Screenshots ohne Limits: SnagIt für Mac Review

Prinzipiell ist es ja kinderleicht, am Mac Screenshots zu erstellen. Auch ohne Zusatzsoftware. Ein Tastenkürzel, von OSX vorgegeben, genügt, um den Ganzen Bildschirm abzulichten, ein weiteres bietet die Möglichkeit, das aktive Fenster oder einen beliebigen Bildausschnitt zu fotografieren. Diese Screenshots landen dann am Schreibtisch und stehen zur Verwendung bereit. Diese Dinge sind ja hinlänglich bekannt.

Viele werden sich nun fragen, wo dann der Nutzen von SnagIt, einem dezidierten Screencapturing Programm, wohlgemerkt für Standbilder, liegt? Nun, ganz einfach, überall dort, wo die Bordmittel von OSX einfach nicht reichen. Überall dort, wo nicht nur ein einfacher Pixelhaufen eingefangen werden soll, sondern selbiger auch etwas hübscher sein soll.

Man denke da z.B. an ein neues Design einer Homepage das irgendwo noch ein klein wenig suboptimal ist, eine Linie ist z.B. nicht mit einem Logo ausgerichtet. Mit den Bordmitteln würde man nun dies zwar einfangen können, seinem Gegenüber müßte man es aber entweder umständlich erklären oder manuell mit Bildbearbeitungssoftware beginnen, in dem Screenshot rumzumalen.

SnagIt räumt damit auf. Einmal gestartet dockt an der rechten Bildschirmseite ein kleiner Schuber auf der sich, bis auf eine kleine „Lasche“ am Seitenrand versteckt. Berührt der Mauszeiger aber an dieser Stelle den Bildschirmrand, fährt diese SnagIt Schublade aus und präsentiert eine einfache Oberfläche. Zentral im Blick: Ein großer roter Aufnahmeknopf. So mag ich das. Selbsterklärend. SnagIt kann so eingestellt werden, daß beim Drücken des Knopfes entweder der gesamte Bildschirminhalt festgehalten wird, oder aber ein Fadenkreuz auftaucht, das dann eine beliebige Auswahl ermöglicht. Auch eine Zeitversetzte Aufnahme die nach einer festlegbaren Anzahl von Sekunden erstellt wird, ist einfach möglich.

Ist der Ausschnitt gewählt bzw. der Bildschirminhalt aufgezeichnet, öffnet SnagIt standardgemäß den Editor, in dem das Bildschirmfoto nun bearbeitet werden kann. Wunderbar an dieser Tatsache ist hier, daß man dies nicht machen muß. SnagIt kann so konfiguriert werden, daß Fotos automatisch in die Zwischenablage kopiert werden, oder einfach nur der Editor nicht geöffnet wird und das Foto direkt am Schreibtisch oder einem Wunschordner im gewünschten Format (PNG, JPEG usw.) gespeichert wird. Diese Flexibilität zeichnet das Programm aus und macht es so unheimlich empfehlenswert!

Wer SnagIt kauft und aktiv verwendet wird aber in den meisten Fällen den Editor verwenden und dies sogar sehr gerne. Man denke z.B. an eine Bedienungsanleitung für Software. SnagIt erkennt im Standardmodus ob ein Bereich oder ein dezidiertes Fenster aufgenommen werden soll und markiert im zweiteren Fall selbiges akurat. Ein Klick und das gewünschte Foto wird im Editor geöffnet. Hier können nun neben einem anderen als dem Standarddateiformat z.B. Effekte angewandt werden (z.B. Spiegelung, Perspektive oder eine abgerissene Kante) oder aber auch in das Bild „gemalt“ werden. Besonders hilfreich im Alltag sind aber z.B. die Pfeile die einfach durch Klicken und Ziehen eingefügt und verändert werden können. So kann man dem Gegenüber (oder in unserem Fall dem Leser der Bedienungsanleitung) einfach und schnell und vor allem ohne großen Mehraufwand auf die Sprünge helfen, worum’s denn nun eigentlich geht, im vorliegenden Bildschirmfoto.

Ein weitere großartige Technik, die SnagIt verwendet ist die der äußerst flexiblen „Outputs“ also der Ausgabemöglichkeiten. Während des schreibens dieser Review waren für die Mac-Version von SnagIt nur wenige verfügbar, für SnagIts Windows Versioni gibt es die Outputs schon zu Hauf. Als „Output“ werden bei SnagIt kleine Erweiterungen verstanden, die kostenlos von Techsmiths Homepage heruntergeladen werden können. So gibt es unter Windows z.B. eine Skype-Erweiterung. Aktiviert man diese kann das soeben aufgenommene Bildschirmfoto sofort an einen beliebigen Skype-Kontakt versandt werden. Diese Erweiterung fehlt noch für den Mac, wird aber sehr bald nachgeliefert, da bin ich mir sicher. Momentan können Aufnahmen mit einem Klick via eMail versandt werden, an Screencast.com übergeben, per FTP auf einen Server nach Wahl hochgeladen werden oder einfach nur in die Zwischenablage kopiert werden.

An Effekten und Konfigurationsmöglichkeiten selbiger wurde natürlich auch nicht gespart. Vom Winkel des Schlagschattens über Linienstärken, Textarten uvm. wurde an alles gedacht.

Dieser modulare Aufbau, der es ermöglicht, SnagIt an die eigenen Bedürfnisse perfekt anzupassen, ist eine der größten Stärken des Programms.

Die Übersicht über die bereits erstellten Bildschirmaufnahmen bleibt übrigens natürlch jederzeit gewahrt. Das Editorfenster hat nämlich eine praktische Fotoleiste am unteren Fensterrand, die übersichtlich alle Aufnahmen darstellt. Daß von dort jedes Bild mit Drag & Drop z.B. direkt in Pages, Numbers, Keynote oder MS Office eingesetzt werden kann, versteht sich am Mac von selbst.

Ob des Preises von $49,95 (also umgerechnet ca. 36€, Stand 11/2010) richtet sich SnagIt wohl eher an ein berufliches Umfeld denn an den 1-screenshot-pro-monat Benutzer.

Für mich ist SnagIt jedenfalls die absolute Nummer eins im Genre der Screencapturing Software. Beide Daumen hoch und Kaufempfehlung!

Wer sich nun übrigens immer noch nicht sicher ist, mit SnagIt die ultimative Screenshot-Applikation gefunden zu haben, der sollte sich dann bekräftigenderweise auch noch Claus‘ Review auf MacTopics.de ansehen!

Review: Finanzverwaltung Squirrel für Mac V0.8.3

Dank der Unterstützung des Programmierers Axel konnte ich mir die Finanzverwaltugnssoftware „Squirrel“ mal genauer ansehen. Bislang benutzte ich ja Nothirsts „MoneyWell“. Allerdings gab es bei Money Well den für mich großen Nachteil, kein Diagramm anzeigen lassen zu können, daß mir den Verlauf meines Kontos darstellt. Sprich: Ich möchte schön in einem Diagramm aufgelistet sehen, wieviel mein Konto im positiven oder negativen Bereich rangiert, und das möglichst bis zu einem halben Jahr in der Zukunft.

Und genau DAS ist ein Zentrales Element bei Squirrel. Für mich war das mal der ausschlaggebende Grund, mir Squirrel genauer anzusehen, trotzdem alle Konten und da sind doch mehr als eines mit hunderten Buchungen bei MoneyWell waren. Bis dahin zumindest.

Lins ist gut das Hauptfenster Squirrels zu sehen. Das Programm ist mit seiner Verisonsnummer 0.8.3 übrigens immer noch im Betastadium. Umso überraschender war für mich die überaus große Stabilität der Software. In dieser Version kam es bislang zu keinem Absturz, trotz intensiver Verwendung.

Squirrels Fenster ist in drei Bereiche unterteilt. Links finden wir die Übersicht über alle Konten (diese können Giro, Spar, Bargeld sowie „Freunde“ benannt werden. Ein eigener Kontotyp für z.B. „Kredite“ oder „Darlehen“ fehlt momentan noch.

Unter der Auflistung der Konten sind die drei Bereiche „Berichte“, „Budgets“ sowie „geplante Buchungen“ zu finden. Unter Berichte kann z.B. in Form schöner Tortendiagramme dargestellt werden, wofür man eigentlich sein Geld ausgegeben hat. Natürlich müssen dazu zunächst Kategorien angelegt werden. Squirrel fragt beim ersten Start freundlicherweise gleich danach, Kategorien anzulegen.

Budgets sind eine weitere sehr gut und übersichtliche Möglichkeit, den Geldfluss darzustellen. Die Budgets können einfach angelegt werden, lassen sich aber auch sehr komplex erweitern. Dies erinnert an die Intelligenten Ordner wie sie MacOS ab 10.4 oder auch Aperture, iTunes und Co. anbieten. Wird z.B. ein Budget mit 400EUR für die Kategorie Lebensmittel angelegt und der Intervall auf „monatlich“ gesetzt so sieht man jederzeit, wieviel Geld im aktuellen Monat bereits für Lebensmittel ausgegeben wurde. Mir persönlich hilft dies ungemein.

Der dritte Block der in der Seitenleiste dargestellt wird, ist der der „Ordner“. Hier können, ählich der Budgets, Ordner erstellt werden, deren Inhalt sich nach gewissen Vorgaben richtet. So können z.B. dort alle Buchungen einer bestimmten Person, einer bestimmten Kategorie oder jene, die mit einem speziellen Tag vesehen wurden, zusamengefaßt dargestellt werden. Da sich dies nicht zwingend nach Beträgen oder dem Daum orientiert, bieten die Ordner in Squirrel eine wunderschöne Möglichkeit Ordnung zu halten.

Der Rest des Programmfensters, rechts der Seitenleiste, zeigt einerseits eine Zusammenfassung der Finanzen sowie daneben eingangs bereits erwähntes Diagramm zum Finanzverlauf an. Darunter finden wir Zeile für Zeile die einzelnen Buchungen. Hier kann in den Einstellungen auch definiert werden, bis wie weit in der Zukunft liegende Buchungen dargestellt werden, und ob die für etwaige Saldenberechnung bereits herangezogen werden sollen. Auch die Spannweite des Diagramms kann in den Einstellungen definiert werden. Gerade DAS war für mich der wichtigste Punkt; endlich eine Finanzsoftware die mir meinen Finanzstatus auch Mitte 2011 grafisch darstellt, genau danach hatte ich gesucht (bye bye MoneyWell).

Ein weiterer wichtiger Punkt, den eine Finanzsoftware bei mir erfüllen muß, ist die Mobilität. Mein MacBook habe ich selten dabei, mein Frühstück kaufe ich aber fast täglich ein. Natürlich kann man die über den Tag gesammelten Rechnungen auch Abends in Squirrel eingeben, komfortabler ist dies aber mit der eigens für das iPhone entwickelten Squirrel App.

Squirrel 2 (AppStore Link) Squirrel 2
Hersteller: Axel Peju
Freigabe: 4+
Preis: Gratis Appstore >

Diest ist, ebenso wie ihre große Schwester am Mac, optisch wunderschön aufbereitet und bietet, im Vergleich zu MoneyWell, eine wesentlich zuverlässigere und schnellere Synchronisation die zudem genauso einfach wie zwischen Apples Remote-App und iTunes funktioniert. Synchronisation in der iPhone App einschalten, und schwupps zeigt die Mac Variante das iPhone an und verlangt, den am iPhone Display dargestellten Code einzugeben. Ist dies erledigt, so muß am iPhone die App nur gestartet werden und sobald sich beide Rechner im selben Netzwerk befinden, werden die Daten abgeglichen. Dies funktioniert erfreulicherweise sogar dann, wenn Squirrel am iPhone nicht entsperrt wurde, dort also eine Codesperre aktiv ist.

Die Eingabe von Buchungen erfolgt prinzipiell auf drei verschiedene Arten. Einerseits können Standardbuchungen, also Einzahlungen wie auch Ausgaben angelegt werden. Diese sind nicht wiederkehrend.

Die zweite Variante sind dann Transfers von einem zu einem anderen Konto, also z.B. von einem angelegten Girokonto zum Bargeldkonto (also der Brieftasche). Auch diese Buchungen sind nicht wiederkehrend, erstellen aber natürlich auf beiden Konten die jeweilige zu- bzw. abgehende Buchung und benennen diese.

Die dritte Variante, die auch links zu sehen ist, betrifft „Geplante Buchungen„, also solche, die in der Zukunft liegen. Diese geplanten Buchungen können auch mit einer Wiederholung z.B. monatlich oder jährlich usw. versehen werden. Eine Anzahl der Wiederholungen kann momentan noch nicht eingestellt werden, dies soll aber fixer Bestandteil einer zukünftigen Squirrel Version werden, so der Entwickler.

Dank dieser Vielzahl an Eingabemethoden, der Reports, der Budgets, des Diagramms und nicht zuletzt des günstigen Preises von 24,90$ ist Squirrel für mich DIE Empfehlung für alle, die die Finanzverwaltung am Mac erledigen möchten. Beide Daumen hoch!

Folgend findet ihr eine Galerie mit Screenshots sowie am Ende dieses Artikels einen von mir erstellten Screencast in dem ihr Squirrel in Aktion seht!