgleich auch merklich die Laufzeit.

Grundsätzlich ist die Laufzeit aber, wenn überhaupt, nur ein zweitrangiges „Problem“, denn der Bot findet seine Basis recht zuverlässig und lädt zwischendurch einfach seine Batterie wieder auf um dann die Reinigung dort fortzusetzen, wo der Ladezustand zur Neige ging. Im Test fand der Bot die Basis recht zuverlässig, selbst wenn diese nicht optimal platziert worden war (also nicht mit ausreichend Platz links und rechts davon).

Hindernisse, Navigation und Fehlererkennung

Grundsätzlich ist der Dyson Roboter ein stoischer kleiner Kämpfer der ausdauernd und stur versucht, sich aus jeder Schieflage zu befreien. Leider aber hat auch dieser teure Bot mit seinen „vielen Jahren“ an Forschung und Entwicklung erhebliche Probleme mit z.B. den quer liegenden Holmen unserer Esstisch-Stühle. Wie alle Bots vor ihm rumpelte auch der 360eye fast immer auf die Holme und (leider) betrug die Reinigungsdauer, wenn die Basis  recht nahe (aber nicht zu nahe) an den Sesseln platziert war, heiße zwei Minuten. Ja, ZWEI Minuten, bis der Roboter mit Fehlermeldung aufgab. Wohlgemerkt wußte man auch immer erst nach dem nach Hause kommen, was der Fehler war, da dies ja, wie erwähnt, die App derzeit nicht anzeigt.

Das alleine ist ja schon ärgerlich, wäre aber zu verschmerzen, wenn der Bot zumindest eine gewisse Lernkurve an den Tag legen würde. Man würde doch annehmen, dass ein Roboter, der nach erfolgter Reinigung stolz die gesamte Karte der Reinigung in der App darstellt (über die Dauer des Betriebs) versucht, zu protokollieren, wo er auf Hindernisse stieß, um etwaigen Problemen künftig aus dem Weg zu gehen… ja, das würde man meinen; dem ist aber leider nicht so. Stelle ich die „Problemstühle“ nicht auf den Tisch so gibt es schlicht keine durchgeführte Reinigung. Tag ein Tag aus finde ich den Roboter Abends festgefahren auf einem der Holme der Stühle.

Und wenn er sich nicht an den Querholmen festgefahren hat, dann steckt am Rand des Sofas fest, quasi zwischen hochfloorigem Teppich und Sofakante. – Oder, mein persönlicher Favorit – der Bot hat sich selbst beim unters-Sofa-fahren ausgeschaltet (!). Och nee… 🙁

Klar, ein Sofa das genau die Bodenfreiheit aufweist die der Bot-Höhe entspricht, ist selten. Stühle mit Querholmen am Boden sind zwar vermutlich weniger selten aber dennoch nicht „Standard“…obwohl… sie sind von einem großen schwedischen Möbelhaus… doch vielleicht Standard. Wie dem auch sei: Wir reden hier nicht von einem billig-Bot aus dem Supermarkt-Abverkauf sondern von einem absoluten Premiumprodukt aus dem Hause Dyson, das enttäuscht mich dann leider doch.

Aber es gibt nicht nur Negatives. Ein Stockwerk höher zeigte der 360eye außerordentliche Intelligenz und perfekte Navigation (siehe die Bild 3 und Bild 4 oben). Wurde er am Gang platziert, so fuhr er seine Reinigungsquadrate ab (der Bot teilt den Raum in gleich große quadratische Elemente die dann nacheinander abgearbeitet werden), zunächst am Gang. Dann begab er sich in Raum 1, reinigte einen Teil, dann Raum 2 und Raum 3 um wieder zu Raum 1 zurück zu kehren und dort den Rest zu putzen. Wobei leider bei diesem Testlauf der oben abgebildet ist komischerweise nicht die gesamte Reinigung auf der Karte dargestellt wurde; der Grund ist mir schleierhaft.

In Summe hatte der Bot alle Räume im ersten Stock perfekt und bis in den letzten Winkel gereinigt ohne sich fest zu fahren oder Probleme zu machen. Er kann es also doch…

Zusammenfassend also leider ein sehr gemischter Eindruck von Navigation und vor allem Fehleranfälligkeit. Von einem Premium-Bot von Dyson hätte ich mir erwartet, dass er nicht an Sesselholmen oder Sofas scheitert. Das muss einfach besser funktionieren denn der Bot muss auch in komplexen Umgebungen verwendbar bleiben und keine speziellen Ansprüche stellen.

Der Roboter sollte sich merken, wo er auf Probleme stieß und z.B. bei diesen Bereichen vorsorglich bremsen um eben z.B. NICHT auf die Sesselholme auf zu fahren oder nicht gleich zwischen Teppichkante und Sofa festzustecken.

Grundsätzlich konnte ich auch feststellen, dass gute Beleuchtung im Raum sich auch eher positiv auf die Navigation auswirkt; zwar hat der 360eye Infrarotscheinwerfer, diese können aber Tageslicht nicht ganz ersetzen.

Das sagt Dyson

Die Entwickler sind bereits fleißig am Arbeiten die bereits bekannten (und auch von mir gemeldeten) Fehler auszubessern. Wann jedoch mit einer Besserung/Behebung zu rechnen ist, konnte man mir leider nicht sagen.

Wartung

Die Wartung des Bots ist schnell erledigt wenngleich auch nicht so komfortabel wie bei den aktuellsten Bodenstaubsaugern die keine zu waschenden Filter mehr besitzen.

Der 360eye hat einen Filter direkt nach der Zykloneinheit und einen nach dem Motor. Beide sollten regelmäßig (etwa einmal pro Monat) unter kaltem Wasser ausgewaschen werden und dann 24h getrocknet werden.

Das Ausleeren der Zykloneinheit bzw. des sich darunter befindlichen Schmutzbehälters geht ebenfalls sehr einfach von der Hand, allerdings muss man bei diesem Staubsauger auf komplexe Systeme verzichten, die einen vor einer Staubwolke beim Ausleeren bewahren. Die Zykloneinheit kann einfach vom Behälter abgenommen werden und der Schmutz sodann in den Mistbeutel gekippt werden. Die Staubmenge die der 360eye hierbei aufnehmen kann ist recht gering, der Behälter ist etwa so groß wie eine halbe Konservendose und darf zudem nicht ganz gefüllt sein.

Alles in allem ist eine Entleerung alle 2-3 Tage meist ausreichend und das Waschen der Filter ist ebenfalls recht schnell erledigt, allerdings sollte man die 24h Trocknungsdauer berücksichtigen.

Videoreview

Reinigungsleistung

Von einigen Stellen, allen voran dem Werbeversprechen des Herstellers, haben wir es ja bereits gehört – der 360eye soll so gut wie ein Großer saugen. Nun, an den kürzlich getesteten Cinetic Big Ball kommt er zwar nicht ran, aber dem DC34 Car & Boat kommt er erschreckend nahe, im positiven Sinn. Die Saugleistung des kleinen Bots ist wirklich außerordentlich gut und die Schmutzaufnahme sucht Ihresgleichen. Top gelöst und exakt das, was man von Dyson erwartet.

Lautstärke

Der 360eye ist zwar definitiv lauter als vergleichbare Roboter, zeitgleich aber leiser als normale Bodenstaubsauger. Erfreulich ist der „Leise“ Modus mit reduzierter Saugleistung neben dem dann sogar Fernsehen möglich ist (auch wenn’s ein wenig nervt).

Einbindung ins Smarthome

Tja, hier hätte ich ja eigentlich gerne ebenfalls etwas Positives vermerkt – leider aber lässt sich der 360eye derzeit nicht ins Smarthome integrieren. Zwar kann der Roboter bequem über die App gesteuert werden, leider aber NUR über die App. Ich hoffe, Dyson wird hier bald eine Verbindung zu IFTTT herstellen lassen um so z.B. eine automatische Reinigung beim Verlassen des Hauses oder z.B. den Ablauf der Zeitpläne nur wenn niemand zu Hause ist, zu bewerkstelligen oder auch über Alexa den aktuellen Status des Bots abfragen zu können. Da gäbe es viele Möglichkeiten um der Konkurrenz davon zu sprinten.

Fazit

Komisch, das jetzt sagen zu müssen, aber der 360eye ist für mich persönlich nun leider kein Produkt das ich (derzeit) kaufen würde. Natürlich sind meine Möbelstücke und mein Einsatzbereich so einzigartig wie die/der jeder anderen Person – aber ein Roboter muss auf alle Eventualitäten bestmöglich vorbereitet sein; seien es Sofas unter die er „gerade so“ drunter passt, seien es quer am Boden liegende Sesselholme. Hier hat der 360eye leider versagt.

Die Reinigungsleistung ist Spitzenklasse, auch hochfloorige Teppiche werden perfekt gereinigt und die Schmutzaufnahme ist beachtlich. Ohne Hindernisse werden auch mehrere Räume zuverlässig und vor allem intelligent gereinigt.

Ich hoffe, dass Dyson hier beim 360eye mit einem Softwareupdate, das glücklicherweise OTA (over the air) übertragen werden kann, nachbessert, damit der 360eye auch tatsächlich zum Allrounder wird und man ihn nicht ständig irgendwo „retten“ muss.

 

 

 

6 Responses to Der perfekte Saugroboter? Dyson 360 eye im Test

  1. Jan sagt:

    Für uns ist dies auch der interessanteste Sauger. Was meinst du, wie schlägt sich der Sauger mit Teppichfransen?
    So die üblichen 7cm langen Fransen an Perserteppichen? Kann der das?

    • Holger sagt:

      Hi Jan, das ist leider echt schwer zu sagen; leider hatte ich keine Fransenteppiche mittels derer ich es hätte testen können; gefühlt würde ich leider eher schon darauf tippen, dass die sich um die Walze wickeln könnten. Ob der Dyson dann einfach die Walze in die andere Richtung drehen kann ist mir leider nicht bekannt.

  2. Wolfi sagt:

    Wieder mal ein äußerst professioneller Test, Chapeau Holger!
    Wir sind mit unserem Vorwerk ziemlich zufrieden, es gibt Probleme bei den ‚gesperrten Zonen‘, da wirkt das Magbetband leider oft wie das Wetter – einmal so und einmal so. 😉
    Ich war versucht, mir für einen anderen Wohnungsbereich einen zweiten Roboter zu kaufen – doch warte ich hier noch etwas auf Verbesserungen.
    Liebe Grüße,
    Wolfgang

    • Holger sagt:

      Hallihallo! Na freut mich dass der Bericht gefällt! 🙂 Ja, so „gesperrte“ Zonen sind leider meist so eine Sache; da hat irgendwie bislang kein Hersteller eine wirklich gute Lösung gefunden. Bei Rooma sind/waren es lighthouses die relativ hässlich herumstanden und ständig mit frischen Batterien versorgt werden wollten und bei Vorwerk spinnt halt ab und an der Magnetstreifen. Wie gesagt, ich hatte ja auch überlegt, den Dyson zu holen, aber derzeit halt leider für uns wenig praktikabel.

  3. Sebastian sagt:

    Vielen Dank für den super detaillierter Bericht. Ich liebäugle ja schon mit Dyson Produkte und sie sind in aller Regel gut durchdacht und ausgereift. Aber was dieser 360eye an „KI“ hat, kann ich jetzt nicht fassen.

    Zum Vergleich: Mein aktueller Roomba 785 Pet aus dem Jahr 2014 macht genau die gleichen Fehler, wie der 360eye – unfassbar. (Hängen bleiben auf bodennahe Querstreben [Wäscheständer], Bleibt hängen unter Hänge-WC und schaltet sich teilweise selbständig aus usw.)

    Für mich ist es vollkommen unverständlich, wie die Roboter immer noch so „doof“ sein können. Sorry .. aber mir kommen die Hersteller der Roboter und dessen Mitarbeiter lernresistent vor. Sieht man so etwas in der Forschung und Entwicklung nicht? Wird tatsächlich so praxisfremd mehrere Jahre geforscht?

    Der 360eye wird bei Dir, Holger, sicherlich so lange orientierungslos unter der Couch hin und herfahren, weil das Kameraauge durch den Stoff der Couch verdeckt ist und die IR- Sensoren zu ungenau arbeiten.

    Ich stimme Dir bei all deinen Kritikpunkten 100% zu und kann sie nachvollziehen. Ich finde es schade, dass so ein Produkt auf den Markt gebracht wird, wo der normale Mensch (*nicht Experte) sofort mind. 3 Schwachpunkte an dem Gerät erkennt und Dinge sieht, die besser umgesetzt hätten können. Vollkommen Unverständlich auch, warum nicht längst die typischen Bugs (kryptische Fehlermeldung in der App etc) ausgemerzt worden sind. Der 360eye ist nicht seit gestern auf den Markt, sondern schon seit mind. einem Jahr in Japan auf dem Markt. Ist dort noch niemanden etwas aufgefallen? Wurde das 360eye- Team bei Dyson komplett aufgelöst und an ein neues Produkt gesetzt?

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