Ein etwas anderer Lautsprecher: Allocacoc Audiocube

5600d276ac255Lautsprecher haben wir ja schon einen oder zwei getestet ;-). Einen, wie den “Audiocube” von Allocacoc (der Name geht immer noch nicht einfach von der Zunge ;-)), sehen wir allerdings zum ersten mal. Das Design polarisiert, hoffen wir mal, dass die Leistung des bluetooth Lautsprechers mit eingebautem Akku überzeugt und nicht polarisiert!

Design

Ja das Design… hmmm… also jetzt rein auf die Optik bezogen ist der Audiocube in meinen Augen eher im unteren Drittel anzusiedeln. Persönlich leider nicht so wirklich mein Fall. Das Gerät wird vom Hersteller in den Farben schwarz/orange (ohne eingebauten Akku) sowie weiß/orange,  und “holz” (mit eingebautem Akku) vertrieben. Hier getestet die Farbe holz. Freilich ist der Lautsprecher nicht aus Holz gefertigt sondern aus Kunststoff.

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Ein quasi Alleinstellungsmerkmal sind die an vier Seiten des Würfels angebrachten Lautsprecher. Diese sollen für Rundumklang sorgen (was recht anständig gelingt). Ein Würfel hat ja aber bekanntlich sechs seiten, eine der übrigen zwei Seiten wird für eine Gummiplatte die Bassschwingungen übertragen soll und zeitgleich als Ein/Ausschalter fungiert verwendet, die zweite übrige Seite beherbergt den Stromanschluss. Mit Kaltgerätestecker. Nicht etwa die zierlichen die wir von vielen Radiogeräten oder DVD Playern kennen, nein die dicken Brummer. Dreipolig. Diese Oschis die hinten in 500-1000W Netzteile von Gaming Computern stecken (sowie auch im iMac aber etwas kaschiert). So sehr ich eingebaute Netzteile liebe aber dieses dicke Kabel das im Netzbetrieb unweigerlich mittig hinten aus dem Lautsprecher steht ist leider weder schön noch praktisch.

Weiter geht’s mit dem Fakt, dass der Ein/Ausschalter genau gegenüber des Netzanschlusses liegt. Heißt also: Wer diesen Lautsprecher mit Netzstrom anstatt des (eingebauten) Akkus betreibt hat den Schalter nach vorne gerichtet, das Kabel nach hinten und damit steht der Lautsprecher aber unweigerlich auf einem der verbleibenden vier Lautsprecher und der Schall verpufft im Nirvana. Den Audiocube auf die Bassmembran zu stellen ist leider nur im Batteriebetrieb eine Option da ja das Netzkabel gegenüber in die Luft stehen würde. Hmm… irgendwie… nicht so doll. Das alles hätte doch vermieden werden können, würde Netzkabel und Bassmembran bzw. Schalter sich nicht gegenüber liegen. Ach ja und vor allem, würde der Ein/Ausschalter eben NICHT in der Bassmembran integriert sein, sondern bei den übrigen Tasten untergebracht sein.

Summa summarum: Die Optik kann gefallen, das ist Geschmackssache; die Konstruktion ist aber für Netzbetrieb einfach unpraktisch. Wer den Lautsprecher hauptsächlich mit dem eingebauten Akku betreibt, hat freilich damit dann kein Problem und stellt den Lautsprecher auf der Seite mit dem Stromanschluss ab, so bleiben alle Lautsprecher frei, für den raumfüllenden Klang.

Eine der Würfelkanten ist abgeschrägt um Leiser, Lauter, Play/Pause sowie Pairing unterzubringen. Hätte Allocacoc mal besser anstatt einer dezidierten Pairing-Taste hier den Ein/Ausschalter untergebracht 😉

Einen AUX Eingang gibt es übrigens auch – YAY – dieser ist auf der Seite des Ein/Ausschalters angebracht, weist also im Akkubetrieb löblicherweise nach oben.

Qualitätsanmutung

Die Verarbeitungsqualität ist solide, das Gerät wirkt robust, fast unverwüstlich. Nur die Tasten (alle) haben leider extrem schwammige Druckpunkte und auf Lautsprecherabdeckungen bzw. Gitter muss man leider verzichten.

Klang

Wichtigster Punkt eines jeden Lautsprechers, nicht wahr? Wie bei jedem Lautsprecher hat auch der Audiocube seine Stärken und Schwächen. Zu den Stärken zählen definitiv die recht hohe erzielbare Lautstärke und die soliden Bässe einhergehend mit der Vielzahl der verbauten Lautsprecher (vier an der Zahl) die durchaus eine beeindruckende Klangfülle erzeugen. Leider sind aber Höhen und teilweise auch Mitteltöne nicht so klar, wie man sich dies wünschen würde, gemessen am Preis ist der Klang allerdings durchaus OK.

Akkulaufzeit

Achtung Achtung: Dank 1600mAh Batterie soll der Audiocube 12 Stunden am Stück für Beschallung sorgen. Am Stück haben wir dies nicht getestet, allerdings hat der Akku bequem mehrere Tage bei täglicher Nutzung und moderater Lautstärke durchgehalten. Solide. Grundsätzlich erscheinen 1600mAh aber als nicht allzu üppig, wenn man bedenkt, dass selbst Handys teilweise bereits 3000mAh Akkus mitbringen und die Batterie ca. 180g wiegen dürfte. Als Ladezeit gibt der Hersteller 3 Stunden an. Wer sich für das Modell mit eingebautem Akku entscheidet landet übrigens beim Lautsprechergewicht bei 1,3kg, ohne Akku sind es knapp über 1,1kg.

Funktionen

Nun, an Funktionen darf man naturgemäß bei einem Bluetooth-Lautsprecher nicht zu viel erwarten. Dennoch vorbildlich, dass Allocacoc hier nicht nur Tasten für lauter- und Leiser sondern auch eine dezidierte für das Bluetooth-Pairing sowie eine Play/Pause Taste spendiert. Der Ein/Ausschalter fungiert gleichzeitig zudem als “Bassmembran” um eine gute Basswiedergabe zu ermöglichen. Löblich sind die vielen Tasten, die Umsetzung und Konstruktion bzw. speziell die Platzierung ist eher… naja, nennen wir es “gewöhnungsbedürftig”, siehe oben.

Die Bluetooth-Verbindung funktionierte bei uns stets stabil, bis zu 10m Abstand (Luftlinie) dürfen zum Abspielgerät bestehen, dann fängt’s zu stottern an. Nettes Gimmick: Schaltet man den Powercube ein, so hört sich dies wie ein startender Motor an. Schaltet man ihn aus, so wird ein Geräusch wie beim scharf-schalten älterer Auto-Alarmanlagen “beep beep” abgegeben. Witzig!

Einzig die Druckpunkte der Tasten sind durch die Ausführung aus recht weichem Gummi ziemlich schwammig. Man muss aber natürlich auch dazu sagen, dass man die Tasten ja nicht ständig betätigt.

Fazit

Nun gut, wie schneidet der Audiocube also ab, nachdem wir ihn mehrere Wochen getestet haben? Wer einen Lautsprecher sucht, um ihn an einem Netzgerät zu betreiben wird mit dem Audiocube nur bedingt Freude haben. Zu starr und fett ist das Kaltgerätekabel, auch, wenn dadurch ein separates Netzgerät entfällt. Im Akkubetrieb sieht die Sache natürlich anders aus – nur so kann der Audiocube auf einer der beiden Seiten die NICHT mit Lautsprechern bestückt sind, aufgestellt werden. Dann geht auch das Konzept der Rundumbeschallung durchaus auf! Klanglich bewegen wir uns dennoch eher im Mittelfeld. Nicht schlecht aber kein Höhenflug (kann man auch wörtlich nehmen). Ca. 12h Akkulaufzeit, integriertes Netzgerät und hohe Lautstärke bei zeitgleicher Rundumbeschallung machen den Audiocube aber durchaus zu einem interessanten Lautsprecher und das ab ca. 45€ ohne Akku bzw. 70€ mit Akku.

  

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