Komm mal wieder runter: 7mind im Test

Dieses mal habe ich mir mal etwas ganz anderes als üblich für euch angesehen. Nichts mit “ToDo” wie z.B. Things, nichts mit Bildbearbeitung wie z.B. Affinity Photo. Bei 7Mind geht es um Entspannung, genauer gesagt, um Meditation. Aber kann man meditieren lernen mithilfe einer iPhone App? Ich habe mir es mal genauer angesehen…

Meditation?

Das sagt Wikipedia:

Meditation (von lateinischmeditatio, zu meditari „nachdenken, nachsinnen, überlegen“, von griechischμέδομαι medomai „denken, sinnen“; entgegen landläufiger Meinung liegt kein etymologischer Bezug zum Stamm des lateinischen Adjektivs medius, -a, -um „mittlere[r, -s]“ vor) ist eine in vielen Religionen und Kulturen ausgeübte spirituelle Praxis.[1] Durch Achtsamkeits– oder Konzentrationsübungen soll sich der Geist beruhigen und sammeln.

OK. Beruhigen, sammeln, runterkommen. Sagen wir das eigentlich nicht alle manchmal, wenn man von der Arbeit nach Hause kommt und mal “runterkommen” muß, bevor man den Abend genießen kann? Tagsüber prasseln Eindrücke auf einen ein, Probleme tauchen auf und wollen gelöst werden oder es muss einfach nur schnell viel erledigt werden. All das kann einen dann doch “stressen”.  Letztlich werden die meisten von uns eben “vorm Fernseher abspannen”. Aber ist das eigentlich zielführend? Hat dieses von uns so gerne betriebene “abschalten” und “berieseln lassen” einen tatsächlich entspannenden Effekt? Hmm, eher fraglich, speziell vergleichen mit tatsächlicher Meditation.

Ich gehe die Sache einfach mal vollkommen unwissenschaftlich an. Ich bin keiner vom Fach, sondern nur einer, der gelegentlich auch gestresst ist. Also hab’ ich mir einfach mal auf gut Glück “7Mind” aus dem Appstore geladen. Hilft’s nix, schadt’s nix, wie man bei uns so schön sagt; und die ersten Lektionen sind kostenlos.

7Mind - Meditation & Achtsamkeit (AppStore Link) 7Mind - Meditation & Achtsamkeit
Hersteller: 7Mind GmbH
Freigabe: 4+
Preis: Gratis Appstore >

Aufbau der App

Die App ist einfach und hübsch aufgemacht. Nicht stört das Auge, alles ist stimmig.  Der Hauptbildschirm präsentiert in der Regel die nächste Meditation, über einen Button am unteren Bildschirmrand kann man andere Themen und Meditationen abrufen.

Rechts oben unter “Profil” kann ein selbiges angelegt werden um zwischen verschiedenen Instanzen der App den Fortschritt synchron zu halten. Links oben wiederum finden wir ein Menü mit diversen Einstellungen und Punkten wie z.B. Erinnerungen an die tägliche Meditation und die Häufigkeit der Erinnerungen, FAQ, einer Tour durch die App (die aber beim ersten Start ohnehin angezeigt wird) oder aber auch einige Infotexte zum Thema und Weblinks zum Nachlesen. Auf eine dezidierte ans iPad angepasste Appversion hat der Hersteller verzichtet.

Was ist dabei und wofür muss man bezahlen?

Mitgeliefert mit 7mind wird eine Lektion zum Starten die aus 7 Meditationen besteht. Das ist vollkommen ausreichend um für sich zu entscheiden, ob Meditation in dieser Form das Richtige ist.  Für weitere Kurse oder Einzelmeditationen muss bezahlt werden.

So gibt es “7Mind Plus” für einen Monat zu 11,99€, pro Jahr werden 59,99€ fällig und wer 149€ investiert kann für unbegrenzte Zeit alle verfügbaren Meditationen nutzen. Teuer? Ja und nein. Klar, 12€ pro Monat ist eine Ansage und mal eben 60€ für ein Jahr zu bezahlen ebenfalls. Kommen wir also zur Kernfrage: Ist 7Mind dieses Geld WERT?

Meditation mit 7Mind im Alltag

Als ich die erste Meditation startete hatte ich überhaupt keine Ahnung was mich erwarten würde. Dann legt der Sprecher los. Langsam, deutlich. Er spricht viel langsamer als man es im alltäglichen Umgang mit anderen machen würde. Es ist eine angenehme und durchaus beruhigende Stimme. Nicht sonderlich tief, nicht zu hoch. Angenehm eben. Ich weiß nicht, ob ich diese Stimme primär gewählt hätte, ständen mehrere zur Auswahl, aber im weiteren Verlauf macht der Sprecher seinen Job ausgesprochen gut.

Im Grunde benötigt man nur einen Raum zum Entspannen. Möglichst ruhig, frei von störenden Einflüssen und eine bequeme Sitzgelegenheit auf der man aufrecht sitzen kann. Aufrecht deswegen, weil ein zentrales Element der Meditation die bewußte Atmung ist.

Der Sprecher leitet einen also durch die Lektion, man muss sich möglichst aufrecht hinsetzen und auf die Atmung achten. Bewußt, tief und gleichmäßig. Folgt man den Anweisungen so entspannt sich der Körper tatsächlich!

Das war für mich vielleicht der bemerkenswerteste Punkt. “Das funktioniert ja wirklich!” Am Ende jeder Lektion öffnet man die Augen und fühlt sich herrlich entspannt. Irgendwie wie direkt nach dem Aufwachen nur ohne schlaftrunken zu sein. Sehr sehr angenehm ist das. Man sollte aber nicht unbedingt die Meditation starten, wenn man bereits todmüde ist, dann ist die Gefahr einzuschlafen schon extrem groß 😉

Fazit

Ich wollte jedenfalls nach den ersten 7 Lektionen “mehr” von 7Mind und habe mich dann noch durch diverse andere Meditationen gehört und geatmet  und genoß jede einzelne davon. Dieses zutiefst entspannte Gefühl war mir tatsächlich “neu”. Ich kann jedem, der vielleicht, so wie ich, auch nicht ganz so einfach “runter” kommt diese App wärmstens empfehlen.

Aber: Jeder Mensch ist ein Individuum! So wird auch nicht jede Meditation bei jedem funktionieren. Ich probierte z.B. die Stress Meditation – nur funktionierte dies bei mir nicht. Man solle sich an diverse Punkte erinnern aus dem Arbeitsalltag, bei denen man “überfordert” gewesen sei usw. – ich konnte das auf mich nicht ummünzen. Andere Meditationen wiederum funktionierten hervorragend.

Kann ich euch also 7Mind empfehlen? Ja. Probiert es selbst aus – die App ist gratis und die 7 inkludierten Lektionen reichen definitiv aus, um herauszufinden, ob 7Mind und das Thema Meditation grundsätzlich das Richtige ist, oder eben nicht. Von meiner Seite gibt’s ne dicke Empfehlung trotz des hohen Preises.

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