Optoma Nuforce B-Free 8

Mit den B-Free 8 hat nun auch Optoma ein Modell gänzlich ohne Kabel im Programm. Preislich durchaus ambitioniert und ungefähr dort, wo Apple seine Airpods positioniert hat, müssen die Be-Free 8 natürlich unweigerlich auch den einen oder anderen Vergleich über sich ergehen lassen. Im Test wollen wir aber natürlich auch alle anderen Punkte rund um Klang, Akkulaufzeit und Ergonomie behandeln. Los geht’s!

Verpackung & Lieferumfang

Wie von anderen Kopfhörern aus dem hochpreisigeren Segment gewohnt ist die Verpackung auch hier hochwertig und aus robustem Karton sowie viel Schaumstoff. Umwelttechnisch ginge das natürlich noch besser.

Innerhalb der Verpackung erwartet uns ein kurzes Micro USB Ladekabel (hier wäre USB-C deutlich zeitgemäßer) sowie ein Beutelchen mit Silikonstöpseln neben natürlich dem Ladecase der Kopfhörer und den eigentlichen Kopfhörern.

Leider fehlen mir auch hier die Memory-Schaum Aufsätze die ich persönlich als wesentlich praktikabler im Alltag empfinde, als Silikonstöpsel.

Da hier ein Ladecase mit eingebautem Akku mitgeliefert wird, verzichten Optoma auf ein separates Täschchen.

Design & Tragekomfort

Hier wurde auf glänzend schwarzen Kunststoff gesetzt, sowohl beim Ladecase als auch bei den Ohrstöpseln selbst. Ersteres ist zwar angenehm geformt, wirkt aber etwas billig. Einerseits ob der Größe des Ladecases und auch ob des Gewichts, das ist nicht so ganz stimmig aber andererseits auch Zweitrangig.

Ladecase ©Optoma
Ladecase ©Optoma

Gucken wir uns die Ohrteile an, so fällt der glänzende Kunststoff nicht negativ auf. Mit etwas Gewöhnung sind linke und rechte Ohrteile auch genauso einfach (oder schwierig) zu unterscheiden, wie jene der Konkurrenz. Beide Ohrteile besitzen je eine Taste zum Ein- und Ausschalten. Weitere Bedienelemente finden wir nicht.

Ohrteile ©Optoma

Anders als Apples Airpods werden die Be-Free 8 mittels des Silikonplömpels direkt in den Gehörgang gedrückt und sitzen relativ angenehm. Dabei ist aber der „Hals“ jedes Ohrteils (zumindest für meine Ohren) etwas kurz geraten, was dazu führt, dass die Ohrteile, speziell beim Sport, langsam nach außen zu rutschen beginnen; darunter leidet dann sowohl der Klang als auch natürlich der Sitz. Das gefällt mir nicht. Gefühlt bin ich mit diesen Kopfhörern – und das hat mich ehrlich überrascht – öfter mit „Zurechtrücken“ und „Wiederreindrücken“ der Kopfhörer beschäftigt als bei der weiß-glänzenden Konurrenz. Hmm :-/

Linkes und rechtes Ohrteil ©Optoma

Bedienung

Ihr habt es schon vermutet: Auch die Be-Free 8 können, wie obiges Konkurrenzprodukt, die Lautstärke des gehörten NICHT steuern. Man mag nun sagen, dass das ja auch die Apple Dinger nicht können – man muss aber ja nun auch nicht offensichtlich unpraktische Produkteigenschaften übernehmen!

Zum Einschalten und Verbinden mit dem Smartphone wie auch zum Koppeln hat man die Taste am Linken Ohrteil zu verwenden. Man schaltet also zunächst dieses ein und hört auf Englisch eine Bestätigung. Danach schaltet man den Rechten Ohrteil ein. Weshalb die Kopfhörer das nicht automatisiert beim Herausnehmen aus der Ladeschale machen, erschließt sich mir nicht.

Drückt man während der Wiedergabe einmal eine der Tasten, so pausiert die Musik, drückt man nochmals, wird die Wiedergabe fortgesetzt. Ein „Doppelklick“ springt zum nächsten Song. Natürlich haben die Be-Free 8 auch eingebaute Mikrofone inklusive Störgeräuschunterdrückung für Gespräche. Das funktionierte im Test gut. Gespräche können hier natürlich über einen Tastendruck angenommen und auch beendet werden.

Was nicht funktioniert ist ein Dreifachklick um  z.B. zum vorhergehenden Song zu springen, schade.

Im Batteriewidget des iPhones wird der Ladezustand der Ohrstöpsel angezeigt; dabei aber eher in größeren Sprüngen als kontinuierlich Prozent für Prozent. Nach 1h Sport sind etwa 20% Akkuladung verbraucht.

Ausgeschaltet wird wieder jeder Ohrstöpsel mit einem langen Tastendruck, separat. Weder schaltet der rechte Stöpsel automatisch aus, wenn der Linke ausgeschaltet wird, noch schalten sie sich aus, wenn man sie in die Ladeschale steckt. Warum?!

Klang

In Summe klingen die Be-Free 8 solide und geben sich keine groben Patzer. Höhen sind klar, die Mitten könnten für meinen Geschmack aber etwas mehr Wärme vertragen. Wer ultra starke Bässe bevorzugt, muss sich aber nach anderen Modellen umsehen, hier fand ich die Bässe eher auf der schwächeren Seite, was ich grundsätzlich für mich persönlich nicht als negativ empfand.

Die luftige Leichtigkeit und den brillianten Klang von Optomas höherpreisigen Kabelmodellen (HEM-6 oder Primo 8)  darf man hier aber definitiv nicht erwarten, hinzu kommt ein sehr leises Grundrauschen, sobald die Ohrteile eingeschaltet wurden. Bei Musik ist dies zwar nicht direkt hörbar, es ist aber eigentlich auch nicht wirklich zeitgemäß.

Akkulaufzeit und Ladecase

Mit einer Akkuladung der Ohrteile könne man bis zu 4h Musik hören. Das kann ich so bestätigen. Natürlich hängt das auch von der Lautstärke ab, aber das kommt hin. Mit dem Ladecase könne man die Kopfhörer bis zu 4 mal komplett nachladen, auch das scheint plausiblel, wenngleich ich dies durch viele kleine Zwischenladungen nicht eindeutig verifizieren konnte. Ich bin jedenfalls mit der Laufzeit absolut zufrieden.

Was mich aber stört ist der Sitz der Kopfhörer in der Ladeschale. Leider ist das Einsetzen und Schließen kein Garant dafür, dass die Ohrteile auch tatsächlich geladen werden. Man muss sich immer vergewissern, dass die Kontrolllämpchen am Ladecase auch an gehen, sonst steht man womöglich bald ohne Ladung da. Grund dürften die sehr kleinen Ladekontakte sein, die leider etwas Spielraum im Case lassen.

Weiters etwas nervig: Die Silikonstöpsel passen gerade so in die dafür vorgesehenen Vertiefungen. Damit macht dies die Entnahme der Ohrteile teils etwas fummelig; außerdem, nun ja, falls doch mal „etwas“ am Silikonteil kleben sollte, landet es unweigerlich unten im Ladecase. Oder das Silikonteil bleibt gleich ganz im Case stecken – unterwegs auch nicht so doll.

Besondere Features

  1. Klein und leicht
  2. Stabile und starke Bluetooth Verbindung
  3. IPX5 zertifiziert, damit sind die BE-Free 8 gegen Wasser, Schweiß und Staub geschützt

Nachteile

  1. Nicht zeitgemäße Bedienung mit separaten Tasten an beiden Stöpseln
  2. Klang leider nur Mittelmaß
  3. Passform weniger universell als bisher getestete Modelle, rutscht beim Sport aus meinen Ohren

Fazit

Nun, die Be-Free 8 sind definitiv empfehlenswert, dennoch aber nur „Mittelmaß“, sowohl was Tragekomfort als auch Klangqualität angeht. Leider vermisst man auch hinsichtlich der Bedienung ein wenig an „Innovation“ (separates Ein- und Ausschalten, keine Lautstärkeregelung). Alles in allem hätte ich mir, ehrlich gesagt, in dieser Preisliga etwas mehr erwartet.

Der Klang ist aber durchaus solide und ausgewogen und speziell die stabile Verbindung zwischen den beiden Ohrteilen und auch zum Smartphone möchte ich als Vorzüge hervorheben, selbst als das Telefon 10m weit entfernt hinter einer Stahlbeton-Ecke im Gym lag, war die Verbindung zum iPhone X einwandfrei.

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